Kampagne für Medizinier

Cottbus will Ärzte aus Greifswald in die Lausitz locken

Das Carl-Thiem-Klinikum hat angesichts des Personalmangels eine ungewöhnliche Werbekampagne gestartet, bei der sogar ein Wolf mitspielt.
Die Landwirte werden über dieses Plakat der Kampagne wohl kaum schmunzeln können.
Die Landwirte werden über dieses Plakat der Kampagne wohl kaum schmunzeln können. Foto: Carl-Thiem-Klinikum Cottbus
Mit der Kampagne will das Klinikum auch in Greifswald Medizinernachwuchs werben.
Mit der Kampagne will das Klinikum auch in Greifswald Medizinernachwuchs werben. Klinikum Cottbus
Natürlich darf auch die Spreewald-Gurke nicht fehlen.
Natürlich darf auch die Spreewald-Gurke nicht fehlen. Klinikum Cottbus
Cottbus

Vor einem Fachwerkhaus sitzen vier Mediziner. In der Hand halten sie Spreewaldgurken. Dazu zeigt das Motiv den Werbeslogan „Auf nach Cottbus. Wer traut sich? Weil wir hier keine Gurkentruppe sind. Auch wenn es bei uns die sauersten Spreewaldgurken gibt.“ Auf einem anderen Plakat stehen zwei Ärzte vor einer Weide mit einem Wolf. Der Slogan: „Mach es wie der Wolf. Komm in die Lausitz. Und bring Dein Rudel gleich mit.“

Mit einer eher ungewöhnlichen Werbekampagne in Universitätsstädten wie Göttingen oder Greifswald will das Cottbuser Carl-Thiem-Klinikum dem Ärztemangel in der Region entgegentreten. „Es gibt Bereiche, da bekommen wir keine Ärzte nach Cottbus“, sagte der Geschäftsführer des CTK, Dr. Götz Brodermann, gestern auf Nachfrage. „Wir haben bereits sehr viel Kraft investiert, um unser Ärzteteam in der Kardiologie zu vergrößern, ebenso das in der Notaufnahme und der Psychiatrie – aber es fehlen einfach die Bewerber.“

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Das Carl-Thiem-Klinikum ist nach eigener Darstellung „ein Haus der Schwerpunktversorgung mit dem Anspruch eines Maximalversorgers“. Das über 1203 Betten und etwa 2500 Mitarbeiter verfügende Haus hat unter anderem eine „Chest Pain Unit“ (Diagnostik- und Therapieeinheit zur Versorgung von Patienten mit akuten Brustschmerzen) sowie eine auf Schlaganfall spezialisierte „Stroke Unit“. Zudem ist es eines von lediglich zwei Krankenhäusern in Brandenburg mit einem Perinatalzentrum zur Versorgung Frühgeborener. Es soll zudem das Universitätsklinikum der in Cottbus geplanten medizinischen Fakultät werden. „Wir müssen uns hinter anderen Kliniken nicht verstecken“, sagte Brodermann. Doch auch wenn die Klinik bundesweit um Mediziner werbe, kämen zu wenig Bewerber.

„Ein Grund könnte das in Teilen doch negative Image der Region bundesweit sein“, sagt Brodermann. Die Region liege fast in Polen, mitten im Kohleabbaugebiet, so die Vorurteile. „Hinzu kamen die negativen ausländerfeindlichen Schlagzeilen aus Cottbus, vor allem im Zusammenhang mit der Flüchtlingskrise“.

Mit der Kampagne wolle man zeigen, dass Cottbus und die Lausitz liebens- und lebenswert seien. Die Region werde durch den Ausstieg aus der Braunkohleverstromung nicht nur einen wirtschaftlichen Wandel meistern, sondern sich auch landschaftlich ein neues Gesicht geben.

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Kommentare (8)

Direkt auch gleich für die Ecken in MV wo auch keiner hinmöchte - Tierärzte, Augenärzte, Hautärzte, Orthopäden - traut euch!
Gute Arbeit muss gut bezahlt werden- in der Lausitz und auch in allen anderen Orten - wer gute Bedingungen hat, fühlt sich wohl und bleibt…

Ihr dummen Afder....
Lieber mal Medizin studieren und zuhause Arzt bleiben, als besoffen ausländerfeindliche Parolen zu grölen.
Dafür müsste man natürlich erstmal die Schule besuchen....
Spinnerbande

das die Rechten dem schönen Cottbus verpasst haben, wird man so schnell nicht mehr los.

