SCHWESIG ÜBERZEUGT

Darum hat MV so wenig Corona-Fälle

Rund 1000 Menschen haben sich in MV seit März mit dem Coronavirus infiziert. Das ist die geringste Infektionsquote bundesweit. Alles andere als ein Selbstläufer, sagt Ministerpräsidentin Manuela Schwesig.
dpa
Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) zieht eine Zwischenbilanz zu den Corona-Maßnahmen im Land seit Anfang M&
Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) zieht eine Zwischenbilanz zu den Corona-Maßnahmen im Land seit Anfang März. Jens Büttner
Schwerin.

Die beständig niedrigen Corona-Fallzahlen in Mecklenburg-Vorpommern sind nach Überzeugung von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) auch ein Resultat der rasch und konsequent umgesetzten Schutzmaßnahmen. Zwar habe das Land mit seiner dünnen Besiedlung und der räumlichen Distanz zu Zentren der Corona-Epidemie in Europa Vorteile etwa gegenüber süddeutschen Bundesländern gehabt. Doch habe Mecklenburg-Vorpommern die sich daraus ergebenden Chancen auch genutzt, um die Ausbreitung des Corona-Virus einzudämmen, zeigte sich die Regierungschefin ein halbes Jahr nach Bekanntwerden der ersten Corona-Infektionen im Nordosten überzeugt.

„Bei der Ministerpräsidentenkonferenz Anfang März habe ich von meinen Kollegen aus Bayern und aus dem Saarland erfahren, wie die Lage dort ist. Und mir war klar: Wir haben noch 14 Tage Vorlauf, und wir müssen schnell handeln, damit Corona nicht auch bei uns in dieser Stärke ankommt”, sagte Schwesig der Deutschen Presse-Agentur. Noch auf der Rückfahrt aus Berlin habe sie für den Folgetag eine Schaltkonferenz der Landesregierung mit Landräten und Oberbürgermeistern veranlasst, um über das weitere Vorgehen zu beraten.

Mehr lesen: Jetzt spielt auch MV seine Macht in der Corona-Krise aus

„Unsere Befürchtung war, dass Verhältnisse wie in Italien drohen”, begründete Schwesig die kurz darauf im Land beschlossenen Maßnahmen, wie die Schließung von Schulen, Kitas, Geschäften, Hotels und Pensionen. Dies sei zu jener Zeit unausweichlich gewesen. „Sonst würden wir jetzt nicht so gut dastehen, mit den niedrigsten Infektionszahlen bundesweit. Das hat natürlich damit zu tun. Es war wichtig, am Anfang klar und konsequent die Dinge zu schließen, um sie dann Schritt für Schritt mit Schutzkonzepten wieder öffnen zu können.”

Rechtsstaat funktioniere auch in Krisenzeiten

Insbesondere die AfD hatte in der Landtagssitzung Ende August Schul- und Hotelschließungen sowie Reisebeschränkungen als überzogen kritisiert. Es gehe immer um „eine Balance zwischen Öffnung und Sicherheit für die Gesundheit”, hält Schwesig der Kritik entgegen.

Sie verteidigte ihren Kurs, auch das zunächst für Ostern verhängte Reiseverbot für Einheimische. „Die Bürgermeister in den touristischen Hotspots an der Küste und die Landräte dort hatten große Sorge, dass die Orte überrannt werden und wir die Lage nicht mehr im Griff haben. Deshalb sind wir ihrer Bitte gefolgt und haben die Regelung erlassen. Aber jede unserer Entscheidung kann gerichtlich überprüft werden. Das zeigt, dass der Rechtsstaat auch in Krisenzeiten funktioniert. Und in diesem Fall ist das Gericht zu einer anderen Einschätzung gekommen und hat die Regel sozusagen kassiert”, sagte Schwesig.

