Tag der Arbeit

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DGB Nord fordert gerechte Löhne

Im Zentrum der Gewerkschaftsveranstaltungen zum 1. Mai stand die Forderung nach fairen Löhnen.
Im Zentrum der Gewerkschaftsveranstaltungen zum 1. Mai stand die Forderung nach fairen Löhnen.
Patrick Seeger

Der DBG Nord hat zu Maifeiern und Kundgebungen aufgerufen. Ein Dorn im Auge der Gewerkschafter ist weiter die Lohnlücke zwischen Ost und West.

Unter dem Motto „Solidarität. Vielfalt. Gerechtigkeit” sind in Mecklenburg-Vorpommern zum Tag der Arbeit Tausende Menschen auf die Straße gegangen. Im Zentrum der landesweiten Gewerkschaftsveranstaltungen zum 1. Mai standen am Dienstag Forderung nach fairen Löhnen.

Fast 30 Jahre nach der Wiedervereinigung sei bei den Löhnen und der Rente immer noch die deutsch-deutsche Grenze sichtbar, sagte der Vorsitzende des DGB Nord, Uwe Polkaehn, in Rostock vor mehreren Hundert Zuhörern beim Maifest. „Das ist ein Armutszeugnis, das darf so nicht bleiben.” Der DGB Nord veranstaltete im Norden Deutschlands insgesamt 29 Maifeiern, Familienfeste, Demonstrationen und Kundgebungen.

Nach Polkaehns Angaben erhalten Arbeitnehmer in MV im Schnitt 37 Prozent weniger Bruttogehalt als in Hamburg. Rund ein Drittel verdiene weniger als 2000 Euro, damit halte Mecklenburg-Vorpommern die rote Laterne. Deswegen pendelten täglich rund 70.000 Menschen in die Nachbarbundesländer. „Da müssen die Arbeitgeber 'ne Schippe drauflegen”, forderte Polkaehn.

Manuela Schwesig geht es um Wert und Würde der Arbeit

Für Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) geht es bei der gerechten Entlohnung auch um die Frage nach Wert und Würde der Arbeit. „Gute Löhne sagen dem, der arbeitet: 'Deine Arbeit ist wichtig, deine Arbeit ist gut'.” Dies setze die Landesregierung nun mit einem neuen Vergabegesetz um. Das Land werde künftig öffentliche Aufträge nur noch dann bezahlen, wenn der Vergabemindestlohn bei 9,54 Euro liege.

Dabei soll es nicht bleiben. Dieser Mindestlohn soll jährlich dem Tarifindex angepasst werden. „Damit haben wir den höchsten Vergabemindestlohn in Ostdeutschland und werden nach meiner Einschätzung auch bundesweit den höchsten bekommen”, sagte Schwesig.

Änderung der Pflegeausbildung

Vor dem Hintergrund des akuten Mangels an Pflegekräften kündigte die neue Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) in Rostock eine grundlegende Änderung der Pflegeausbildung an. Die Antwort auf den Mangel könne nicht darin liegen, im Ausland Leute anzuwerben. Dies sei nicht solidarisch.

Es werde nun eine neue Prüfungsverordnung geben, mit der das Schulgeld abgeschafft und eine Ausbildungsvergütung eingeführt werde. Darüber hinaus müssten auch die Arbeitsbedingungen und die Bezahlung im Pflegeberuf verbessert werden, forderte Giffey.