Wer wie das Flächenland Brandenburg seit 30 Jahren keine Mediziner ausbildet, braucht sich nicht zu wundern, dass es irgendwann eng wird und niemand sich findet.

vor allem die aus dem Westen, die sämtliche Posten besetzt haben und nehmt auch den Reisinger, der ist zwar an der Klinik in Rostock, aber ein Doktor, der so schnell nicht wieder zu finden ist, auch den Kaderali, der mit der Glaskugel und die aus der Zahnklinik, spezialisiert auf Wurzelbehandlungen.
In Greifswald nur nicht widersprechen und nichts kritisieren, was das Geschäft vermiest:

Kritik an Zahnspange unerwünscht:
Fast die Hälfte aller Kinder und Jugendlichen wird von Kieferorthopäden behandelt, doch der Nutzen ist fraglich. Ein Forscher der Uni Greifswald hatte dies in einem Fachaufsatz thematisiert - und hat nun keine Stelle mehr.

Ein wissenschaftlicher Artikel in einer medizinischen Fachzeitschrift hat ihn vielleicht seinen Job gekostet. Die Freiheit von Wissenschaft, Forschung und Lehre ist in Deutschland ein Grundrecht, doch in der Kieferorthopädie wird gerade mit harten Bandagen gekämpft. Alexander Spassov, bis September 2014 wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Poliklinik für Kieferorthopädie der Universitätsmedizin Greifswald, hat die medizinische Berechtigung für kieferorthopädische Therapien untersucht - ein Minenfeld.

Denn die Verbandsfunktionäre der deutschen Kieferorthopädie wehren sich mit Händen und Füßen gegen eine Debatte um den Nutzen von Zahnspangen. Schließlich werden fast 50 Prozent der Kinder und Jugendlichen behandelt, es geht also auch um die wirtschaftlichen Interessen von rund 3.000 Kieferorthopäden in Deutschland.

Alexander Spassov hat in einem Fachartikel mit Kollegen internationale Forschungsergebnisse zusammengetragen, die zeigen, auf welch tönernen Füßen die kieferorthopädische Praxis in Deutschland steht: Obwohl die Spezialisten ihre Tätigkeit meist damit begründen, dass bestimmte Abweichungen von Zahn- oder Kieferstellungen die Mundgesundheit und die Funktionsfähigkeit des Gebisses gefährden, lasse sich das wissenschaftlich nicht nachweisen.

Arbeitsverhältnis "regulär beendet"

Spassovs Schlussfolgerung: Die bloße Existenz von Kiefer- oder Zahnfehlstellungen sei keine legitime Begründung für eine kieferorthopädische Therapie, "da deren Konsequenzen für die orale Gesundheit unklarer beziehungsweise eher spekulativer Natur sind".

Das rüttelt an den Grundfesten der Kieferorthopädie. Spassov vermutet, dass dieser Artikel der Grund dafür ist, dass er nun nicht mehr in der Poliklinik für Kieferorthopädie Greifswald arbeiten darf. Sein Artikel war am 4. März 2014 im Fachblatt "Ethik der Medizin" erschienen. Am 22. März schickte die Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Kieferorthopädie (DGKFO) eine E-Mail an den Direktor der Poliklinik, Karl-Friedrich Krey.

Zwei Tage später, am 24. März, erließ Krey "aufgrund aktueller Vorkommnisse" die Dienstanweisung, dass ihm "sämtliche Veröffentlichungen vor dem Einreichen" vorzulegen seien. Als sich die Landesregierung einschaltete, nahm der Direktor die Anweisung wieder zurück. Spassovs bis zum 30. September 2014 befristeter Vertrag jedoch wurde nicht verlängert, trotz laufender Lehrtätigkeit und angestrebter Habilitation und obwohl ihm eine Verlängerung zumindest mündlich in Aussicht gestellt worden war. So berichtet es Spassov. Er bewarb sich auf eine in der Poliklinik ausgeschriebene Stelle, wurde aber nicht berücksichtigt.

