Unsere Themenseiten

Stammzellen-Aktion

:

Der kleine Kevin möchte leben

Vater Falk Koch, Kevins Bruder und seine Mutter Jana Schukies hoffen, dass Kevin einen passenden Spender findet.
Vater Falk Koch, Kevins Bruder und seine Mutter Jana Schukies hoffen, dass Kevin einen passenden Spender findet.
Privat

Der kleine Kevin aus Grimmen ist ein Kämpfer. Doch alleine wird er es nicht schaffen, den Blutkrebs zu überwinden. Seine Eltern, versuchen, ihn mit einer Aktion zu retten.

Eigentlich sollte Kevin aus Grimmen in diesem Jahr eingeschult werden. Aber leider wird er nicht gemeinsam mit anderen Mädchen und Jungen aus Grimmen voller Stolz zum ersten Mal im Klassenzimmer sitzen, die große Schultüte an seiner Seite. Denn Kevin hat Leukämie, eine Form von Blutkrebs. Seine einzige Überlebenschance ist eine Stammzellenspende.

Deswegen haben sich seine Eltern jetzt an die Öffentlichkeit gewandt. All ihre Hoffnungen setzen sie auf den 21. Juli, darauf, dass sich an diesem Tag im Younior-Hotel in Stralsund möglichst viele Menschen als potenzielle Stammzellenspender bei der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) registrieren lassen und ihrem Kleinen die Chance auf ein gesundes Leben offen halten.

„Kevin ist ein kleiner Kämpfer, aber er braucht die Hilfe der ganzen Bevölkerung. Deshalb bitten wir euch: Nehmt an dieser Aktion teil. Ein kleiner Moment eurer Zeit könnte das Leben unseres Sohnes retten“, teilten die Eltern mit.

Dass etwas mit dem Sechsjährigen nicht stimmt, fiel der Familie bereits im Sommer 2017 auf. Kevin klagte zunehmend über Knie- und Handgelenkschmerzen, leichte Übelkeit und Appetitlosigkeit. Mitte August des gleichen Jahres gab es dann die niederschmetternde Diagnose: Blutkrebs.

„Wenn‘s bunt ist, schmeckt‘s auch bunt“

Seitdem verbringt der Junge mehr Zeit im Krankenhaus als zu Hause: Mehrere Chemotherapien liegen schon hinter ihm. Nach Monaten voller Hoffen und Bangen dann die niederschmetternde Botschaft: Nur ein passender Stammzellenspender kann das Leben des tapferen Jungen retten. Trotz aller Strapazen hat sich Kevin bislang nicht unterkriegen lassen.

„Er meistert sämtliche Untersuchungen super. Offenbar spürt er, dass alle ihm helfen wollen“, meint seine Mutter Jana Schukies. Kevin liebt das Leben und seine Freunde, heißt es auf einem Flyer, der auf die Aktion aufmerksam machen soll. Trecker und Tiere seien seine große Leidenschaft. Laut seiner Mutter ist er ein helles Köpfchen, der alles wissen will, sich alles merkt. Er helfe gerne auf dem Hof und in der Küche.

Im Fernsehen schaut er am liebsten Kochshows und liebt leckeres Essen. Sein Lieblingsspruch, mit dem er die ganze Familie zum Lachen bringt: „Wenn‘s bunt ist, schmeckt‘s auch bunt.“

Transplantation frühestens im November

Maik Heuer, Geschäftsführer des Younior-Hotels in Stralsund, hat selbst schon Stammzellen gespendet. Als er von dem Schicksal des Jungen erfuhr, zögerte er keinen Augenblick. Gemeinsam mit Kevins Eltern und Freunden organisiert er nun eine Registrierungsaktion in Stralsund. Wer gesund und zwischen 17 und 55 Jahren alt ist, kann sich dort als potenzieller Spender registrieren lassen.

Das Prozedere ist laut DKMS einfach und schnell: Beim Spender wird ein Abstrich an der Wangenschleimhaut mit einem Wattestäbchen gemacht. So können seine Gewebemerkmale im Labor bestimmt werden. Das dauert etwa fünf bis zehn Minuten.

Spender, die sich bereits registrieren ließen, müssen nicht erneut mitmachen. Frühestens im November könnte die Transplantation erfolgen, wenn ein geeigneter Spender gefunden wurde. Es gibt wohl kaum jemanden, der Kevin das nicht wünscht. Der nicht glücklich wäre, wenn der Sechsjährige zu Hause auch wieder das „bunte Essen“ genießen und spätestens im nächsten Jahr dann hoffentlich in die Schule gehen kann.

Kommentare (1)

So klein ist die Chance, den einen passenden nichtverwandten Spender irgendwo auf der Welt zu finden: den sogenannten genetischen Zwilling. Doch auch nach einer erfolgten Transplantation liegt die Überlebenschance bei unter 60 %. Aber auch dann kann der Krebs selbst nach vielen Jahren noch zurückkehren! Ohne Transplantation führt Blutkrebs immer zum Tod. Nur eine Frage der Zeit. Keine allzu guten Aussichten für den kleinen Kevin. Aktuell ist man in Deutschland in der Lage, für knapp 75 Prozent der Patienten einen voll kompatiblen Spender zu finden, für weitere 20 Prozent einen weniger optimalen Spender, der aber immer noch akzeptabel ist. Deutschlandweit nähert sich die Zahl der registrierten Stammzellenspender der 7,2-Millionen-Marke; weltweit sind es aktuell etwa 28 Millionen. Deutschland spielt also eine wichtige Rolle. Nur einer von hundert registrierten Stammzellenspendern wird jemals um seine Hilfe gebeten werden müssen. Die Stammzellenspende ist gratis!