CORONA-MAßNAHMEN

Corona-Demonstranten fordern Runden Tisch mit Schwesig

Eine Stralsunder Initiative kritisiert, dass die Landespolitik in MV die Sorgen der Corona-Demonstranten nicht ernst nimmt und fordert mehr Dialog mit Manuela Schwesig (SPD).
Die Stralsunder Initiative „Sofort zurück zur Demokratie” wünscht sich einen Runden Tisch mit Ministerpr
Die Stralsunder Initiative „Sofort zurück zur Demokratie” wünscht sich einen Runden Tisch mit Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD). Jens Büttner
Stralsund.

In einem offenen Brief an Manuela Schwesig (SPD) fordert die Initiative „Sofort zurück zur Demokratie” einen Runden Tisch mit Bürgerinnen und Bürgern. Dort sollen mit der Ministerpräsidentin Strategien für Mecklenburg-Vorpommern in der fortbestehenden Corona-Krise besprochen werden. Der Verfasser kritisiert dabei besonders die Ankündigung von Innenminister Lorenz Caffier (CDU), dass die Landespolizei auf zukünftigen sogenannten Hygiene-Demos weniger Toleranz gegenüber Verstößen zeigen werde. In seinem Schreiben distanziert er sich außerdem von Rechtsextremisten.

Mindestabstand-Regelungen würden Demonstrieren unmöglich machen

Der Stralsunder Unternehmer Ulrich Langer von der Initiative schreibt, dass bereits vergangenen Montag bei den nicht angemeldeten Corona-Demonstrationen in Stralsund und Rostock „nicht die Täter, sondern die friedlichen Bürger” von der Polizei eingekesselt worden seien. Er kritisiert weiter: „Die Corona-Verordnungen machen Montagsspaziergänge in allen Innenstädten unseres Landes eigentlich unmöglich.” Dabei bezieht er sich auf den Mindestabstand, der sich bei Demonstrationen in z.B. der Stralsunder Fußgängerzone nicht einhalten lasse.

Langer fordert deshalb die Ministerpräsidenten auf, dem Vorbild von Sachsens Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (CDU) zu folgen und das Gespräch mit den Demonstrantinnen und Demonstranten zu suchen. „Ich lade Sie hiermit ein und fordere Sie aber auch auf, endlich mit uns Kontakt aufzunehmen, einen Runden Tisch einzuberufen und mit uns Strategien für dieses Land zu entwickeln [...]."

Distanzierung von Rechtsextremen

In dem Schreiben distanziert sich der Unternehmer von Rechtsextremisten und aggressiven Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Er bekräftigt, dass die Demonstrationen hauptsächlich aus "Ärzten, Bauingenieuren, Steuerberatern, Pädagogen, Rechtsanwälten und ganz normalen Bürgern” bestünden, ohne dabei deren politische Gesinnnung zu nennen. Der Stralsunder wolle verhindern, dass „eine neue Pegidawelle in MV aufkommt und mit unserem hochfundierten Protest vermischt wird”.

Er stellt außerdem die These auf, dass durch die Maskenpflicht Hautkrankheiten ausbrächen und dies durch warme Temperaturen verstärkt würde: „Unsere Ärzte beobachten jetzt schon einen massiven Anstieg von Hautkrankheiten. Interessiert das jemanden?”

Schwedisches Vorbild das richtige?

Langer schreibt, dass die Initiative 15.000 Unterschriften sammeln wolle, die eine Rückkehr in die normale Lebens- und Arbeitswelt bewirken sollen, und lobt dabei die Corona-Regelungen Schwedens. Laut dem Tagesspiegel verzeichnete Schweden am 20. Mai 392 Tote pro eine Million Einwohner, Deutschland hingegen hatte 100 Verstorbene pro eine Million Einwohner. Mehr als die Hälfte aller Todesfälle in Schweden sollen aus Pflegeheimen stammen.

Die Ministerpräsidentin hat sich bisher noch nicht zu diesem offenen Brief geäußert.

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Kommentare (2)

... das sich Schwesig mit den linken und rechten Aluhüten und esoterischen Spinnern zum Dialog trifft. Die heißen bekanntlich Querfront, weil sie das Brett vorm Kopf quer tragen.

Wenn auch etwas polemisch, stimme ich doch völlig zu.
Nach allen Umfragen stimmt eine überwältigende Mehrheit den Regelungen zu, und alle tragen Ihren Teil zur Eindämmung bei. Nur einige Wenige haben ein gesteigertes Geltungsbedürfnis und halten sich wegen der großen medialen Präsenz für ungeheuer wichtig. Ein bisschen Demut und Anstand stände ihnen sehr gut zu Gesicht.
Und auch wenn es bisher im Nordosten mit dem Infektionsgeschehen sehr moderat war: das wird so nicht bleiben! Wenn ganz Deutschland in diesem Jahr im eigenen Land urlaubt, werden auch ach MV viele neue Fälle eingetragen. Damit werden wir alle gut beschäftigt sein, Zeit für runde Tische mit Wichtigtuern wird es dann nicht geben.