CORONAVIRUS

Die aktuelle Corona-Lage in MV im Überblick

Die Seenplatte ist das erste MV-Hochrisikogebiet. Dort gilt jetzt eine Ausgangssperre. Das ist aber nicht das Einzige, was sich an der Corona-Lage geändert hat. Ein Überblick:
Ab Freitag, dem 8. Januar, gilt im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte eine Ausgangsbeschränkung ab 20 Uhr.
Ab Freitag, dem 8. Januar, gilt im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte eine Ausgangsbeschränkung ab 20 Uhr. Sebastian Gollnow
Schwerin ·

Die Mecklenburgische Seenplatte hat als erster Landkreis in MV die kritische Grenze von 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen überschritten. Wie das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) berichtete, lag der Wert am Donnerstag bei 220,9. Mit der Einstufung als Hochrisikogebiet treten weitere Einschränkungen in Kraft. Bereits am Abend erließ der Landkreis strenge Ausgangsbeschränkungen.

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Die „Allgemeinverfügung” legt fest, dass Bürger ab dem 8. Januar von 20 Uhr abends bis 6 Uhr des Folgetages ihre Wohnstätten nur unter ganz bestimmten Bedingungen verlassen dürfen. Dazu zählen unter anderem Wege zur Arbeit, Schulbesuche, die Teilnahme an notwendigen Veranstaltungen der Landesregierung, bestimmte Jagdeinsätze etwa gegen die Afrikanische Schweinepest sowie weitere unaufschiebbare Anliegen. Zudem wird geprüft, ab wann die Einwohner sich nur noch, wie mit dem Bund abgestimmt, in einem Radius von 15 Kilometern um die Wohnorte – und was als Wohnort gilt – bewegen sollen.

Darum ist die Inzidenz so hoch

Seenplatte-Landrat Heiko Kärger (CDU) führte die Entwicklung in seinem Kreis auf mehrere Faktoren zurück. „Zum einen haben alle Nachbarkreise in Brandenburg mehr als 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und wir die längste Grenze dahin”, sagte Kärger. „Das schwappt rüber, die Menschen bewegen sich und es kommt in Familien zu Kontakten untereinander.”

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Ein Grund dafür sei auch die „zu große Freizügigkeit” zu Weihnachten und Silvester. Die Seenplatte ist mit rund 275.000 Einwohnern auf 5500 Quadratkilometern sehr dünn besiedelt, sodass schon kleinere Ausbrüche hohe Inzidenzzahlen bewirken. Zudem ist der Anteil Älterer höher als in vielen anderen Landesteilen.

MV-Landtag billigt schärfere Corona-Maßnahmen

In Schwerin billigte der Landtag am Donnerstag die zwischen Bund und Ländern vereinbarten Schutzvorkehrungen. Mit den Stimmen der Koalitionsfraktionen SPD und CDU und auch der oppositionellen Linken wurde die Landesregierung aufgefordert, diese in Landesrecht umzusetzen. Die AfD votierte gegen den Antrag.

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Das Kabinett berief für Freitag einen weiteren MV-Gipfel ein, um mit Vertretern von Kommunen, Wirtschaft, Wissenschaft und Gewerkschaften das weitere Vorgehen abzustimmen und die Corona-Landesverordnung fortzuschreiben. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) kündigte „praktikable” Lösungen etwa für Treffen innerhalb von Familien an. Sie appellierte an die Menschen, auf jeden nicht unbedingt nötigen Kontakt zu verzichten.

333 Neuinfektionen am Donnerstag

Landesweit war am Donnerstag im Vergleich zu den beiden Vortagen die Zahl der Corona-Neuinfektionen deutlich zurückgegangen. Laut Lagus wurden 333 Neuinfektionen registriert – am Dienstag waren es noch 487, am Mittwoch 480 neue Fälle.

Die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen 7 Tage (7-Tage-Inzidenz) kletterte für das gesamte Bundesland auf nun 108,4 – nach 103,3 am Mittwoch. Elf Menschen starben im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion. Die Gesamtzahl der Toten im Zusammenhang mit dem Virus stieg damit auf 226.

Impfungen in MV

Nach Angaben des Landesgesundheitsministeriums wurden am Donnerstag die ersten Briefe mit Impfinformationen an zu Hause lebende und mindestens 80 Jahre alte Senioren verschickt. Sie sollen vom 12. Januar an in Impfzentren des Landes geimpft werden.

Diese Altersgruppe wird wegen der besonderen Gefahr, schwer zu erkranken, vorrangig versorgt. Zunächst seien 2500 Menschen angeschrieben worden, am Freitag sollen weitere 2500 und dann wöchentlich 10.000 folgen, hieß es. An diesem Freitag sollen nach Angaben des Bundesministeriums für Gesundheit 14.625 neue Impfdosen nach Mecklenburg-Vorpommern geschickt werden.

