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Nach Aussage von Dehoga-Chef Lars Schwarz brauen sich dunkle Wolken über dem Tourismus in MV zusammen. „Wachstum können wir uns die nächsten zwei bis drei Jahre abschminken”, sagt Schwarz. NK-Kombo (Fotos: dpa)
Weniger Gäste

Dehoga-Chef zeichnet düsteres Bild vom MV-Tourismus

Hohe Energiekosten, niedrige Buchungszahlen, großer Frust: In der MV-Gastronomie ist die Stimmung im Keller. Die Kritik richtet sich auch gegen die Landesregierung.
Schwerin

Wenn man Lars Schwarz nach einer Einschätzung der bisherigen Tourismussaison fragt, versucht der Chef des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes in Mecklenburg-Vorpommern (Dehoga) zunächst cool zu antworten. „Herausfordernd”, sagt Schwarz kurz und knapp – allerdings ist deutlich zu spüren, wie es in dem jahrelangen Gastronom und Hotelier brodelt.

"Weiß nicht, wie wir Herbst und Winter überstehen sollen"

Kurze Pause – und dann muss der Dehoga-Chef seinem Ärger Luft machen. Der Frust muss raus. „Wie soll es einem bei dieser handlungsunfähigen Landesregierung gehen?”, fragt Schwarz rhetorisch – und schiebt nach: „Bei dieser Landesregierung weiß ich nicht, wie wir den Herbst und Winter überstehen sollen.” Er befürchte, dass die Schwesig-Regierung gar nicht erahne, welche Sprengkraft auf uns zukomme – und das alles nach zweieinhalb zermürbenden Corona-Jahren.

„Die ganze Branche ächzt unter den explodierenden Energiekosten, die Gäste bleiben entweder ganz weg, weil sie ihr Geld zusammenhalten, oder gehen am Urlaubsort nicht mehr essen, meiden Zusatzkosten wie beispielsweise in Spaßbädern oder Freizeitanlagen – Wachstum können wir uns die nächsten zwei bis drei Jahre abschminken”, malt Schwarz ein düsteres Bild vom Urlaubsland Nummer 1. Und noch etwas stellt der Dehoga-Chef klar: „Auch wenn der Landestourismusverband etwas anderes behauptet – es sind derzeit definitiv weniger Gäste im Land Mecklenburg-Vorpommern.”

Landesregierung "wie das Kaninchen vor der Schlange"

Und die Landesregierung, was kann sie dafür? „Ich fordere von der politischen Führung, dass sie ein gemeinschaftliches Signal sendet. Dass sie die heimische Wirtschaft auf eine verdammt schwierige Zeit einschwört. Dass sie aufrüttelt und dabei auch Mut macht, dass wir diese Krise gemeinsam durchstehen”, fordert Schwarz. Es gehe ihm nicht um Panikmache, aber um Kommunikation mit den vielen Betrieben. Gerade die kleinen Unternehmen seinen einfach nicht so krisenerprobt. Die rot-rote Landesregierung aber stehe wie das Kaninchen vor der Schlange und hoffe, dass MV nicht so betroffen sein werde. „Dies wird aber nicht der Fall sein”, prophezeit Schwarz.

Das größte Gift habe sich nach Einschätzung Schwarz' mittlerweile unter Gastronomen und Hoteliers ausgebreitet – die Unsicherheit. Das sei schädlich für den Markt – verstärkt durch eine maximale Kaufzurückhaltung sowohl bei Gästen als auch bei Einheimischen. „Die schlechte Laune ist überall zu spüren. Und erneut ist – wie in der Corona-Pandemie – der Dienstleistungssektor der größte Leidtragende.”

Apropos Pandemie: „Wenn im Herbst oder Winter die soundsovielte Corona-Welle über und hinwegschwappt, wird die ohnehin dünne Luft zum wirtschaftlichen Überleben noch weniger. Alles sehr herausfordernd”, meint Schwarz – und schweigt.

 

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