Kräftiger Wind verscheuchte die meisten Spaziergänger am Samstag vom Strand in Ahlbeck auf der Insel Usedom –
Kräftiger Wind verscheuchte die meisten Spaziergänger am Samstag vom Strand in Ahlbeck auf der Insel Usedom – aber die Urlauber dürfen wieder nach MV kommen. Jens Büttner
Immer mehr Menschen in Mecklenburg-Vorpommern sind gegen das Corona-Virus geimpft. (Symbolbild)
Immer mehr Menschen in Mecklenburg-Vorpommern sind gegen das Corona-Virus geimpft. (Symbolbild) Gregor Fischer
Pandemie

Coronafreies Mecklenburg-Vorpommern rückt näher

Die Corona-Zahlen in MV sinken weiter, am Sonntag wurde nur ein neuer Fall registriert. Und doch drohen neue Probleme, vor allem im Gastgewerbe.
Schwerin

Mecklenburg-Vorpommern kämpft sich immer näher an sein Ziel heran coronafrei zu werden. Am Sonntag wurde lediglich eine einzige Corona-Neuinfektionen registriert, wie das Landesamt für Gesundheit und Soziales mitteilte. Das seien zehn weniger als vor einer Woche und neun weniger als am Samstag.

Die Sieben-Tage-Inzidenz sank am Sonntag um 0,1 auf 4,8. Das ist nach Angaben des Robert Koch-Instituts der bundesweit niedrigste Wert eines Bundeslandes. Vor einer Woche hatte die Zahl der Infizierten pro 100.000 Einwohner und Woche noch bei 8,6 gelegen. Am Wochenende fallen die Corona-Zahlen jedoch meist niedriger als unter der Woche aus, da nicht überall getestet wird bzw. die Daten erst zu Wochenbeginn übermittelt werden.

Mehr dazu lesen Sie hier: Ein neuer Corona-Fall am Sonntag in MV – Inzidenz sinkt weiter

Benachteiligung des Religionsunterrichts

Der Bischof im Sprengel Mecklenburg und Pommern der Nordkirche, Tilman Jeremias, beklagte unterdessen eine Benachteiligung des Religionsunterrichts in der Corona-Krise. „Religion kann pausieren, hieß es. Ich würde dagegenhalten: Nie war Religionsunterricht wichtiger, denn er als erster ist Ort, wo verunsicherte und mehr und mehr traumatisierte Schülerinnen und Schüler Raum und offene Ohren für ihre bedrängende Situation finden”, sagte er bei einem Gottesdienst für Religionslehrkräfte am Sonntag in Verchen am Kummerower See (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte).

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Die Vorsitzende des Religionslehrerverbands Mecklenburg-Vorpommern, Anne Merkel, betonte, Religionsunterricht sei mehr als ein Schulfach. „Die Schülerinnen und Schüler erleben im Religionsunterricht, akzeptiert zu werden, so wie sie sind – unabhängig davon, wie sie aussehen, wie ihre Beliebtheit ist oder ihre Schulnoten sind.” Im Nordosten besuchen etwa 40 Prozent aller Schülerinnen und Schüler bis zur 10. Klasse den Religionsunterricht, in den höheren Klassen seien es knapp 50 Prozent – wobei die wenigsten getauft seien.

Made with Flourish

 

Fachkräftemangel im Gastgewerbe

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) warnte angesichts des immer größer werdenden Fachkräftemangels im Gastgewerbe vor einem Kollaps. „Wenn die Branche nicht rasch gegensteuert, könnte der von vielen Menschen lang ersehnte Urlaub oder Restaurantbesuch am Personalmangel scheitern”, sagte NGG-Landesgeschäftsführer Jörg Dahms dem „Nordkurier” (Sonntag). Das Gastgewerbe verliere seit Beginn der Corona-Pandemie immer mehr Beschäftigte. „Dringend gebrauchte qualifizierte Kräfte sind in andere Branchen abgewandert.”

Grund sei, dass Beschäftigte angesichts niedriger Löhne im Hotel- und Gaststättengewerbe selbst mit 80 Prozent des Kurzarbeitergeldes nicht über die Runden kämen und sich beruflich umorientierten. So bekomme eine gelernte Köchin im Nordosten nur 10,49 Euro pro Stunde, ungelernte Kräfte lägen bei 9,79 Euro pro Stunde. „Schon vor Corona waren die Arbeitsbedingungen im Gastgewerbe alles andere als rosig”, sagte Dahms. Viele Betriebe hätten es versäumt, die Arbeit attraktiver zu machen. „Das rächt sich jetzt.”

Hinweis: Hier finden Sie unseren ausführlichen Artikel zu diesem Thema mit weiteren Einschätzungen von Dahms und Forderungen, die er daraus ableitet.

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