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Das Arbeitsverhältnis sei mit Ablauf der Befristung "regulär beendet" worden, teilte die Universitätsmedizin Greifswald mit. Weitere Angaben zur Person Spassovs wollte die Universität wegen eines laufenden Rechtsstreits nicht machen.

Sind schiefe Zähne eine Krankheit?

Geschah all dies auf Druck der Deutschen Gesellschaft für Kieferorthopädie? Deren Präsidentin Ursula Hirschfelder bestätigt gegenüber SPIEGEL ONLINE, dass sie Direktor Krey eine E-Mail geschrieben hat. Sie habe ihn darin über einen Fachartikel von Spassov informiert. "Richtig ist auch, dass ich die Veröffentlichung von Herrn Dr. Spassov kritisiert habe." Sie halte dessen Feststellung, dass Kiefer- und Zahnfehlstellungen keine Krankheit darstellten und deshalb keine Behandlung erforderten, für "äußerst problematisch". Das widerspreche der "national und international herrschenden Einschätzung".

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Tatsächlich basiert das Behandlungskonzept der deutschen Kieferorthopäden auf einem Urteil des Bundessozialgerichtes, mit dem Kiefer- oder Zahnstellungs-Anomalien seit 1972 als Krankheit gelten. Maßgeblich ist dabei die mögliche zukünftige Schädigung des Gebisses, auch ohne Schmerzen und Beschwerden. Laut Gesetz über die Ausübung der Zahnheilkunde ist denn auch "jede von der Norm abweichende Erscheinung" als Krankheit anzusehen.

Doch das wird seit Längerem infrage gestellt. Da kaum ein Mensch von Natur aus das in der Kieferorthopädie angestrebte ideale Gebiss habe, könne ein solches Ideal nicht als Grundlage für eine Therapieentscheidung gelten, kritisiert etwa Jens Türp, Sprecher des Fachbereichs Zahnmedizin im Deutschen Netzwerk Evidenzbasierte Medizin. Die Zahnärzteschaft müsse sich dringend mit dem Krankheitsbegriff auseinandersetzen.

Nutzen umstritten

Dass die Datenlage zum Versorgungsbedarf und zum Verhältnis von Kosten und Nutzen in der Kieferorthopädie dürftig ist, bemängelte bereits 2001 der "Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen" und 2008 das Deutsche Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI).

Wurde nun in Greifswald ein kritischer Geist abgestraft? Der Vorgang hinterlasse Fragezeichen, sagt Türp. Spassov sei einer der wenigen deutschsprachigen Zahnmediziner, der Dogmen und eingefahrene Vorgehensweisen hinterfrage. Dass dies "nicht immer auf Gegenliebe" stoße, so Türp, wisse er aus eigener Erfahrung.

Auch Henning Madsen, niedergelassener Kieferorthopäde aus Ludwigshafen, bekommt immer wieder Druck zu spüren. Seit Jahren befasst er sich mit der Evidenz in seinem Fach - also mit der Frage, welche Belege aus hochwertigen wissenschaftlichen Studien vorliegen. Seine Bilanz ist niederschmetternd: Eine kieferorthopädische Behandlung mag ästhetische Vorteile bringen - einen gesundheitlichen Nutzen hat sie im Normalfall nicht.

Die internationale Forschung, sagt Madsen, "sieht keine oder nur eine schwache Wechselbeziehung zwischen kieferorthopädischen Behandlungen und der Gesundheit". Nur in Deutschland wolle das niemand hören. Dabei sprenge der deutsche Versorgungsgrad in der Kieferorthopädie jeden internationalen Rahmen. "Es muss die Frage erlaubt sein, in welchem Ausmaß die Kieferorthopädie als öffentliche Gesundheitsleistung gerechtfertigt ist."

Alexander Spassov wehrt sich vor dem Arbeitsgericht Stralsund gegen die Nichtberücksichtigung seiner Bewerbung. Eine Entscheidung wird Mitte Juni erwartet. Der "Widerstand gegen wissenschaftliche Erkenntnisse" gefährde die Gesundheit der Patienten, die sich im guten Glauben an gesundheitlichen Nutzen kieferorthopädisch behandeln ließen, kritisiert Spassov. "Wir müssen das endlich thematisieren. Wer möchte, kann ja weiterhin Zähne begradigen lassen, etwa aus Gründen der Ästhetik und der Lebensqualität."

