Ministerin auf Twitter

Corona-Statements von Simone Oldenburg in der Kritik

Die neue MV-Bildungsministerin Simone Oldenburg (Die Linke) bekommt wegen zweier Tweets zum Corona-Infektionsgeschehen in den Schulen mächtig Gegenwind.
MV-Bildungsministerin Simone Oldenburg (Die Linke) ist wegen zweier Tweets in die Kritik geraten.
MV-Bildungsministerin Simone Oldenburg (Die Linke) ist wegen zweier Tweets in die Kritik geraten. ZVG / Staatskanzlei
Schwerin

„Kein Ort ist so sicher wie die Schulen. Es ist bewiesen, dass die Infektionsrate in der Häuslichkeit vier bis sechs Mal höher ist als in der Schule”, behauptete Simone Oldenburg am Mittwoch auf Twitter. Die Bildungsministerin von Mecklenburg-Vorpommern wollte damit begründen, warum die Schulen trotz der steigenden Infektionszahlen geöffnet bleiben. Bekommen hat sie damit jedoch vor allem jede Menge Aufmerksamkeit bei dem Kurznachrichtendienst – und zwar vor allem negative.

„Es wenig hilfreich, wenn die stellvertretende Ministerpräsidentin in öffentlichen Aussagen mit Daten hantiert, die der Pressemitteilung ihres eigenen Bildungsministeriums vom selben Tag widersprechen”, formulierte es Jutta Wegner, bildungspolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion im Landtag, am nächsten Tag noch vergleichsweise höflich. Mehr als 1000 Mal wurde das Statement kommentiert, fast ausnahmslos ablehnend.

Hohe Infektionszahlen bei Kindern

Wenig nützlich war es dann auch, dass Simone Oldenburg versuchte, ihre Aussage noch zu erläutern. „Die Zahlen erscheinen hoch, weil die Anzahl der Kinder und Jugendlichen insgesamt klein ist”, schrieb die Ministerin, was den Eindruck entstehen lässt, als meine sie die Inzidenz-Zahlen. Die sind allerdings relative Werte und stets vergleichbar – egal, ob die Gesamtmenge (zum Beispiel eben von Kindern und Jugendlichen) klein oder groß ist.

Grünen-Expertin Wegner legte in ihrer Kritik noch nach. „Es erschließt sich auch nicht, woher genau die von der Ministerin verwendeten Werte der Infizierten unter den Schüler*innen kommen. In der Altersgruppe von sechs bis 16 Jahren beträgt die Infektionsrate in der letzten Woche nach LaGuS (Landesamt für Gesundheit und Soziales) und RKI circa ein Prozent, was in etwa dem Doppelten bzw. Dreifachen der von Ministerin Oldenburg genannten Daten (0,3 bzw. 0,5 Prozent) entspricht.”

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Den Daten sei zu entnehmen, so Wegner, dass die Infektionszahlen in der Altersgruppe zwischen 6 und 16 Jahren in MV etwa dreimal so hoch liegt wie bei den restlichen Altersgruppen. „Angesichts dieser Tatsache ist es vollkommen abwegig, davon zu sprechen, dass kein Ort sicherer sei, als die Schulen. Genau deshalb ist es auch sinnvoll, dass die Schulen über Weihnachten über zwei Wochen geschlossen sind.”

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