HILFE KOMMT ZU SPÄT

Der Rettungsdienst ist in MV zu langsam

Die aktuellen Zahlen lassen aufhorchen: In MV kommen die Rettungsdienste oftmals zu spät an den Unfallort – die per Gesetz vorgeschriebenen Hilfsfristen werden nicht eingehalten.
Andreas Becker Andreas Becker
Im Notfall zählt jede Sekunde, um Leben zu retten. Im Flächenland Mecklenburg-Vorpommern aber werden Vorschriften ei
Im Notfall zählt jede Sekunde, um Leben zu retten. Im Flächenland Mecklenburg-Vorpommern aber werden Vorschriften einfach nicht eingehalten. Boris Roessler
Schwerin.

Matthias Manthei ist angefressen. Seit Jahren kämpft der Landtagspolitiker von der oppositionellen Freie Wähler/BMV-Fraktion für eine Verbesserung des Rettungsdienstes. Doch die neuesten Daten zu den Hilfsfristen gefallen Manthei überhaupt nicht.

„Ich kritisiere insbesondere, dass die maximale Hilfsfrist von 15 Minuten in allen Rettungsdienstbereichen teilweise in erheblicher Zahl überschritten wurde. Damit ist die gesetzliche Vorgabe in vielen Fällen nicht eingehalten. Das ist vor dem Hintergrund der regelmäßig zu vermutenden oder tatsächlich vorliegenden akuten Lebensgefahr inakzeptabel“, wettert Manthei.

Erst kürzlich hat Gesundheitsminister Harry Glawe zusätzliche Hubschrauber in MV gefordert, um die Situation zu entspannen.

Frist wird in MV zu oft überschritten

Im Landkreis Vorpommern-Rügen beispielsweise gab es im vergangenen Jahr 32.693 Rettungseinsätze. Davon hielten lediglich 27.093 die maximale Hilfsfrist von 15 Minuten ein – das entspricht 82 Prozent. Laut Gesetz aber darf die maximale Hilfsfrist von 15 Minuten in 90 Prozent der Einsätze im ländlichen Bereich beziehungsweise 95 Prozent der Einsätze im städtischen Bereich nicht überschritten werden.

Krass ist auch die Situation im Landkreis Rostock: Dort wurden im Jahr 2018 exakt 23.821 Einsatze registriert – allerdings schafften es nur 19.821 Rettungswagen in der gesetzlichen Frist zum Unfallort. Das heißt: Auch hier wurden mit 83 Prozent die vorgeschriebenen 90 Prozent nicht erreicht.

Mehr lesen: Rettungshelikopter sollen in MV ab 2020 auch nachts fliegen.

Dramatisch ist die Lage des Rettungsdienstes ebenfalls in Nordwestmecklenburg: Dort schafften es nur 84 Prozent der Rettungsfahrzeuge in der maximalen Hilfsfrist von 15 Minuten zum Einsatzort. Auch der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte hält sich nicht ans Gesetz. Dort waren im Jahr 2017 nur 84 statt der vorgeschriebenen 90 Prozent der Helfer „pünktlich“ zur Stelle.

Gutachten in Auftrag gegeben

Aufgrund der wenig befriedigenden Situation, die im Notfall Leben kosten kann, wird laut Gesundheitsministerium in Schwerin „eine landesweite Überplanung der Rettungsdienstbereiche in Mecklenburg-Vorpommern in Verantwortung der Träger des Rettungsdienstes durchgeführt“. Dazu sei von den Trägern des Rettungsdienstes ein Gutachten in Auftrag gegeben worden. Die Ergebnisse lägen allerdings noch nicht vor.

Das Ministerium machte deutlich, dass die Ergebnisse des Gutachtens „bei den Planungen und Entscheidungen Berücksichtigung finden werden“. Ein Trost für Matthias Manthei und die potenziellen Unfallopfer, die auf dringende Hilfe angewiesen sind?

 

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