LANDESPOLITIK

Comeback für AfD-Frau Federau trotz Escort-Skandal?

AfD-Frau Petra Federau ist vor allem wegen des Escort-Skandals bundesweit bekannt geworden. Nun gibt es Anzeichen dafür, dass sie zurück in den Landesvorstand der Partei will.
Uwe Reißenweber Uwe Reißenweber
Petra Federau wurde vor der Landtagswahl von Listenplatz drei der AfD gestrichen (Archivbild).
Petra Federau wurde vor der Landtagswahl von Listenplatz drei der AfD gestrichen (Archivbild). Stefan Sauer
Schwerin.

Plant die skandalumwitterte AfD-Politikerin Petra Federau ein Comeback in die Spitze der Landespartei? Federau schloss eine Kandidatur für ein solches Amt beim Parteitag am kommenden Wochenende nicht aus: „Lassen Sie sich überraschen“, sagte die geschasste Landesgeschäftsführerin dem Nordkurier. Beim Parteitag in Gägelow bei Wismar werden turnusmäßig die beiden Landesvorsitzenden, der Schatzmeister und die Beisitzer gewählt.

Federau von Listenplatz gestrichen

Drei Monate vor der Landtagswahl im vergangenen Jahr hatte die AfD Federau von Listenplatz drei gestrichen. Auf einem Sonderparteitag votierte eine Mehrheit für ihre Abwahl. Federau wurde parteischädigendes Verhalten vorgeworfen, weil sie bei der Nominierung im Februar verschwiegen hatte, dass sie für einen Escort-Service arbeitete, der Frauen auch in arabische Länder vermittelt haben soll.

Sie wird dem äußersten rechten Rand der Partei zugerechnet. Unter anderem nutzt sie Nazi-Vokabular wie „Umvolkung“. Ihren Posten als Landesgeschäftsführerin hatte sie wegen „Unregelmäßigkeiten“ verloren, die die AfD-Spitze aber nie konkret benannte. Die Schwerinerin ist Stadtvertreterin der AfD und arbeitet derzeit als Wahlkreismitarbeiterin des Landtagsabgeordneten Dirk Lerche.

Holm, Komning und Augustin kandidieren

Als Landesvorsitzender will Leif-Erik Holm erneut kandidieren. Um den Co-Vorsitz bewerben sich außerdem Enrico Komning aus Neubrandenburg und Dennis Augustin aus Schwerin, sagte Holm. Er plädiere für Koming, weil der der „richtige Mann“ für das Amt sei. Komning ist mit Holm inzwischen in den Bundestag eingezogen. Der Neubrandenburger Anwalt wie auch der Schweriner Augustin werden dem weit rechten Spektrum der Partei zugerechnet.

Den Landesverband erschütterten in den vergangenen Monaten gleich zwei Skandale. So hatte Landtagsabgeordneter Holger Arppe Ende August bundesweit Aufsehen erregt. Er soll in einem Internet-Chats zur brutalen Gewalt gegen Andersdenkende aufgerufen und kinderpornografische Fantasien verbreitet haben.

Der Landesvorstand hat mittlerweile ein Parteiausschlussverfahren gegen Arppe eingeleitet, nachdem dieser die Partei nicht selbst verlassen hat. Aus der Fraktion ist er allerdings ausgetreten. In der Folge verließen vier weitere Abgeordnete die Fraktion. Sie vermissen eine klare Distanzierung von radikalen Tendenzen, die es aus ihrer Sicht in der Partei gibt.

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