Bei der Erfassung der Corona-Patienten soll die Zeit des Faxgerätes nach knapp zwei Jahre Pandemie nun vorbei sein.
Bei der Erfassung der Corona-Patienten soll die Zeit des Faxgerätes nach knapp zwei Jahre Pandemie nun vorbei sein. © HSN  - Fotolia.com/ Stefan Sauer/ Montage: Nordkurier
Pandemie

Corona-Daten – Kliniken in MV schaffen das Fax ab

Über die Corona-Einschränkungen entscheidet vor allem die Zahl der Krankenhausfälle. Die wurde fast zwei Jahre mit gedruckten Formularen erfasst. Ab jetzt soll es digital gehen.
dpa
Greifswald

Die Zahl der in Kliniken behandelten Corona-Patienten wird in Mecklenburg-Vorpommern seit gut zwei Wochen vollständig digital erfasst und steht nach Angaben der federführenden Universitätsmedizin Greifswald (UMG) somit in Echtzeit zur Verfügung. „Wir haben nun eine komfortable, zeitgemäße und landesweit einheitliche Digitallösung“, sagte der UMG-Vorstandsvorsitzende Uwe Reuter am Donnerstag in Greifswald.

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Zwei Jahre Pandemie mit Formularen

Aus der Patientenzahl errechnet sich die Hospitalisierungsinzidenz, die maßgeblich ist für den Umfang der Corona-Schutzmaßnahmen. Als wichtige Marke gelten dabei im Nordosten 9 Klinikeinweisungen je 100 000 Einwohner und Woche, die zuletzt landesweit knapp unterschritten wurde.

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Die nun genutzte Software zur Erfassung der mit Corona-Infektionen in Kliniken eingewiesenen Patienten sei von Ärzten der Unimedizin und Fachleuten aus den Bereichen Logistik und Technik entwickelt worden, hieß es. Sie löse das bisherige Verfahren ab, bei der Ärzte bei der stationären Aufnahme, der Verlegung und Entlassung von Corona-Patienten jeweils neue Formulare ausgefüllt und per Fax weiterleitet hätten.

Kritik am Meldeverzug

Diese althergebrachte Art der Übermittlung von Corona-Daten war in der Vergangenheit mehrfach heftig kritisiert worden und nach Angaben der Unimedizin auch Grund für Meldeverzug und damit nicht aktuelle Datenlagen.

Gesundheitsministerin Stefanie Drese (SPD) habe kurz vor Weihnachten entschieden, dass alle 37 Krankenhäuser im Land, sämtliche Gesundheitsämter und auch das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) die neue Software nutzen, hieß es weiter. Die Daten seien nun über eine Plattform jeweils aktuell abrufbar. Die Kosten dafür habe das Ministerium übernommen. Über die Höhe wurde nichts mitgeteilt.

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