ABGESACKTE A20

Deutsche Planer, schaut auf diese Löcher!

Wir müssen jetzt einfach mal Frust abbauen: Während es hierzulande Jahre dauert, bis der Krater in der A20 geflickt ist, geht so etwas andernorts in Tagen. Glauben Sie nicht? Hier sind die Beweise!
Gabriel Kords Gabriel Kords
In Japan dauerte es nicht einmal zwei Tage, bis dieses gewaltige Loch in einer Straße wieder repariert war. Screenshot Guardian
Tribsees.

Ja, wir werden jetzt Äpfel mit Birnen vergleichen – aber in Extremsituationen, wie diese eine ist, muss das ausnahmsweise mal erlaubt sein. Und deswegen werfen wir aus dem Nordosten Deutschlands einen Blick nach Japan. Der ostasiatische Inselstaat ist wirtschaftlich bekanntlich ähnlich gut entwickelt wie Deutschland – entsprechend gut ist das japanische Straßennetz.

Und natürlich gibt es auch in Japan hier und da mal ein Malheur, mitunter tut sich sogar ein Krater im A20-Stil auf. Im Internet tauchen dann allerdings regelmäßig Bilder davon auf, wie diese Krater binnen weniger Tage geflickt werden. Zum Beispiel bei diesem Problemfall in der Millionenstadt Fukuoka. Dort „verschwand” eine fünfspurige Stadtstraße plötzlich in einem riesigen Krater – und 48 Stunden später war das Loch wieder verfüllt. Es gibt Beweisvideos.

In den Internet-Netzwerken Facebook und Twitter machen zudem Bilder einer Landstraße die Runde, die im Jahr 2011 in Folge der Tsunami-Katastrophe ähnlich wie die A20 wegrutschte – und die binnen sechs Tagen repariert wurde.

Im Internet sind die Bilder dieses Vorfalls garniert mit der Frage: „In Japan wurde diese Straße in sechs Tagen repariert – wie lange würde das in Deinem Land dauern?”

In Mecklenburg-Vorpommern müsste man angesichts des A20-Kraters und der erwarteten Bauzeit von mehreren Jahren wohl sagen: Ungefähr hundert Mal so lang. Wobei fairerweise angemerkt sei, dass man die beiden Japanischen Straßenlöcher nur bedingt mit dem A20-Krater vergleichen kann. Denn erstens ist Loch eben nicht gleich Loch – entscheidend ist der Untergrund, der an der A20 ja auch das Problem ist. Und andererseits ist das deutsche Planungsrecht eben nicht von Pappe: Man kann nicht einfach irgendwo Asphalt hinkippen, schon gar nicht in einem Naturschutzgebiet, wie das Trebeltal, wo die A20 abgerutscht ist, eines ist.

Und trotzdem wundert man sich leise vor sich hin, wieso in Deutschland alles immer sooooooooooo viel länger dauert.

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Kommentare (3)

Laien antworten: in Deutschland muss geklärt werden, wer, wann, wieviel die Kosten übernimmt oder vorschiesst, bis der Bund (Bauherr und Eigentümer der Bundesautobahn) außerplanmäßige Kosten wuppen kann.

Ärgerlich, dass das Autobahnloch nicht ins Sommerloch fiel.

gemessen an anderen Katastrophen weltweit derart effizient gehandelt wird, wie wuerde das aussehen wenn tatsaechlich eine umfangreicheKatastrophe eintritt?