LAGEBERICHT

Daten-Chaos bei Corona-Zahlen in MV

Bei den Corona-Lageberichten der vergangenen Tage passen Fallzahlen nicht zusammen. 1123 plus 11 soll 1133 ergeben? Wir haben nachgefragt, warum die Berichte so verwirrend dargestellt werden.
Die Corona-Fälle im Lagebericht für Mecklenburg-Vorpommern weichten ab.
Die Corona-Fälle im Lagebericht für Mecklenburg-Vorpommern weichten ab. Hendrik Schmidt
Neubrandenburg.

1131 plus 7 ergibt 1137? Und 1123 plus 11 soll 1133 ergeben? Diese Berechnungen stammen aus dem Corona-Lagebericht, den das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) mit Sitz in Rostock täglich veröffentlicht.

Am Montag, den 21. September gab es dem Lagebericht zufolge seit Beginn der Pandemie insgesamt 1123 bestätigte Corona-Fälle in MV. Am 22. September kamen dem Bericht zufolge 11 Fälle dazu, die Gesamtzahl wurde aber mit 1133 angegeben. Da passt schon mal etwas nicht. Am 23. September wurden dann 7 weitere Corona-Fälle hinzugerechnet – und dennoch stehen insgesamt 1137 Fälle statt 1140 in dem Lagebericht. Auch das passt nicht, zumal weiter unten im zweiten Teil des Lageberichts von 1131 Fällen am Vortag in MV die Rede ist. Das ist der Teil mit dem Vergleich zu anderen Bundesländern, basierend auf Meldungen des Robert Koch Instituts.

Vielen Nordkurier-Lesern sind diese nicht schlüssigen Zahlen bereits aufgefallen. Aber wie kommt das Lagus zu diesen Berechnungen? Das liege an „schwach inzidierten Fällen, bei denen sich der Verdacht durch Nachtestungen nicht bestätigt hat”, hieß es vom Lagus auf Nachfrage des Nordkurier. Negative Ergebnisse bei zweiten Tests führten also dazu, dass Fälle aus der Statisitk gelöscht wurden. Das leuchtet ein. Die Software, die den Lagebericht maschinell erstelle, würde aber solche „Minusfälle” nicht in einem extra Reiter ausweisen, hieß es weiter.

Erklärung für Zahlen fehlt

Falsche Gesamtzahlen sind demnach nicht im Lagebericht zu finden, die Berechnungsbasis vom Vortag werde in solchen Fällen nach nach unten korrigiert. Dann geht die Rechnung auch wieder auf.

Allerdings werden die nachträglich korrigierten Zahlen vom Vortag nur in der sehr kleinen Tabelle „Kumulierte Verteilung in den letzten 7 Tagen” angezeigt – jedoch ohne Erklärung, warum die Vortagszahlen an dieser Stelle niedriger sind. Wer stattdessen auf die große Tabelle mit dem Bundesländervergleich schaut, in der MV deutlich rot markiert ist, sieht weiterhin die nicht korrigierten Zahlen, wie der Lagebericht vom Dienstag zeigt.

Dass die Fallzahlen wegen negativer zweiter Tests nach unten korrigiert werden, ist nicht neu. Das gab es auch in der Vergangenheit in Mecklenburg-Vorpommern schon. Im Gegensatz zu dem maschinell erstellten Lagebericht wurde das früher allerdings in den Corona-Meldungen der Gesundheitsbehörden im Land ausdrücklich erwähnt. Diese Mitteilungen wurden aber durch den Lagebericht abgelöst. 

"Derzeit intern geprüft, wie die Abbildung der nicht bestätigten Fälle umgesetzt werden kann, so dass die Gesamtzahl der Erkrankungen und die Änderung zum Vortrag (wieder) nachvollziehbar ist", erklärte das Lagus.

Die aktuellen Zahlen vom Donnerstag gehen wieder auf. Den aktuellen Bericht darüber finden Sie hier.

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Kommentare (3)

sehr überschaubaren Fallzahlen ist einer mehr oder weniger schon sehr wichtig

benötigen die Fachkräfte und Spezialisten eine Spezial-Software? Wenn diese Leute schon im Kopfrechnen unter das Niveau von Grundschülern zurückfallen, könnte eventuell ein handelsüblicher Taschenrechner helfen. Welche Lügen kommen demnächst aus dem Lager der Plandemiker?

Die Du nicht selbst "korrigiert" hast.

Da fällt mir doch eine neue Wahlkampagne für die links-grünen Weltverbesserer ein:

Umweltschutz geht alle an. Bitte keine Pässe mehr ins Mittelmeer werfen, sondern das Geburtsdatum "korrigieren"!