Mehr lesen: MV erlaubt Tagestouristen ab dieser Woche

Sie sei aber dann sehr beeindruckt gewesen, dass die Bürger dennoch dem Appell gefolgt seien, nicht zu Ostern alle an die Ostsee zu fahren und zu Hause zu blieben. Dies sei ein Beispiel dafür, dass die große Mehrheit der Menschen sich in ihrem Handeln während der Corona-Krise von Verantwortungsbewusstsein und Vernunft leiten ließen.

„Wir finden unseren eigenen Rhythmus” bezüglich Corona-Vorschriften

Dennoch seien Appelle allein in der aktuellen Situation nicht ausreichend und Verbote nicht auszuschließen. „Die Bürgerinnen und Bürger erwarten in einer solchen Krise ganz klare Regeln und ganz klare Orientierung. Das haben mir viele auch immer wieder gesagt”, erklärte Schwesig.

Zuletzt lag die Zahl der Neuinfektionen im Land bei ein bis drei am Tag. Mit 62 Infizierten je 100 000 Einwohnern weist Mecklenburg-Vorpommern weiterhin die mit Abstand geringste Quote aller Bundesländer auf. In Bayern lag der Wert zuletzt bei 441, im Bundesdurchschnitt bei 294 je 100 000 Einwohnern.

Die geringe Infektionszahl habe geholfen, auch regional und unabhängig von anderen Bundesländern vorzugehen, so die Ministerpräsidentin. „Wir haben zum Glück eine andere Entwicklung als in Bayern und NRW.” Es gebe grundlegende Vorschriften, die bundesweit gelten müssten. Doch sei es in konkreten Fällen auch wichtig, regional zu entscheiden. „Nicht alles, was in anderen Regionen Deutschlands richtig ist, ist auch für uns richtig. Wir finden unseren eigenen Rhythmus”, so Schwesig.

Bald Gespräche mit Bund über „Winterprogramm” mit weiteren Finanzhilfen

Besorgt äußerte sich Schwesig zu den Folgen der Corona-Pandemie für Wirtschaft und Arbeitsmarkt. „Wir versuchen diese natürlich abzufedern”, sagte die Regierungschefin unter Hinweis auf die Hilfsprogramme von Bund und Land. Damit habe vielen, vor allem kleinen und mittelständischen Unternehmen über die erste Zeit hinweggeholfen werden können. „Das Wichtigste ist zu verhindern, dass es zu einem zweiten Shutdown kommt.” Deshalb werde es Gespräche mit dem Bund geben über ein „Winterprogramm” mit weiteren Finanzhilfen.

Mehr lesen: Trotz Corona-Krise deutlich mehr Exporte aus MV

Schwesig räumte ein, dass es im Land auch große Baustellen gebe, wie die MV Werften. „Die haben zwar volle Auftragsbücher, die Schiffbauer haben einen guten Job gemacht und auch der Mutterkonzern Genting hatte alle Zusagen eingehalten. Doch sind sie alle nun in schwerem Fahrwasser, weil Kreuzfahrten zurzeit nicht möglich sind und die Einnahmen daraus fehlen.” Das Land wolle alles tun, was rechtlich möglich und wirtschaftlich vertretbar sei, um den Schiffbau über die Krise zu bringen, versicherte die Ministerpräsidentin.

Stadt. Land. Klassik! - Konzert in Schwerin

Kommende Events in Schwerin (Anzeige)

zur Homepage

Kommentare (10)

Erfahrungen aus Bayern und dem Saarland, aber die Apokalypse in Norditalien vor Augen. Warum nicht deutsche Erfahrungen mit deutschem Gesundheitswesen? Stattdessen das versiffte, italienische Gesundheitswesen vor Augen, wo die Bestatter Angst hatten sich anzustecken und keine Leichen abholten sowie Krankenschwestern vor Handykameras heulten, es gäbe Patienten, die in Klinik sterben?

dass die italienische Intensivmedizin weltweit eine der führenden ist. So wurde zum Beispiel die ECMO in Europa das erste Mal in Mailand angewendet. Erzählen Sie hier keinen Unsinn, Herr Doerre! Und Bogdan hat sich selbst schon mehrfach disqualifiziert. Der sehnt sich noch nach dem Kaiserreich.

