LÜGEN IM ZEUGENSTAND?

Die Awo und ihre Glaubwürdigkeit

Vorletzte Runde im Awo-Untersuchungsausschuss: Und noch mal muss ein hochrangiger Awo-Funktionär in den Zeugenstand.
Wo geht es lang, Herr Tünker? Der Awo-Landesgeschäftsführer muss erneut aussagen.
Wo geht es lang, Herr Tünker? Der Awo-Landesgeschäftsführer muss erneut aussagen. Axel Heimken
Schwerin.

Es war einer der vielen denkwürdigen Auftritte, die der Parlamentarische Untersuchungsausschuss zur Aufklärung der Awo-Affäre in den vergangenen drei Jahren erlebt hat: Bernd Tünker, seit acht Jahren Landesgeschäftsführer der Awo, gab sich am 21. Oktober 2019 als Zeuge freundlich, höflich, jovial und durchaus auskunftsfreudig. Entsprechend freudestrahlend nahm der eigens aus Berlin nach Schwerin geeilte Awo-Bundes-Chef Wolfgang Stadler den Auftritt seines Kollegen zur Kenntnis – und strahlte in jede Kamera, die ihm vor das Gesicht gehalten wurde.

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Doch im Nachhinein stellte sich heraus, dass es Bernd Tünker bei seinen Aussagen mit der Wahrheit offenbar nicht immer ganz so genau genommen hat. Denn die Fragen der Ausschussmitglieder, ob der Awo aufgrund nicht ordnungsgemäßer Geschäftsführung die Rückzahlung von bereits kassierten Förder- und Steuergelder drohe, hatte der Awo-Landesgeschäftsführer stets verneint.

Tünker hatte sich als Saubermann präsentiert – doch in der Zwischenzeit haben weitere Zeugen ausgesagt und das Image Tünkers zumindest befleckt. Konkret: Hochrangige Mitarbeiter aus dem Sozialministerium haben bestätigt, dass es Rückzahlungsprüfungen gäbe, die im fünfstelligen Bereich lägen. Und genau diesen Widerspruch will sich der Untersuchungsausschuss von Tünker am Montag in öffentlicher Vernehmung erklären lassen.

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