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Der Geldbedarf im Alter wird unterschätzt

Bundesweit rechnen etwa 24 Prozent aller Rentner und Pensionäre mit einem steigenden Geldbedarf.
Bundesweit rechnen etwa 24 Prozent aller Rentner und Pensionäre mit einem steigenden Geldbedarf.
Marijan Murat

Nur 27 Prozent der Rentner im Nordosten haben im Ruhestand noch keinen finanziellen Engpass erlebt. Trotzdem sehen die Menschen in MV eventuelle Geldnöte im Alter eher gelassen.

Angst vor Altersarmut? Im Nordosten sieht man es eher mit Gelassenheit. Nach einer aktuellen Studie des Versicherungskonzerns Axa gehen in Mecklenburg-Vorpommern nur 15 Prozent der Ruheständler davon aus, dass sich ihr Finanzbedarf im Ruhestand erhöht, weil man sich „manchmal etwas Luxus gönnen möchte“. Verglichen mit den anderen Bundesländern sei das neben Brandenburg der niedrigste Wert, sagte Axa-Projektleiter Wolfgang Ludwig. Im Bundesdurchschnitt rechnen 24 Prozent aller Rentner und Pensionäre mit steigendem Geldbedarf.

Rentner im Nordosten eher unbesorgt

Auch die meisten Erwerbstätigen in MV glauben nicht an eventuelle Finanzengpässe, etwa, weil Kinder und Enkel unterstützt werden müssten. Nur 36 Prozent der Befragten wollen sich auf finanzielle Polster für die Nachkommenschaft einstellen. Bundesweit sind dazu immerhin 42 Prozent bereit. Vergleichsweise niedrig sind demnach auch die Bedenken, dass im Alter bedeutende zusätzliche Ausgaben für Kreditabzahlungen oder medizinische Behandlungen zu erwarten sind.

„Die Studie zeigt, dass Erwerbstätige von der Situation im Ruhestand oft falsche Vorstellung haben und den künftigen Finanzbedarf unterschätzen“, unterstrich Patrick Dahmen, Mitglied des Vorstandes der AXA Konzern AG. Der Umfrage zufolge haben aber 73 Prozent aller Rentner in Deutschland schon einen Geldbedarf über ihren Einkünften erlebt. Die Hälfte von ihnen habe Sparanlagen verkauft, und etwa jeder Fünfte habe sich Geld in der Familie oder bei Freunden geliehen