Italien hat eine sehr hohe Alterstruktur. Dem standen zu Beginn von Corona 5000 Intensivbetten zur Verfügung, zur Hälfte mit Patienten anderer Krankheitsbilder belegt. Die medialen Bilder wegen Corona waren ausschliesslich aus der Region Bergamo in Italien. Es ist schön zu lesen, dass Italien in der Intensivmedizin technisch auf hohem Niveau sei. Warum dann reihenweise Krankenschwestern Videos mit Hysterie und Panik verbreiten bzw. Medien die Armeefahrzeuge zeigen - weil die ungesunde Hysterie auch die Bestatter erwischte - wissen Sie vermutlich nicht. Bißchen Recherche genügt, um nachzulesen, dass benachbarte italienische Regionen Corona-Kranke wie Corona-Verstorbene nicht übernahmen. Zu Beginn der Corona-Hysterie hieß es, Pathologen sollten nicht obduzieren! Damals galt jeder Infizierte als potentieller Todeskandidat. Drosten und Co. rhabarberten von über einer Million deutschen Corona-Toten. Mittlerweile gelten versiffte Tücher im Gesicht als die Hygienemaßnahme gegen Covid-19. Demnächst wird noch erzählt ein Handtuch pro Woche für eine vierköpfige Familie ist ausreichender Gesundheitsschutz gegen die tödliche Influenza.

Sie hat natürlich alles schon immer besser gewusst!
Nur durch ihre konsequent verfügten Maßnahmen und vor allem ihre Forderungen an die Unfähigen in Berlin und Bayern hat sie MeckPomm vor dem abzusehenden Corona-Untergang gerettet.
Wenn ich diese (mal leicht überspitzte) Zusammenfassung ihrer Selbstbeweihräucherung lese, muss ich .otzen.
Sie ist und bleibt die UNGEWÄHLTE. Und ich hoffe, das wird sich in ca. einem Jahr bestätigen!
Mit ihrer Verwaltungsausbildung ist sie nach wie vor unfähig, unser Heimatland zu regieren. Fachwissen gibt es einfach nicht, auf keinem Gebiet.
Mit der Entscheidung, sie als seine UNGEWÄHLTE Nachfolgerin zu ernennen, hat Sellering seiner Partei einen Bärendienst erwiesen.
Eine Egomanin, Kroßkotzerin, Besserwisserin usw. will niemand als Landesoberhaupt haben.

die höchste Infektionsrate, wäre garantiert nach Meinung einiger Kommentarschreiber hier die Ministerpräsidentin dafür verantwortlich. So aber sind die Zahlen leider nicht geeignet die Arbeit der Landesregierung schlecht zu machen. Da wird dann einfach über was anderes geschimpft.

Der weiß nicht nur Bescheid, der weiß es auch besser!

Und Pommern wird Hauptstadt

Bundesgesundheitsminister Spahn zieht Corona-Bilanz - und gesteht: "Man würde mit dem Wissen heute keine Friseure mehr schließen und keinen Einzelhandel mehr schließen." (Focus v. 02.09.2020)

Frau Schwesig sollte ihr Geschwätz für sich behalten.

Sie verstehen ihr Kommentar selber nicht...
Nach dem Wissen von heute heißt, man hat mehr Erkenntnisse gesammelt. Wenn man mit diesem Wissen nochmal bei einer Welle so handeln würde, dann wäre es ein Fehler.

Da aber unsere Gesellschaftsform auseinanderbricht, bleibt der Politik vielleicht nichts anderes übrig, bei einem erneuten Ausbruch, wieder genauso zu handeln. Früher sagte man : Dummheit muss bestraft werden, sonst lernt man das nicht.