ATOMMÜLL

Debatte um Endlager nimmt wieder Fahrt auf

Große Gebiete im Nordosten sind laut einem Bericht als Atommüll-Endlager geeignet. Jetzt sollen in bundesweiten Online-Beratungen die Meinung der Bürger eingeholt werden, wie diese zu den Gebieten stehen.
Bis 2031 soll ein Atommüll-Endlager in Deutschland gefunden werden. Ab 2050 sollen dort Fässer eingelagert werden.
Bis 2031 soll ein Atommüll-Endlager in Deutschland gefunden werden. Ab 2050 sollen dort Fässer eingelagert werden. Jens Wolf
Diese Gebiete in Mecklenburg-Vorpommern und Nordbrandenburg sind als mögliche Endlager-Gebiete im Gespräch.
Diese Gebiete in Mecklenburg-Vorpommern und Nordbrandenburg sind als mögliche Endlager-Gebiete im Gespräch.
Berlin ·

Die Debatte um Endlager für Atommüll nimmt wieder an Fahrt auf: Das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) sucht nach geeigneten Gebieten in Deutschland, die als Endlager in Frage kommen. Regionen, die aus verschiedenen Gründen dafür geeignet sein könnten, wurden bereits festgelegt. Jetzt geht es darum, möglichst viele Bürger und Kommunen ihre Wünsche und Bedenken in die Suche einbringen, wie es von dem Bundesamt hieß. Dafür finden online mehrere öffentliche Beratungstermine statt.

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Basis der Beratungstermine ist der Zwischenbericht „Teilgebiete”, der im September vergangenen Jahres veröffentlicht wurde und zahlreiche Regionen auflistet, die als Endlager geeignet sein könnten. Berücksichtigt man die Überlagerung einiger Gebiete, ist laut Bericht ein Anteil von 54 Prozent der Fläche Deutschlands als Teilgebiet ausgewiesen. Mecklenburg-Vorpommern und die Uckermark sind mehrfach mit Teilgebieten in dem Bericht erwähnt.

Große Teile von MV als Endlager geeignet

Große mögliche Endlager-Gebiete in MV ziehen sich über Wismar und Schwerin bis nach Rostock und die Mecklenburgische Seenplatte nach Waren sowie Neustrelitz. Die Stadt Neubrandenburg liegt knapp außerhalb eines geeigneten Gebietes, Weitin und der Tollensesee sind allerdings mit drin. Vorpommern ist mit Usedom, Greifswald (einschließlich Lubmin) und Anklam fast komplett als Endlager ungeeignet. Nur zwei Gebiete um West-Rügen sowie um Pasewalk wurden als geologisch geeignet eingestuft. In der Uckermark sind Gebiete um Prenzlau bis hin zu Grenze nach Polen sowie nordwestlich von Templin Gebiete über Lychen und Fürstenberg geeignet.

Diese Gebiete in Mecklenburg-Vorpommern und Nordbrandenburg sind als mögliche Endlager-Gebiete im Gespräch.

Brandenburgs Verbraucherschutzministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) wirbt dafür, dass möglichst viele Bürger der deutschlandweiten Einladung des Bundesamtes folgen. „Wer mitredet, kann mitgestalten. So können Ihre Hinweise, Bedenken und Einwendungen ins Verfahren eingebracht werden“, so Nonnemacher am Dienstag.

Der erste Beratungstermin findet vom 5. bis 7. Februar statt, der Anmeldeschluss ist der 29. Januar. Informationen und die Anmeldung finden Sie auf www.endlagersuche-infoplattform.de. Ein zweiter Beratungstermin ist für den 15. bis 18 April sowie vom 10. bis 13. Juni geplant. Eine Karte mit Erklärungen zu allen geeigneten und ausgeschlossenen Endlager-Teilgebieten finden Sie hier. Und auf www.online-beteiligung-endlagersuche.de können Bürger bereits Stellungnahmen, Kommentare oder Gutachten zur Endlagersuche einbringen.

Lager soll bis 2031 gefunden werden

Grundsätzlich kommen für die Lagerung von radioaktiven Abfällen drei Gesteinsformationen als Umgebung in Frage: Ton, Granit und Salz. 2031 soll ein möglichst günstiger Standort gefunden sein, ab 2050 soll dort Atommüll unterirdisch eingelagert werden.

Der umfangreiche Zwischenbericht mit rund 90 geeigneten Gebieten listet zunächst alle deutschen Regionen auf, „die günstige geologische Voraussetzungen für die sichere Endlagerung radioaktiver Abfälle erwarten lassen”, wie es vom BASE heißt. Deswegen sind es noch viele und teils große Gebiete. Aus den Teilgebieten werden in den kommenden Jahren sogenannte Standortregionen ausgewählt, die übertägig erkundet werden. Einige werden anschließend unter Tage erforscht. Dafür werden dann an mindestens zwei Standorten Erkundungsbergwerke eingerichtet. Das BASE schlägt nach Beteiligung der Öffentlichkeit die Gebiete vor, die genauer erkundet werden sollen. Die Entscheidung darüber und letztlich auch für den finalen Endlager-Standort trifft der Bundestag.

 

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