In Mecklenburg-Vorpommern haben sich nach Angaben des Robert Koch-Instituts bislang knapp 22.000 Menschen gegen das Coronavirus impfen lassen. Damit hat sich diese Zahl seit Montag fast verdoppelt, denn bis zum vergangenen Wochenende hatten landesweit 11.500 Menschen die Schutzimpfung erhalten.

Weitere Einzelheiten finden Sie in den beiden aktuellen Allgemeinverfügungen:

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Kommentare (10)

In der angesagten prikären Lage ist es sicher auch angebracht die Supermärkte bereits um 18 Uhr zu schließen. Damit hat dann jeder Kunde, egal woher er kommt, die Möglichkeit pünktlich zu Hause zu sein. Da viele Menschen in der Zeit keiner Arbeit nachgehen können, ist das auch kein Problem tagüber seine bescheidenen Einkäufe zu erledigen, zumal auch die Spätdienstverkäuferinnen sich mal um ihre von Schuldienst geplagten Kinder kümmern können. Auch sollte es in der Zeit keine Sonderangebote, die auf bestimmte Tage ausgerichtet sind, geben. Damit wird ein überdimensionaler Kundenstrom vermieden und die Überträger des Virus gestreut. Tankstellen müssen auch nicht über 18 Uhr öffnen.

Ein höherer Kundenstrom wird vermieden, in dem man die Supermärkte früher schließt ? Auch eine Logik........

"Die 'Allgemeinverfügung' legt fest, dass Bürger ab dem 8. Januar von 20 Uhr abends bis 6 Uhr des Folgetages ihre Wohnstätten nur unter ganz bestimmten Bedingungen verlassen dürfen. Dazu zählen unter anderem Wege zur Arbeit, Schulbesuche, die Teilnahme an notwendigen Veranstaltungen der Landesregierung, bestimmte Jagdeinsätze etwa gegen die Afrikanische Schweinepest sowie weitere unaufschiebbare Anliegen."
Das ist ja mal wieder sehr bezeichnend, dass der Nordkurier bei der Aufzählung der Ausnahmegründe das Einkaufen im Supermarkt "vergessen" hat. Das ist nämlich auch erlaubt. Ein Blick in die Allgemeinverfügung könnte da durchaus helfen, den Horizont zu erweitern. Hier die entsprechende Passage:
"d. Versorgungsgänge für die Gegenstände des täglichen Bedarfs und der Einkauf in Ladengeschäften sowie die Inanspruchnahme sonstiger Dienstleistungen im Landkreis und des angrenzenden Landkreises".
Insofern ist es auch gar nicht notwendig, die Supermärkte oder andere Verkaufseinrichtungen vor 22:00 Uhr zu schließen, wie in den Kommentaren zu einem anderen Artikel gefordert wird.

Ach nein, das ist ja sogar der vorhergehende Kommentar, in dem das gefordert wird.

Herr Kärger schränkt jetzt die Bewegungsfreiheit von ca. 200.000 Einwohnern ein- ein höchst bedenklicher Eingriff in die Grundrechte der Bürger - wie lange bzw. welches Ziel soll erreicht werden benennt er nicht. Warum der Landkreis trotzdem Besucher aus allen angrenzenden Gebieten zulässt, erschließt sich mir nicht. Ich nenne das hilflosen Aktionismus. Anstatt die eigene Bevölkerung jetzt einsperren hätte man den Besuch unkontrollierter Besucherströme einschränken und konsequent kontrollieren sollen.

'... wie lange bzw. welches Ziel soll erreicht werden benennt er nicht.'

Nachdem was ich so gelesen habe, sollen Tagesausflüge in die Skigebiete unterbunden werden.
Naja, kann man nicht verlangen, dass Politiker erkennen, wie unsinnig dies in MV ist. 'Wie lange' ist damit aber auch geklärt: Solange Schnee liegt!

gerne das Aufheulen gehört, wenn man die Oma zu Weihnachten nicht über die MV-Grenze gelassen hätte. Was wir jetzt an Infektionen sehen, wurde Weihnachten verursacht.

Infektionen? Wo genau?
Ich lese von positiv getesteten Menschen. Hm, nun leg los....

...scheint auch kein Verlass mehr zu sein. Muss mich wohl noch bei alternativen Medien informieren.

Stimmt. Und dann bitte nie wieder Kommentare unter NK-Artikel schreiben.

Einfach die Verordnung lesen, wäre auch zu einfach. Die gibt es scheinbar nur im Darknet 🥳🤣🤦🏼‍♂️.