Nachtrag der Redaktion, 18. Juni 2015: Am 17. Juni 2015 legte die Richterin Alexander Spassov als Kläger die Rücknahme seiner Klage nahe. Dieser willigte ein. Strittige Details der Stellenausschreibung wurden vor Gericht nicht thematisiert.

https://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/zahnspange-kritik-an-kieferorthopaedie-unerwuenscht-a-1037018.html

Asymmetrien bei der Einschätzung des kieferorthopädischen Behandlungsbedarfs
Kieferorthopädische Praxis und kieferorthopädische Normen im Spannungsfeld der Interessen von Patient, Arzt und Gesellschaft

Zusammenfassung
Während der größte Teil der Bevölkerung die kieferorthopädische Therapie, also die Veränderung der Zahn- bzw. Kieferstellung, als eine Behandlung betrachtet, die vor allem auf eine Verbesserung des Erscheinungsbildes zielt, sehen der kieferorthopädische und zahnärztliche Berufsstand sowie auch private und öffentliche Kostenträger in bestimmten Abweichungen von Zahn- oder Kieferstellungen eine Gefährdung der oralen Gesundheit und der Funktionsfähigkeit des Gebisses. Letztere Auffassung bestimmt das ärztliche Handeln in der Kieferorthopädie und begründet auch die Übernahme zumindest bestimmter Leistungen durch die gesetzlichen Krankenkassen. Anhand aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse lassen sich jedoch in vielen Fällen keine (akuten oder potentiellen) gesundheitlichen oder essentiellen funktionellen Beeinträchtigungen und Risiken abweichender Zahnstellungen nachweisen. Ziel dieses Aufsatzes ist es, diesem Widerspruch nachzugehen. Im Folgenden werden wir aufzeigen, welche Faktoren die Anbieter kieferorthopädischer Leistungen beeinflussen, welches die entscheidenden Gründe und Grundlagen für die Behandlung sind und an welchen Kriterien sich die Leistungsübernahme durch die Krankenkassen orientiert. Dabei wird deutlich werden, dass die formalen Kriterien von Behandlung und Kostenübernahme, die tatsächliche Behandlungs- und Kostenerstattungspraxis, die Erwartungen derjenigen, die Behandlungsleistungen in Anspruch nehmen und der aktuelle Stand der Forschung zu erwartbaren Funktionsbeeinträchtigungen durch Zahnstellungsvariationen nicht zwanglos zu vereinbaren sind. Erforderlich erscheint ein interdisziplinärer normativer Diskurs über die Frage, wie die diagnostizierten Spannungen aufzulösen wären. Als Anregung für einen solchen Diskurs werden wir im Ausblick alternative Lösungsstrategien vorstellen.

https://link.springer.com/article/10.1007/s00481-014-0293-9

daß ich als Patient oder als Mensch kaum noch einem Arzt vertrauen kann..

interessant, aber ein bisschen am Thema vorbei.

....die großen Kliniken sollen es richten.

Hier mal einer meiner Liebelingsärzte, der sagt, was hier schief läuft:

Kinderarzt Eugen Janzen spricht Klartext über die Probleme im Gesundheitssystem und äußert seine Verbesserungsvorschläge an Herrn Spahn.

Ich habe nur ein paar kleine Beispiele genannt, welche zeigen sollten wie marode das ganze System ist, zumindest aus meiner Sicht als Kinderarzt. Ich konnte allein aus pädiatrischer Sicht tagelang über die Missstände und absurde Regeln und Gesetze reden. In den anderen Bereichen der Medizin sieht es auch nicht besser aus. Und das ist nur Bereich Medizin. Werden die Menschen irgendwann die Nase voll davon haben und versuchen etwas für die Zukunft der Kinder zum positiven zu verändern? Oder werden Brot und Spiele noch hunderte Jahre erfolgreich funktionieren? Wir haben es einfach zu bequem in Deutschland und deshalb jammern die meisten Menschen, wenn überhaupt auf ihrer Couch mit Glas Wein vor der 65 Zoll Propaganda Glötze. Erkennt Ihr nicht wohin die Reise geht und was für giftige Menschen über die Zukunft eurer Kinder entscheiden oder seid Ihr alle damit einverstanden, was Markus Söder sagt und denkt?

https://www.youtube.com/watch?v=vZllsPV-KWw