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Den Tierheimen fehlt das Geld

Der Präsident des Deutschen Tierschutzbundes Thomas Schröder besucht  das Tierheim in Malchow.
Der Präsident des Deutschen Tierschutzbundes Thomas Schröder besucht  das Tierheim in Malchow.
Bernd Wüstneck

Täglich werden Tiere gequält und misshandelt. Vom Staat werden die armen Kreaturen, aber auch ihre Helfer oft im Stich gelassen.

Christel Vollendorf und Margit Mroz aus Ferdinandshof können sich noch gut an die Nacht Mitte April erinnern. Zwei Jugendliche waren in ihr Katzenasyl eingebrochen und hatten einen Kater brutal totgeschlagen. Als die beiden Frauen einschritten, flohen die Katzen-Killer. Tierquälereien und unzureichende Tierhaltung gehören zum Alltag. Allein im Veterinäramt Mecklenburgische Seenplatte gingen bis August 160 Beschwerden wegen nicht artgerechter Tierhaltung ein, sagt Sprecherin Haidrun Pergande. 70 Prozent betreffen die Hundehaltung. Zwingergröße und -sauberkeit, fehlender Auslauf oder unzureichende Nahrung stehen auf der Mängelliste ganz weit oben. In zwei Fällen mussten völlig abgemagerte Hunde beschlagnahmt werden.

Geldstrafen und Haft drohen

Wer ein Tier absichtlich quält und tötet, bekommt es mit der Staatsanwaltschaft zu tun. Ersttäter kommen in der Regel mit einer Geldstrafe davon. Immer wieder müssen aber auch Strafbefehle mit empfindlichen Geldstrafen ausgesprochen werden, besonders brutale Tierquäler haben sich vor Gericht zu verantworten. „Maximal drei Jahre Freiheitsentzug kann es laut Tierschutzgesetz geben“, sagt Gerd Zeisler, Sprecher der Neubrandenburger Staatsanwaltschaft.

Eine zentrale Erfassung von Straftaten gegen Tiere gibt es nicht. Fakt ist aber, dass Tierschützer mit immer weniger Geld auskommen müsse.  Die Tierheime brauchen nach Auffassung des Deutschen Tierschutzbundes dringend finanzielle Hilfe. „Der Tierschutz in der Fläche steht sonst kurz vor dem Zusammenbruch“, sagte Verbandspräsident Thomas Schröder in Waren. So steige die Zahl der abgegebenen Katzen, weil ein Kastrationsgesetz fehle. Hinzu kämen immer mehr Hunde und exotische Tiere, deren Haltung besondere bauliche Anforderungen stellten.

Man sehe bei der Finanzierung von Tierheimen Kommunen, Länder und den Bund in der Pflicht. „Wir brauchen für die dringendsten Investitionen rund 50 Millionen Euro“, sagte Schröder.