Trotz weniger durchgeführter Tests sollen die Angebote in Vorpommern und der Seenplatte zunächst bestehen bleiben.
Trotz weniger durchgeführter Tests sollen die Angebote in Vorpommern und der Seenplatte zunächst bestehen bleiben. Christoph Soeder
Pandemie

Corona-Tests soll es trotz Lockerungen weiter geben

Schon vor Ende der 3G-Regel wird in einigen Corona-Teststellen eine gewisse Testmüdigkeit wahrgenommen. Die Angebote sollen aber bestehen bleiben.
Vorpommern

Ab Gründonnerstag dürfen selbst Ungeimpfte hierzulande auf einen Corona-Test für den Besuch eines Restaurants oder Theaters verzichten. Doch schon jetzt ist die Test-Nachfrage in der Region zum Teil deutlich zurückgegangen. So berichtet etwa Florian Köster von der Cothenius-Apotheke in Anklam, dass das Interesse an Corona-Tests „rapide abgenommen“ hat. In jüngerer Vergangenheit zählte sein Team noch 100 bis 150 Tests täglich. Mittlerweile würden sich in seiner Teststelle im Volkshaus nur 75 bis 100 Menschen pro Tag testen lassen.

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Und Köster rechnet mit einer weiteren Reduzierung nach der Aufhebung der 3G-Regel. Solange das Angebot aber angenommen werde, solle es aufrechterhalten bleiben. Denn noch ist offenbar Bedarf da. Gerade von der älteren Bevölkerung würden die Möglichkeiten für die Freitestung oder die Gewissheit, nicht infiziert zu sein und keine Familienmitglieder oder Bekannte anzustecken, genutzt, so Köster. Nicht zuletzt müssten sich die Menschen noch für einige Veranstaltungen testen lassen.

Testangebot bleibt erhalten

In der Teststation hinter der Pommern-Apotheke in Demmin zum Beispiel haben sich die Testzahlen etwa schon innerhalb der vergangenen zwei Wochen halbiert, wie Martin Wetzel dem Nordkurier auf Anfrage mitteilte. „Wir können den Rückgang beobachten und freuen uns dann irgendwann auf testfreie Sommermonate.“

 

 

Dennoch soll der Service zunächst nicht eingestellt werden. „Unser Testangebot bleibt erhalten, bis uns niemand mehr benötigt“, verspricht der Apotheker. Schließlich werde für die Teststation kein zusätzliches Personal gebraucht. Auch müssten keine weiteren Räume angemietet werden. „Wir sind recht flexibel aufgestellt“, so Wetzel.

Am meisten Infektionen in Greifswald

In der Verwaltung des Landkreises Vorpommern-Greifswald waren mit Stand Dienstag immerhin noch 95 Teststellen gelistet, fast 20 mehr als im flächenmäßig größeren Nachbarlandkreis Mecklenburgische Seenplatte. Schätzungen über die Gesamtzahl an Testungen in den vergangenen Wochen kann die Behörde nicht liefern. In der Regel werde das Gesundheitsamt nur über positive Testungen informiert. Laut Kreissprecher Achim Froitzheim ist es allerdings auch nach Wegfall der gesetzlichen Vorschrift ratsam, vor dem Besuch von Veranstaltungen freiwillig einen Corona-Test zu machen. „Damit zeigt man Verantwortung.“

 

Immerhin bewegt sich das Infektionsgeschehen noch immer auf einem recht hohen Niveau, auch wenn die Inzidenz im Kreis nur noch etwa halb so hoch liegt wie vor zwei Wochen. Laut einer Übersicht aus der Kreisverwaltung steckten sich in der vergangenen Woche in allen Ämtern des Landkreises immer noch mehrere Dutzend Menschen mit Covid-19 an. Zumindest rutschte die Inzidenz in knapp der Hälfte der Städte und Ämter inzwischen aber unter den Wert 1000. Mit knapp 750 Ansteckungen wies die Kreisstadt Greifswald erneut einen der höchsten Werte auf. Auf den Intensivstationen in Vorpommern-Greifswald hat sich die Situation derweil nur wenig verändert. Am Dienstag waren laut DIVI-Intensivregister 22 Menschen mit Covid-19 im Landkreis in intensivmedizinischer Behandlung. Acht mussten beatmet werden. Seit dem Wochenende hatten sich diese Zahlen kaum geändert.

77 Teststellen in der Seenplatte

Vorige Woche wurden nach Schätzungen der Kreisverwaltung immerhin noch 43.000 Schnelltests im ganzen Landkreis in Anspruch genommen. Gestern waren auf Internetseite des Kreises 77 Teststellen gelistet. Die Zahl der Stationen schwankte im Verlauf der Pandemie deutlich. Zeitweise gab es gar rund 90 Teststellen, vorübergehend aber auch nur 36, als es für den Bürger kostenpflichtig war.

 

 

Nach Angaben der Verwaltung muss niemand auf eine gewünschte Absicherung über Tests verzichten. „Grundsätzlich gibt es die Möglichkeit bei Wegfall der verpflichtenden 3G-Regelung, dass die Bürgerinnen und Bürger vor einem Treffen mit Familie oder Freunden freiwillig einen Test durchführen lassen. Dies ermöglicht, die Ausbreitung des Corona-Virus weiterhin zu verhindern“, heißt es aus dem Seenplatten-Landratsamt.

Acht Patienten auf der ITS

Das Infektionsgeschehen in der Seenplatte bewegt sich nämlich weiterhin auf einem recht hohen Niveau. Laut Übersicht aus der Kreisverwaltung steckten sich in der vergangenen Woche in allen Ämtern mindestens mehrere Dutzend Menschen mit Covid-19 an. Keine Region hatte eine Inzidenz unter 1000. Extreme Ausreißer mit auffällig weniger oder mehr Infektionen als der Durchschnitt gab es zuletzt kaum.

Auf den Intensivstationen in der Mecklenburgischen Seenplatte hat sich die Situation nur wenig verändert. Am Dienstag waren laut DIVI-Intensivregister acht Menschen mit Covid-19 im Landkreis in intensivmedizinischer Behandlung. Zwei mussten beatmet werden. Seit Sonntag hatten sich diese Zahlen nicht geändert.

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