Online-Angriff
Daten von Spitzen-Politikern aus MV veröffentlicht

Bei dem Online-Angriff auf Politiker und Prominente sind persönliche Daten und Dokumente von Hunderten Personen des öffentlichen Lebens im Netz veröffentlicht worden.
Bei dem Online-Angriff auf Politiker und Prominente sind persönliche Daten und Dokumente von Hunderten Personen des öffentlichen Lebens im Netz veröffentlicht worden.
Julian Stratenschulte

Bei dem Online-Angriff auf Politiker und Prominente sind persönliche Daten und Dokumente von Hunderten Personen im Internet veröffentlicht worden.

Vom jüngsten Online-Angriff auf Politiker und Prominente sind auch Spitzenpolitiker aus Mecklenburg-Vorpommern betroffen. Darunter befinden sich nach Medien-Informationen auch Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD), Innenminister Lorenz Caffier (CDU) sowie Bundestagsabgeordnete aus dem Nordosten.

Wie ein Sprecher der Staatskanzlei am Freitag auf Anfrage sagte, wird der Umfang der veröffentlichten Daten geprüft. In Schwesigs Fall handele es sich um bekannte Büro-Anschlüsse, aber auch um Mobilfunk-Nummern. Ob die Funk-Nummern nun durch neue ersetzt werden, werde geprüft.

Am Freitag war bekannt geworden, dass Unbekannte Daten und Dokumente von Hunderten Personen des öffentlichen Lebens im Netz veröffentlicht hatten. Das Kanzleramt in Berlin bekam nach eigenen Angaben am Donnerstagabend Kenntnis von dem Fall.

Aktuelle Datenpakete vom Angriff betroffen

Betroffen seien „alle Ebenen” – Politiker aus dem Bundestag, dem Europaparlament und den Landtagen bis hin zu den Kommunen, sagte die stellvertretende Regierungssprecherin Martina Fietz in Berlin. Sie warnte, es könnten auch gefälschte Daten in das Material eingeschleust worden sein.

Laut Bundesinnenministerium handelte es sich sowohl um relativ aktuelle als auch um ältere Datenpakete. So tauchten bei Schwesig etwa Büronummern aus der Staatskanzlei auf, ihrem jetzigen Arbeitsplatz, als auch aus dem Landessozialministerium, wo sie von 2008 bis 2013 tätig war.

Zu den veröffentlichten Daten sollen neben Telefonnummern auch Chat-Verläufe gehören. Die Sicherheitsbehörden bemühen sich den Angaben zufolge, möglichst schnell dafür zu sorgen, dass die Daten nicht mehr abgerufen werden können. Ein Twitter-Account wurde am Freitag gesperrt. Der Sprecher des Bundesinnenministeriums sagte, das Cyber-Abwehrzentrum habe die Koordination in diesem Fall übernommen.