Seit seinem Ausscheiden aus der Regierung schreibt Mathias Brodkorb (SPD) unter anderem für ein Polit-Magazin. Für e
Seit seinem Ausscheiden aus der Regierung schreibt Mathias Brodkorb (SPD) unter anderem für ein Polit-Magazin. Für eine Recherche gab er sich als lesbische Frau aus. Jens Büttner
Deckname Uschi

Der Ex-Minister, der eine Lesbe sein wollte

Weil sich Mathias Brodkorb privat als „Uschi” ausgab, drohte ihm juristischer Ärger. Doch der Ex-Finanzminister soll weiterhin die Sparmaßnahmen an den Kliniken des Landes beaufsichtigen.
dpa
Schwerin

Die umstrittene Recherchemethode des früheren Finanzministers von Mecklenburg-Vorpommern und Publizisten, Mathias Brodkorb, bleibt für dessen berufliche Tätigkeit ohne Folgen. Der Vorgang sei durch das Wissenschaftsministerium geprüft worden. Im Arbeitsvertrag Brodkorbs sei die Genehmigung für publizistische Nebentätigkeiten verankert, erklärte am Freitag in Schwerin ein Ministeriumssprecher. Zuerst hatte die „Schweriner Volkszeitung“ darüber berichtet.

Lesen Sie auch: Grüne und CDU attackieren Brodkorb nach seiner Presserat-Rüge

Brodkorb soll Landes-Kliniken sanieren

Das SPD-Mitglied Brodkorb war Ende 2019 aus der Politik ausgeschieden und kurz darauf Aufsichtsratsvorsitzender der Unikliniken Rostock und Greifswald geworden. Im Auftrag des Landes soll er in dieser Funktion mit zur finanziellen Konsolidierung der Kliniken beitragen, die als Teile der beiden Universitäten unter Landeshoheit stehen.

Lesen Sie auch: Finanzminister Mathias Brodkorb (SPD) zurückgetreten

Rüge gegen Brodkorb und seinen Arbeitgeber

In die Kritik war Brodkorb geraten, nachdem bekannt geworden war, dass er verdeckt an einer digitalen Veranstaltung eines Lesbenverbandes teilgenommen und darüber berichtet hatte. Unter dem Pseudonym einer lesbische Frau „Uschi“ soll Brodkorb das Forum verfolgt haben. Der Deutsche Presserat sprach wegen des so entstandenen Artikels eine Rüge gegen das Magazin „Cicero“ aus, für das Brodkorb regelmäßig schreibt. Die Berichterstattung enthalte keine Informationen von öffentlichem Interesse, die die verdeckte Recherche rechtfertigten, hieß es zur Begründung. Brodkorb verteidigte jedoch seine Vorgehensweise.

zur Homepage