LANDRAT KÄRGER

Darum ist die Inzidenz in der Seenplatte so hoch

Der Landrat der Mecklenburgischen Seenplatte, Heiko Kärger, sieht viele Ursachen für die hohe 7-Tage-Inzidenz in dem Landkreis. Die Corona-Gefahr wurde wohl unterschätzt.
dpa
Landrat Heiko Kärger zählt Gründe für die hohe 7 Tage Inzidenz in der Seenplatte auf (Archivbild).
Landrat Heiko Kärger zählt Gründe für die hohe 7 Tage Inzidenz in der Seenplatte auf (Archivbild). NK-Montage/Fotos: Marcel Kusch/Ulrike Kielmann
Neubrandenburg ·

Die vergleichsweise hohe Wochen-Inzidenz an der Mecklenburgischen Seenplatte, am Mittwoch bei 198 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner, geht für Landrat Heiko Kärger (CDU) auf mehrere Faktoren zurück. „Zum einen haben alle Nachbarkreise in Brandenburg mehr als 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und wir die längste Grenze dahin”, sagte Kärger am Donnerstag. Für die Seenplatte erwarteten Experten für Donnerstagabend erstmals einen Anstieg über 200 und damit weitere Beschränkungen.

Update: Am Donnerstag ist die 7 Tage Inzidenz in der Seenplatte auf 220,9 gestiegen. Der Landkreis gilt damit als erstes Hochrisikogebiet in MV.

Auch in Vorpommern und nach Westen habe es lange mehr Infektionen gegeben. „Das schwappt rüber, die Menschen bewegen sich und es kommt in Familien zu Kontakten untereinander.” Pfleger infizierten sich, trugen das Virus in Heime oder Kliniken, wo es wie in Demmin, Friedland und Neubrandenburg zu größeren Ausbrüchen kam.

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Kärger: „zu große Freizügigkeit” zu Weihnachten und Silvester

Andere Pfleger oder Besucher trugen es weiter, ohne es zu wissen. Nach Brandenburg strahlt zudem Berlin mit hohen Infektionszahlen aus. Den aktuellen Anstieg an der Seenplatte führt Kärger auf die „zu große Freizügigkeit” zu Weihnachten und Silvester zurück.

+++ Aktualisierung: Der Landkreis Seenplatte hat eine Ausgangssperre beschlossen sowie den Präsenzunterricht an den Schulen untersagt. Mehr dazu finden Sie hier. +++

Die Seenplatte ist mit 5500 Quadratkilometern Fläche der größte Kreis Deutschlands, doppelt so groß wie das Saarland, aber mit 275.000 Bewohnern sehr dünn besiedelt und hohem Altersdurchschnitt. Die Infektionszahlen waren lange niedrig. Als sie Ende November stiegen, untersagte der Kreis Präsenzunterricht an Berufsschulen.

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15-Kilometer-Beschränkung

Am 9. Dezember lag die Inzidenz, zusammen mit Schwerin, erstmals über 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. Mitte Dezember beschränkte Kärger die Kontakte bereits so, wie es nun bundesweit sein soll: Ein Hausstand sollte maximal eine Person treffen. „Bei den Menschen kam die Gefahr aber wohl nicht richtig an”, sagte Kärger.

Jetzt schwankt die Wochen-Inzidenz zwischen 80 rings um Neustrelitz und 300 um Demmin, wo es zuletzt 35 Infektionen binnen einer Woche in der Stadt gab. Die 15-Kilometer-Beschränkung hält der Landrat zwar für schwer kontrollierbar, aber sinnvoll. Die Leute dürften ja weiter zur Arbeit, zum Einkaufen und zum Arzt. Sie gehe ihm noch gar nicht weit genug.

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Kommentare (12)

Falsch. Die Gefahr wurde lächelnd oder als Verschwörung des Staates abgetan. Lange genug wurde gebetsmühlenartig darauf hingewiesen. Diese Leute würden die Gefahr nicht mal bemerken wenn sie vom Virus in den Ar.... gebissen werden. Ich würde mich sehr freuen wenn genau diese Menschen schriftlich erklären, dass sie keine med.Hilfe in Anspruch nehmen werden. Somit kann denen helfen die noch klar im Kopf sind.

Keine Regale zum räumen? Du brauchst psychologische Hilfe anscheinend.

Ich war am Dienstag erst da... man muss halt nur vorbestellen 😉

Aber unsere liebe Montagsspaziergängerin LSAW24 hat ja hier bereits zugegeben, dass sie notfalls nicht auf einen Intensivplatz verzichten will. Andere gefährden und dann selbst kneifen. Respektlos.

Ich gehe mal fest davon aus, dass ich einen solchen auch bei einer Corona-Infektion nicht benötigen werde. Ebenso wenig wie ich bisher einen bei Grippe oder anderen Infektionskrankheiten gebraucht habe.

...wie, wann und wo sich das Virus verbreitet. Zuerst waren es Tschechen und Polen, jetzt Brandenburger. Morgen Klingonen und Vulkanier. Schade, dass man derzeit Satire, Kabarett, Clownerie u.ä. von Profis live nicht erleben kann, weil verboten. Die albernen Erklärungen, woher und wie sich Atemwegsviren verbreiten, ist leider kein Ersatz.

Nur der letzte Satz, unabhängig vom Grammatikfehler, macht wieder alles kaputt. 😪😴

Oh, wie schade.

Und ja, H.Ihrke und Konsorten sind schuld! (Satire)

Dass Sie einen Grammatikfehler bei einem NK-Leser gefunden haben und mitteilen, ehrt Sie in Ihrer Deutschausbildung. Ich gehe aber nicht davon aus, dass Ihre Deutschlehrer Ihnen auf den Weg gegeben haben, anderen Bürgern Fehler unter die Nase zu reiben und sonst ziemlich farblos zu bleiben.

scheinbar alle die Impfung erbetteln.
Das ist der Grund für diese unverschämte Willkühr.

Kommentare zur Rechtschreibung von Haini. Sie, LSaw, Vater und Gina kommen im Falle einer Infektion nicht ins Krankenhaus. Denn: man kann sich nicht zu Tode simulieren!

... das sich beinah jede gelangweilte Hausfrau inzwischen für eine Virusexpertin hält. Viel schlimmer, dass sie das überall kundtun müssen und noch schlimmer, dass einige Zeitgenossen dafür noch Beifall klatschen.

Was Politiker dürfen, darf auch die gelangweilte Hausfrau.