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Dänemark wartet auf Rostocker Eisbär Lars

Eisbär Lars soll dazu beitragen, dass die Populationen in den Zoos stabil bleiben.
Eisbär Lars soll dazu beitragen, dass die Populationen in den Zoos stabil bleiben.
Bernd Wüstneck

Nun heißt es Abschied nehmen: Nach Stationen in München, Berlin, Wuppertal und MV geht es für das große weiße Tier nun nach Aalborg. Allerdings ist es nicht unproblematisch, einen 320 Kilo schweren Bär auf Reisen zu schicken.

Gemischte Gefühle im Rostocker Zoo: große Freude über den knuddeligen Eisbärnachwuchs und dessen Taufe am Dienstag, Traurigkeit über den nahen Abschied von Eisbärpapa Lars am Mittwoch. Die Anlage ist marode und zu klein für gleich vier der weltgrößten Landraubtiere. Derzeit laufen die Planungen für das knapp zehn Millionen Euro teure „Polarium“. Dort sollen ab 2017 die Eisbärdamen Vienna und Vilma sowie ihr heute noch namenloses Junges wohnen.

Der Umzug nach Aalborg (Dänemark) vom Papa des berühmten Berliner Bären „Knut“ sei keine Routine und werde bis ins letzte Detail geplant, berichtete Zookuratorin Antje Zimmermann. Leider gebe es im Zoo keinen Platz, um die Transportkiste aufzustellen und Lars daran zu gewöhnen. Auf größeren Anlagen könnten die Tiere mit Futter in die Kiste gelockt und davon überzeugt werden, dass für sie darin keine Gefahr droht.

Fahrt nach Dänemark unter Vollnarkose

So gehe es nach einer Untersuchung durch einen Amtsveterinär nicht ohne eine kurzzeitige Vollnarkose, sagte Zimmermann. Mit Begleitung von Pflegern folgt dann für den mit 320 Kilo vergleichsweise kleinen Bären die Reise nach Dänemark. Doch Lars kennt das schon. Er wurde im Dezember 1993 in München geboren, war dann von 1999 an zehn Jahre lang in Berlin, bevor er über Wuppertal nach Rostock kam.

Eisbären gehören nach Worten des Kölner Zoochefs und Präsidenten des Verbands Deutscher Zoodirektoren, Theo Pagel, zu den rund 50 Tierarten im Europäischen Erhaltungszuchtprogramm. Darin wird unter anderem geprüft, welche Tiere aufgrund ihrer Genetik am besten zueinanderpassen und „deshalb miteinander verheiratet werden sollten“. Für die Transporte vom Zierfisch bis zum Elefanten gebe es strenge Vorschriften. Die Zoos würden die Tiere in Eigenverantwortung transportieren, es gebe aber auch spezialisierte Speditionen.

Für Kuratorin Zimmermann ist der Austausch von Tieren unter den Zoos mit Blick auf die Gefährdung der Tiere in der Natur und geringer Zuchterfolge in den Tiergärten von großer Bedeutung. „So soll erreicht werden, dass die Populationen in den Zoos stabiler werden.“ Inzucht solle vermindert werden, indem das Optimum aus dem vorhandenen Genpool geholt werde. „Wir können uns die Tiere nicht aus der Wildnis holen“, so Zimmermann.