Herzlich willkommen! Im Tourismus in Mecklenburg-Vorpommern beginnt die Saison.
Herzlich willkommen! Im Tourismus in Mecklenburg-Vorpommern beginnt die Saison. Jens Büttner
Tourismus

Corona-Pandemie verteuert Urlaub an Ostsee und Seenplatte

202 Tage herrschte Stillstand im MV-Tourismus. Jetzt fährt die Branche wieder hoch. Corona-Regeln und Zwangsschließungen aber belasten die Hotels. Müssen die Gäste dafür jetzt die Zeche zahlen?
Schwerin

Ein Doppelzimmer in Warnemünde, auf Rügen oder Usedom für 300 Euro pro Nacht? Im selbsternannten Tourismusland Nummer 1 ist eine Debatte über vermeintlich zu hohe Preise in der jetzt anstehenden Sommersaison entbrannt. Motto: Die Tourismusbranche war aufgrund der Corona-Pandemie sieben Monate lang zwangsgeschlossen – jetzt sollen die leeren Kassen möglichst schnell wieder gefüllt werden.

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Lars Schwarz, Präsident des Hotel- und Gaststättenverbandes in MV (Dehoga), mahnt zu Fingerspitzengefühl bei der Preiskalkulation. „Auf der einen Seite gibt es natürlich in vielen Unternehmen Liquiditätsprobleme. Allein schon deshalb stehen wir vor einer überlebenswichtigen Saison. Und in der Hauptsaison sind die Preise nun mal am höchsten.“ Schwarz ergänzt: „Es gibt Unternehmen, die haben in der Pandemie in ihre Häuser investiert, um einen Qualitätssprung zu machen. Das alles hat Geld gekostet.“ Auch die Hygieneregelungen trieben die Kosten – und damit wohl auch die Preise in die Höhe.

Angebote dürfen nicht verramscht werden

Andererseits sei die Preisgestaltung enorm flexibel. Es müsse jederzeit auf die Nachfrage reagiert werden. Oftmals gebe es tagesaktuelle Preise. „Die Zeiten, in denen ein Landgasthof sich im Herbst hinsetzt und die Preise für das nächste Jahr festlegt, sind längst vorbei. Wichtig ist in MV, dass wir genügend Selbstbewusstsein haben und unsere Angebote nicht verramschen“, betont Schwarz. Viele Hoteliers und Gastronomen sollten sich trauen, für gute und regionale Produkte auch vernünftige Preise zu verlangen. Schwarz hat dabei vor allem Angebote im Binnenland in Verbindung mit Busreisen und Unterkünften im Blick, wo ihm die Preise ab und an zu niedrig seien.

Gleichzeitig appelliert der Landestourismusverband aber auch an die eigene Branche, in der bevorstehenden Saison auf größere Zuschläge zu verzichten. „Es ist eine Gratwanderung“, sagt Geschäftsführer Tobias Woitendorf. Die Gäste dürften auch nicht überstrapaziert werden und gegebenenfalls verloren gehen.

Fast schon Erpressung

Der Dehoga-Chef erinnert an einen weiteren Aspekt: „Hotels müssen an Buchungsportale hohe Provisionen von 18, 20 ja sogar 25 Prozent zahlen. Wer seine Angebote nicht auf diese Buchungsportale stellt, wird bei späteren Abfragen unsichtbar gemacht. Das hat schon fast Züge von Erpressung.“

Aufgrund dieser komplexen Gemengelage sei es wichtig, für jeden Geldbeutel etwas im Angebot zu machen. „Wir müssen sowohl die Familie mit kleinerem Budget als auch die finanziell gut situierten Gäste in der ersten Hotelreihe bedienen“, stellt Schwarz klar. Grundsätzlich aber seien Preisanhebungen normal.

Laut statistischen Erhebungen aus der Tourismusforschung habe es in Deutschland bei den durchschnittlichen Reiseausgaben im Inland von 2019 auf 2020 ein Plus von gut 35 Euro pro Person und Reise sowie ein Plus von vier Euro pro Person und Tag gegeben. Im Oktober 2020 habe es in Ostseebädern einzelne Ausschläge bei den Hotelzimmerpreisen von mehr als 50 Prozent gegeben. Allerdings sei das Niveau zwischen den Jahren 2016 bis 2019 relativ stabil geblieben.

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