QUARANTÄNE

Corona-Ausbruch in Flüchtlingsheim bei Schwerin

Am Sonntag dementierte das Innenministerium noch – am Montagabend waren die Tatsachen nicht mehr zu verschweigen: Erneut gibt es etliche Corona-Fälle in Stern-Buchholz.
Erneut im Fokus der Corona-Krise: das Flüchtlingsheim Stern-Buchholz vor den Toren der Landeshauptstadt Schwerin.
Erneut im Fokus der Corona-Krise: das Flüchtlingsheim Stern-Buchholz vor den Toren der Landeshauptstadt Schwerin. Jens Büttner (Archiv)
Schwerin ·

Zum wiederholten Mal gibt es einen Corona-Ausbruch im Erstaufnahmelager Stern-Buchholz vor den Toren der Landeshauptstadt – und zum wiederholten Mal hat es den Anschein, als würde das Innenministerium die Fälle lieber nicht der Öffentlichkeit mitteilen.

Das Innenministerium dementierte erst – und bestätigte dann doch

Als der Nordkurier am Sonntagmittag das Haus von Minister Lorenz Caffier (CDU) mit Informationen konfrontierte, wonach unter den Asylbewerbern Corona-Ausbrüche zu verzeichnen und eine große Anzahl von Bewohnern in Quarantäne wären, hieß es: „Falsch.”

Als der Nordkurier daraufhin am Sonntagabend erneut nachfragte und weitere Einzelheiten zu den Zuständen in Stern-Buchholz nannte, benötigte das Innenministerium zur Antwort den gesamten Montag – und räumte dann ein: Es gibt acht positive Corona-Fälle, die mittlerweile in einer Ausweichunterkunft in Parchim einquartiert sind. Damit nicht genug: Fünf Kontaktpersonen wurden in einer Sonderunterkunft im Landkreis Rostock untergebracht.

Vater und seine Kinder mit Corona infiziert

Und wie kam es zum wiederholten Corona-Ausbruch in Stern-Buchholz? Nach Auskunft aus dem Innenministerium „waren ein Familienvater und seine Kinder bereits als Kontaktpersonen in der Quarantäneunterkunft untergebracht, nach späteren Auftreten von Symptomen wurde eine Corona-Infektion festgestellt, die betroffenen Personen sind dann aus der Quarantäneunterkunft nach Parchim verlegt worden”.

Mehr lesen: Asylbewerber aus Quarantäne bei Schwerin geflüchtet

In Stern Buchholz seien daraufhin vorsorglich Maßnahmen zur Vermeidung von Kontakten unter den Familien mit Kindern eingeleitet worden. Dazu habe der Betreiber der Einrichtung (der Malteserdienst, d. Red.) die betreffenden Familien gebeten, ihre Wohnungen über das Wochenende nicht zu verlassen. Am Montag sei bei den potenziellen Kontaktpersonen ein PCR-Test durchgeführt worden, die Ergebnisse würden bis zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht vorliegen, so das Innenministerium am Montagabend.

Infektionsgefahr in Gemeinschaftsduschen groß

Nach Informationen aus dem Umfeld des Heimes, die dem Nordkurier vorliegen, halten viele Asylbewerber die auferlegten Quarantäne-Regeln nicht ein. „Die spazieren hier kreuz und quer durch die Häuser und übers Gelände”, sagte ein Insider der Einrichtung. Es herrsche das komplette Chaos – zumal die Infektionsgefahr in den gemeinsamen Dusch- und Sanitäranlagen enorm groß sei.

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Kommentare (1)

Keiner ist verantwortlich, aber alle sehen sich beim monatlichen Salär im Recht. Die armen Westdeutschen! Mein Beleid.