SCHWESIG, AMTHOR, HOLM

Das sagen MV-Politiker zum Mord an Achtjährigem in Frankfurt

Auch Politiker in MV haben sich über den Mord an einem Achtjährigen im Frankfurter Hauptbahnhof geäußert, bei dem ein Eritreer ein Kind vor einen ICE gestoßen haben soll.
dpa
Christine Gerhard Christine Gerhard
An dem Gleis im Frankfurter Hauptbahnhof, an dem das Unglück geschah, erinnern zahlreiche Blumen und Kerzen an die grausame T
An dem Gleis im Frankfurter Hauptbahnhof, an dem das Unglück geschah, erinnern zahlreiche Blumen und Kerzen an die grausame Tat. Heike Lyding
Neubrandenburg.

Der tödliche Angriff auf einen achtjährigen Jungen am Frankfurter Hauptbahnhof am Montag hat in der Öffentlichkeit nicht nur Entsetzen und Mitgefühl ausgelöst, sondern auch die politische Flüchtlings- und Migrationsdebatte neu befeuert. Auch Politiker in MV äußerten sich bestürzt über den tragischen Vorfall, bei dem ein Mann aus Eritrea ein Kind und dessen Mutter vor einen einfahrenden ICE gestoßen hat.

„Ich bin entsetzt über die grausame Tat in Frankfurt”, twitterte die SPD-Landeschefin Manuela Schwesig. „Der Gedanke an den Tod des 8-jährigen Jungen und das Leid für seine Familie treibt einem die Tränen in die Augen. Mein ganzes Mitgefühl gilt der Familie des 8-jährigen Opfers und dem Lokführer.”

Amthor (CDU) fordert mehr Sicherheit an Bahnhöfen

CDU-Innenpolitiker Philipp Amthor sprach sich weiterhin für mehr Sicherheit an Bahnhöfen aus: „Nach dieser furchtbaren Straftat braucht es jetzt rasche und spürbare Konsequenzen für den Täter. Zusätzlich zum Strafverfahren sollten auch aufenthaltsbeendende Maßnahmen diskutiert werden. Darüber hinaus bin ich offen für eine Diskussion über bessere Sicherheitsvorkehrungen an unseren Bahnhöfen.”

Unterdessen kritisiert Georg Pazderski von der AfD Berlin, dass „die Altparteien und einigen Medien” versuchten, „den bestialischen Vorfall kleinzureden."

Holm (AfD): Müssen jetzt über politische Konsequenzen diskutieren

Entsprechend kommentiert Leif-Erik Holm, ein Co-Landesvorstandssprecher der AfD Mecklenburg-Vorpommern und stellvertretender Fraktionsvorsitzender, den Vorfall nach einer Beileidsbekundung an die Mutter so: „Wer politische Konsequenzen verweigert oder gar nicht erst diskutieren will, verweigert den Menschen den Schutz, den sie zurecht einfordern!"

Holms Parteikollege Thomas de Jesus Fernandes, AfD-Abgeordneter im Schweriner Landtag, zieht sogar den Schluss, dass der Achtjährige Opfer der „Willkommenskultur” geworden sei und mutmaßt, ob der Afrikaner aus reiner Mordlust gehandelt habe. Nach neusten Erkenntnissen war der tatverdächtige eritreische Staatsbürger allerdings nicht in Deutschland zu Hause. Er soll seit 2006 in der Schweiz leben und sei nach eigenen Angaben vor wenigen Tagen mit dem Zug von Basel nach Frankfurt gereist.

Strafrechts-Professor: Einzige auffällige Tätergruppe sind Männer

Gegen die kausale Verbindung zwischen dem Ausländeranteil und der Anzahl an Straftaten argumentiert zudem Michael Kubiciel, Strafrechtsprofessor in Augsburg, Frankfurt und Berlin statistisch: „Im vergangenen Jahr sind in Deutschland rund 380 Menschen Opfer eines Tötungsdeliktes geworden, darunter auch Kinder. Es gibt eine – nur eine – statistische Auffälligkeit: Die Täter sind fast ausnahmlos Männer (die Meisten von ihnen Deutsche).”

„Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen, die jetzt Kraft und Mitgefühl brauchen”, heißt es von der Amadeu Antonio Stiftung, „nicht die Hetze derer, die nur trauern, wenn der Täter in ihr rassistisches Weltbild passt.” Ziel der Stiftung mit Sitz in Heidelberg ist es, eine demokratische Zivilgesellschaft zu stärken, die sich gegen Rechtsextremismus wendet.

Tatverdächtiger ist selbst verheirateter Familienvater

Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun wegen des Verdachts des Mordes und des versuchten Mordes. Der Tatverdächtige soll am Dienstag dem Haftrichter vorgeführt werden. Erkenntnisse zum Tatmotiv gibt es bisher nicht: Der Verdächtige, der selbst verheirateter Familienvater von drei Kindern sein soll, habe noch keine Angaben zum Tatgeschehen gemacht. Hinweise, dass der Mann unter Alkohol- oder Drogeneinfluss gestanden habe, habe die Staatsanwaltschaft bislang nicht.

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