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Suche nach Diana Ferch

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Sie ging wandern und kehrte nie zurück

Auch ihr Kind ließ Diana Ferch damals zurück.
Auch ihr Kind ließ Diana Ferch damals zurück.
privat

Eine junge Mutter ist seit drei Jahren spurlos verschwunden. Spezialisten des Landeskriminalamtes haben den mysteriösen Fall jetzt noch einmal unter die Lupe genommen. Die Ergebnisse der Ermittler machen wenig Hoffnung.

Von ihrer Mutter verabschiedete sich Diana Ferch am Telefon. „Sie wollte Zeit für sich haben und auf eine Wandertour gehen“, sagt Polizeisprecher Andreas Scholz. Zur Einschulung ihres sechsjährigen Sohnes wollte die damals 26-Jährige wieder zurück sein. Doch die junge Mutter kehrte nicht mehr heim.

Diana Ferch verschwand im Juni 2011 spurlos. Suchtrupps durchkämmten Waldstücke, TV-Sender berichteten über ihr Verschwinden, bei der Polizei gingen über 80 Hinweise ein. Eine konkrete Spur ergab sich nicht. Für wahrscheinlich wurde auch gehalten, dass Diana Ferch verunglückt sein könnte oder als Aussteigerin ein neues Leben beginnen wollte.

Drei Jahre nach ihrem mysteriösen Verschwinden geht die Polizei nun davon aus, dass die Stralsunderin einem Verbrechen zum Opfer gefallen ist. „Das ist die wahrscheinlichste Richtung“, wie Polizeisprecher Scholz jetzt gegenüber dem Nordkurier sagt.

Profiler des LKA nehmen den Fall unter die Lupe

Zu dem aktuellen Ergebnis sind die Fallanalytiker des Landeskriminalamtes (LKA) nach einer neuerlichen Auswertung der Geschehnisse gekommen. Die LKA-Spezialisten für besonders schwierige und komplizierte Fälle waren Anfang des Jahres in die Ermittlungen einbezogen worden und hatten „alles noch einmal bis ins kleinste Detail auseinander genommen.“

Im Zuge ihrer operativen Fallanalyse befragten die Beamten erneut Nachbarn, Freunde und Bekannte der Vermissten. Busunternehmen wurden abgefragt, die Wanderroute mit einem Hubschrauber abgeflogen. Die Familie beauftragte ein Detektivbüro. „Die Ermittler haben auch eingängig den Lebenslauf und die Persönlichkeit der Frau analysiert“, erklärt Scholz. Demnach halten es die Profiler für unwahrscheinlich, dass Diana Ferch als Aussteigerin ein neues Leben beginnen wollte. „Sie ist nicht der Ausreißertyp“, erklärt der Polizeisprecher. Die innige Beziehung zu ihrem Sohn spreche gegen die Aussteiger-These.

Auch ein Unfall oder ein Unglück wird von den Fallanalytikern des Landeskriminalamtes ausgeschlossen. Für diese Annahme habe man an den letzten bekannten Aufenthaltsorten keinerlei Anhaltspunkte wie etwa Kleidungsstücke oder persönliche Gegenstände gefunden, erläutert Polizeisprecher Andreas Scholz. Nach dem Ausschlussverfahren bliebe damit nur noch ein Gewaltverbrechen als wahrscheinlichste Ursache für das Verschwinden der jungen Frau. Doch was nützt diese Erkenntnis der Polizei eigentlich? „Es ist ein neuer Ermittlungsansatz“, sagt Scholz. Verschiedene Punkte der Wanderroute von Diana Ferch würden nun noch „einmal genau unter die Lupe genommen.“

Letztes Lebenszeichen kam aus Güstrow

Nach den bisherigen Ermittlungen wollte Diana Ferch nach Mirow wandern. Dort sei auf einem Zeltplatz im Juli ein Treffen mit Freunden vereinbart gewesen. Das letzte bestätigte Lebenszeichen der Frau stammt vom 27. Juni 2011. In Güstrow unterhielt sie sich am Nachmittag mit einem Mann und benutzte dessen Handy für einen Anruf nach Hause. „Ab dann wird es ziemlich dünn“, räumt Scholz ein. Ein weiterer Zeuge will die Frau später noch einmal in einem Waldstück bei Userin (Landkreis Mecklenburgische-Seenplatte) gesehen haben.

Um das Schicksal von Diana Ferch aufklären zu können, sucht die Polizei auch weiterhin nach Zeugen. „Es gibt durchaus Menschen, die sich auch nach vielen Jahren noch an Details erinnern können“, sagt ein LKA-Sprecher dazu. Manche Täter oder Mitwisser wollen nach all den Jahren endlich ihr Gewissen erleichtern.

Das Verschwinden der jungen Frau aus dem Nordosten soll auch noch einmal im Fernsehen beleuchtet werden. Die ZDF-Sendung „AktenzeichenXY...ungelöst“ plant dazu voraussichtlich am
21. Mai einen Beitrag. Vielleicht geht dann der entscheidende Hinweis ein.

Hinweise zum Fall Diana Ferch nimmt die Polizei in Stralsund entgegen unter:
03831 2830243 und 03831 28900

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