METEOROLOGISCHER HERBSTANFANG

Der Sommer 2017 - Nur Unwetter und Dauerregen?

Das war's schon mit Sommer, bevor er sich überhaupt richtig gezeigt hat. Kurz vor dem meteorologischen Herbstanfang kommt ein Wetterumschwung auf Deutschland zu. Zeit für eine Bilanz.
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Ein Foto vom 21. August 2017 am Ostseestrand von Warnemünde: Touristen haben sich den Ostseeurlaub sicherlich anders vorgestellt.
Ein Foto vom 21. August 2017 am Ostseestrand von Warnemünde: Touristen haben sich den Ostseeurlaub sicherlich anders vorgestellt. Bernd Wüstneck / dpa
Mecklenburg-Vorpommern.

Wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilte, sind die sommerlichen Tage vorerst vorbei. Der Donnerstag startet in vielen Teilen Deutschlands mit lockeren Wolken, vor allem in Nordrhein-Westfalen, Brandenburg und Vorpommern ist es stark bewölkt, zeitweise ist Regen möglich.

Bei Höchstwerten von 18 Grad an der Nordseeküste und bis zu 28 Grad in der Lausitz wird es in einigen Teilen Deutschlands zunächst noch einmal sommerlich warm. Zum meteorologischen Herbstanfang am Freitag sinken die Temperaturen aber deutlich: Die Höchstwerte liegen dann zwischen 15 und 22 Grad.

Im Südosten Deutschlands ist es stark bewölkt, zum Teil werden schauerartige und gewittrige Regenfälle erwartet. Norden und Westen bekommen zumindest zeitweise Sonnenstrahlen ab, an der Nordsee bleibt es meist trocken. Am Samstag wird es bei ergiebigem Regen vor allem im Nordosten und in Südbayern ungemütlich. Wärmer als 19 Grad wird es laut DWD nicht.

Was war das für ein Sommer?

In diesem Jahr hat der Sommer so einige Kapriolen geschlagen. Erst kürzlich beklagten die Obstbauern in Mecklenburg-Vorpommern eine miserable Apfelernte, da frostige Nächte viele der Blüten zerstört hatten.

Das aktuelle, kurzzeitige Hitzehoch hat den Landwirte dagegen Brände von Maschinen und Feldern „beschert”. Bereits Anfang August gab es eine Serie ähnlicher Fälle im Land.

Ein Wetterphänomen der besonderen Art gab es vor der Küste Rügens zu bestaunen: Rettungsschwimmer hatten einen Tornado gefilmt.

Stürme und Unwetter

Ende Juli erschütterte ein heftiger Sturm Teile der Mecklenburgischen Seenplatte. In Freest wurde ein Kind bei einem Unwetter schwer verletzt.

Solche außergewöhnlichen Ereignisse bleiben einem im Gedächtnis und prägen – zusammen mit den Erinnerungen an den eigenen Urlaub, bei dem es vielleicht auch geregnet hat – das subjektive Bild vom Sommer.

Kein Ausnahme-Unwetter-Sommer

Gerhard Lux, Meteorologe und DWD-Pressesprecher bestätigte zwar schon im Juli den Trend, dass es häufiger stark regnet, aber: Ein Ausnahme-Unwetter-Sommer ist der Sommer 2017 nach den Worten des Experten nicht: „Wechselhaftes Wetter ist in unseren Breiten der Normalfall. Dazu gehören gelegentliche Wetterkapriolen.” In Deutschland sei von Mitte Mai bis Ende August Gewittersaison – und das bedeute immer auch extreme Situationen.

Ähnlich sah das Wetterexperte Jörg Kachelmann. Auch er schätzte bereits im Juli den vielerorts regenreichen Sommer durchaus als normal ein: „Die groteske Wahrnehmung bei vielen Menschen im Lande ist, dass es normal wäre, wenn es jetzt wochenlang Sonne und Hitze gäbe”, sagte er. Doch Juni und Juli seien „in Deutschland die Monate mit dem meisten Regen im Durchschnitt”.

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