Der Co-Chef der AfD MV, Dennis Augustin, spricht vor Teilnehmern einer „Merkel muss weg”-Kundgebung auf dem Hamburger Gänsemarkt.
Der Co-Chef der AfD MV, Dennis Augustin, spricht vor Teilnehmern einer „Merkel muss weg”-Kundgebung auf dem Hamburger Gänsemarkt. Markus Scholz
Co-Landeschef der MV-AfD

Dennis Augustin räumt NPD-Vergangenheit ein

Nachdem der Nordkurier aufgedeckt hat, dass der Co-Chef der MV-AfD Dennis Augustin sich als junger Mann offenbar zum NPD-Kader ausbilden ließ, hat dieser sich nun zu Wort gemeldet – er versucht den Vorgang zu bagatellisieren.
Schwerin

Der Co-Vorsitzende der AfD Mecklenburg-Vorpommern, Dennis Augustin, hat am Donnerstagmorgen die Recherchen des Nordkurier zu seiner NPD-Vergangenheit bestätigt. „Ja, ich habe mich vor 30 Jahren mal von Gleichaltrigen mitreißen lassen und mir verschiedene Dinge angeschaut. Und dabei bin ich auch mal mit nach Italien gefahren und habe eine Urkunde bekommen”, schreibt der 49-Jährige in einem Eintrag auf seiner Facebook-Seite.

Augustin beruft sich dabei auf sein junges Alter von damals 19 Jahren und betrachtet die ganze Sache als Lappalie: „Wieder einmal ein Skandälchen. Wieder wird eine Sau durchs Dorf getrieben.” Junge Menschen machten nun einmal Fehler und „so manche Sünden der Grünen und der Alt-68er sind schnell verziehen und für die gesellschaftliche Rehabilitation manchmal sogar mit Ministerposten belohnt worden”. Selbst im Strafrecht gebe es Verjährungsfristen. „Lediglich auf der politisch rechten Seite gibt es kein Pardon.” Jede kleine Verfehlung werde zum „zum Skandal aufgebauscht, von der Kontaktschuld bis zur Sippenhaft”.

Dennis Augustin wird wohl Thema im AfD-Bundesvorstand

Die eigentliche Frage, nämlich ob er Mitglied der rechtsextremen NPD oder ihrer Jugendorganisation Junge Nationalisten (JN) war, beantwortete Dennis Augustin auch nach mehrmaligem Nachfragen verschiedener Kommentaren nicht. Auch schriftliche und telefonische Anfragen des Nordkurier diesbezüglich im Vorfeld der Veröffentlichung ließ Augustin unbeantwortet. Nach Aussagen verschiedener aktiver und ehemaliger NPD-Funktionäre wurden zu den NPD-Ausbildungslagern in Oberitalien ausschließlich Parteimitglieder oder Mitglieder der JN eingeladen.

Die AfD hat einen Unvereinbarkeitsbeschluss gefasst, dem zufolge aktive oder ehemalige Mitglieder von NPD und JN nicht Mitglied der Partei werden dürfen. Dabei ist unerheblich, wie lange diese Mitgliedschaft zurückliegt. Letztendlich bewerten muss dies aber der AfD-Bundesvorstand. Dieser tagt am kommenden Montag, es ist davon auszugehen, dass die Personalie Dennis Augustin dort thematisiert wird.

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