Den Barmer-Angaben zufolge waren im vergangenen Jahr in Deutschland 820.000 Männer und 329.000 Frauen erwiesenermaß
Den Barmer-Angaben zufolge waren im vergangenen Jahr in Deutschland 820.000 Männer und 329.000 Frauen erwiesenermaßen alkoholabhängig. ANDO
Alkoholabhängigkeit

Deutlich mehr Alkoholiker in MV als im Bundesschnitt

Vor allem Männer älter als 55 Jahre sind von der Abhängigkeit betroffen. Auch insgesamt hat die Zahl der Alkoholkranken zugenommen.
Schwerin

Mecklenburg-Vorpommern zählt zu den traurigen Spitzenreitern mit Blick auf die Alkoholiker-Statistik. Wie die Krankenkasse Barmer am Mittwoch mitteilte, gibt es in MV über 50 Prozent mehr alkoholkranke Menschen als im Bundesschnitt. Demnach diagnostizierten Ärzte im vergangenen Jahr in Mecklenburg-Vorpommern bei 21 und in Bremen sogar bei 22 je 1.000 Personen eine Alkoholabhängigkeit. Der Bundesschnitt lag laut Barmer bei 14 je 1.000.

Mehr zum Thema: Krankenkasse rechnet mit mehr Rauschtrinkern in Corona-Pandemie

„Die massiven regionalen Unterschiede bei der Alkoholabhängigkeit sind rein medizinisch nicht erklärbar. Hier dürften auch sozio-demographische Faktoren eine Rolle spielen“, sagt Henning Kutzbach, Landesgeschäftsführer der Barmer in Mecklenburg-Vorpommern.

Den Barmer-Angaben zufolge waren im vergangenen Jahr in Deutschland 820.000 Männer und 329.000 Frauen erwiesenermaßen alkoholabhängig. Dabei seien vor allem Menschen in der zweiten Lebenshälfte betroffen gewesen. So waren laut Barmer-Statistik unter den 55- bis 60-jährigen Männern zuletzt rund 131.000 alkoholabhängig und knapp 51.000 Frauen in derselben Altersgruppe.

Auch interessant: Alkohol in Maßen verlängert nicht das Leben

„Neben individuellen Gründen und Schicksalsschlägen mag auch die Sozialisation eine Rolle spielen. Alkohol hatte damals einen anderen Stellenwert, insbesondere in Zeiten des Wirtschaftswunders. Heute stehen in der Gesellschaft die Risiken viel stärker im Vordergrund“, sagt Kutzbach. Gleichwohl sei die Zahl der Menschen mit der Diagnose Alkoholabhängigkeit in den vergangenen fünf Jahren von 1,09 auf 1,15 Millionen Betroffene gestiegen.

zur Homepage