CORONA-MAßNAHMEN

Das sind die neuen Regeln zum Bewegungsradius

Der Lockdown wird verlängert und die Bewegungsfreiheit in Risikogebieten massiv eingeschränkt. In Brandenburg hat das bereits Folgen, in Mecklenburg-Vorpommern noch nicht.
Über einer Schweriner Einkaufsstraße leuchtet ein Lampion in Form des Coronavirus.
Über einer Schweriner Einkaufsstraße leuchtet ein Lampion in Form des Coronavirus. Jens Büttner
Berlin ·

Auf Menschen in Landkreisen mit sehr hohen Corona-Infektionszahlen kommt eine drastische Beschränkung ihrer Bewegungsfreiheit zu. Ab einer 7-Tage-Inzidenz von über 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern sollen die Länder lokale Maßnahmen ergreifen, um den Bewegungsradius auf 15 Kilometer um den Wohnort zu begrenzen.

Mit der Einschränkung sollen nach den Worten von Kanzlerin Angela Merkel vor allem touristische Ausflüge verringert werden – die dann zu großen Menschenansammlungen führen könnten. Bei der Einschränkung des Bewegungsradius auf 15 Kilometer um den Wohnort sei nicht die genaue Adresse etwa in einer Großstadt wie Berlin gemeint, machte Merkel am Dienstag nach den Beratungen mit den Ministerpräsidenten der Länder deutlich. Man fange nicht an, den Weg von Mitte nach Spandau oder Marzahn abzumessen, dies sei nicht praktikabel.

Vorbild für die 15-Kilometer-Vorgabe in Hotspots sind Merkel zufolge entsprechende Regeln in Sachsen. Bund und Länder hatten beschlossen, dass in Landkreisen mit einer 7-Tage-Inzidenz von über 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern weitere lokale Maßnahmen ergriffen werden, insbesondere zur Einschränkung des Bewegungsradius auf 15 Kilometer um den Wohnort – sofern kein triftiger Grund vorliegt. „Tagestouristische Ausflüge stellen explizit keinen triftigen Grund dar”, heißt es im Beschlusspapier. Mehrere deutsche Bergregionen hatten am Wochenende einen Ansturm von Ausflüglern erlebt.

Kein Landkreis in Mecklenburg-Vorpommern betroffen

In Mecklenburg-Vorpommern liegt die 7-Tage-Inzidenz aktuell bei 96,4. Die höchsten Werte haben der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte mit 177,5 und die Landeshauptstadt Schwerin mit 168,3. Damit wäre in Mecklenburg-Vorpommern aktuell noch keine Region von den verschärften Einschränkungen der Bewegungsfreiheit betroffen. „Sie ist nicht notwendig”, sagte dazu Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) am Dienstagabend bei einer Pressekonferenz in der Schweriner Staatskanzlei. Sie betonte dabei, dass es keine Ausgangsbeschränkung gebe, wie sie in anderen Ländern erlassen wurde.

Anders ist es im Nachbarland Brandenburg: Dort liegen derzeit die Landkreise Dahme-Spreewald, Elbe-Elster, Oberspreewald-Lausitz, Oder-Spree, Ostprignitz-Ruppin, Prignitz und Spree-Neiße sowie die kreisfreien Städte Cottbus, Potsdam und Frankfurt (Oder) über einer 7-Tage-Inzidenz von 200.

Seit dem 16. Dezember dürfen die Brandenburger zudem tagsüber nur noch mit Ausnahmen nach draußen – zum Arbeiten, Einkaufen, zum Besuch von Schulen und Kitas, Ärzten und Behörden und für Sport allein, zu zweit oder mit Mitgliedern des eigenen Hausstands. Von 22 Uhr bis 5 Uhr sind auch Joggen oder Spazierengehen nicht mehr erlaubt. Außerdem gilt ein Alkoholverbot in der Öffentlichkeit.

Weiterlesen: Erste Impfzentren in Brandenburg eröffnet – Hotline überlastet

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Kommentare (3)

Würde bedeuten, die Neubrandenburger treffen sich kollektiv zur Schneeballschlacht am Brodaer Berg, zum Schlittenfahren im Birkengrund oder Skilanglaufrunde auf dem Tollenseradrundweg. Wie erfolgreich ist die 15-Kilometer-Regel in Sachsen, wo das eine Weile schon "praktiziert" wird? Die Gesellschaft wird sich nicht über Jahre einsperren lassen, wenn schon die Geschäfte, Restaurants, Sporthäuser, Vereine und Kultur geschlossen wurden. Mensch ist ein soziales Tier. Meine und andere Vorfahren blieben auch im Krieg und Bombenhagel und danach im Nachkriegswinter soziale Wesen.

Besucherrestriktion ist auch sehr durchdacht.
Ich darf meine Eltern besuchen, meine Eltern mich aber nicht.
Ja das klingt logisch und dient auch 100% der Eindämmung.
Zugleich muss man sich jetzt Montag mit dem, Dienstag mit der usw. treffen.
Ein organisatorischer Kraftakt den nur eine Impfstoffbestellung an Anstrengung überbieten kann. 🥱🥱🥱

als wären wir im Krieg oder im offen Vollzug:

"den Bewegungsradius auf 15 Kilometer um den Wohnort zu begrenzen."

" Von 22 Uhr bis 5 Uhr sind auch Joggen oder Spazierengehen nicht mehr erlaubt."