Spektakuläre Verbrechen
Die größten Mord-Fälle in MV und der Uckermark

Daniel Reinhardt

Im Stadtwald von Teterow ist ein Mann eines gewaltsamen Todes gestorben. Wanderer hatten seine Leiche gefunden. In den vergangenen Jahren hatte es immer wieder spektakuläre Leichenfunde gegeben.

1. Februar 2018, Waren an der Müritz

In Waren wird die damals 67-jährige Anwältin Gabriele B. in ihrer Kanzlei erschossen. Dringend tatverdächtig ist ein 79 Jahre alte Mann, der nach der Tat aus dem Haus flüchtet. Die Polizei sucht mit einem Großaufgebot und einem Sondereinsatzkommando, am Abend wird der Mann festgenommen. Ende April wird die Tatwaffe nach einem Hinweis des Beschuldigten in einem Warener Waldstück gefunden. Gegen den Rentner wird Anklage wegen Mord und Verstoß gegen das Waffengesetz erhoben.

7. Mai 2017, Siedenbollentin

In Siedenbollentin bei Altentreptow wird die Leiche einer damals 29-Jährigen in einem Moor gefunden. Ein Mann aus dem Ort wird angeklagt, die Frau zu sexuellen Handlungen genötigt und dann ermordet zu haben. Vor Gericht gibt der Unternehmer ein Teilgeständnis ab. Da der Richter keine strafmildernden Umstände erkennen kann, wird der Mann zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt. Der Fall liegt derzeit vor dem Bundesgerichtshof, weil Revision eingelegt wurde.

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9. August 2016, Alt Rehse

Die Polizei wird wegen Ruhestörung nach Alt Rehse am Tollensesee gerufen. Doch im Haus des Störers, einem ehemaligen Landgasthof, finden die Beamten eine verweste Frauenleiche. Später wird klar: Axel-Ingo G. hat Sarah H. gefesselt, geschlagen und ihr Essen und Trinken verweigert. Der Mann wird zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren verurteilt. Der Verteidiger legt Revision ein, das Verfahren wird neu aufgerollt. Die zentrale Frage: War der Verurteilte zur Tatzeit überhaupt schuldfähig?

11. Juni 2015, Schönermark

Im brandenburgischen Schönermark bei Prenzlau werden in einem Brunnen Teile eines Skeletts gefunden. Es stellt sich heraus, dass es die Überreste des Neubrandenburgers Maik Pelikans gewesen sind, der dort gelebt und einem Verbrechen zum Opfer gefallen war. Im folgenden Prozess wird ein gebürtiger Neustrelitzer zu siebeneinhalb Jahren Haft verurteilt, weil er seinen ehemaligen Geschäftspartner getötet haben soll. Gegen das Urteil wurde Revision eingelegt.

22. April 2015, Zepelin

In einem Dorf bei Bützow findet die Polizei eine einbetonierte Leiche einer seit Längerem vermissten Frau aus Büdelsdorf (Schleswig-Holstein). Das Grundstück gehört einem Bekannten, der kurz zuvor von der Polizei verhört und über die Hausdurchsuchung informiert worden war. Der Mann starb, nachdem er mit seinem Auto gegen einen Baum gefahren war.

12. November 2014, Wolgast

Ein psychisch kranker Mann erschlägt im Badezimmer seiner Wohnung in Wolgast seine Mutter mit einem Hammer. Dann läuft er nackt auf die Straße. Blutverschmiert klingelt er bei Nachbarn und erzählt „Ich bin der Bär. Ich bin das Licht. Ich habe die alte Hexe erschlagen.” Weil der Mann an einer paranoiden Schizophrenie leidet, gilt er als schuldunfähig und wird in eine Psychiatrie eingewiesen.

24. August 2014, Berlin

Ein junger Schwimmmeister aus Schwedt wird am Berliner Alexanderplatz erstochen. Anschließend wird ein 18-Jähriger festgenommen, der bei der Polizei kein Unbekannter ist. Er wird des heimtückischen Mordes angeklagt. Die Tat, die nach einem Streit zweier Gruppen passiert, heizt die Debatte um die Sicherheit am Alexanderplatz noch zusätzlich an.

Frühjahr 2014, Rostock

Wegen der Vergewaltigung und Tötung seiner Freundin soll ein 36-jähriger Rostocker nach dem Willen der Staatsanwaltschaft lebenslang hinter Gitter. Der Mann soll die Frau ermordet haben, um eine vorherige Vergewaltigung zu verdecken. Nach der Tat hatte er die Frau in einem nahen Wäldchen vergraben, wo sie nach etwa sieben Wochen gefunden wurde.

7. Juli 2013, Herrnburg

Ein Mann ersticht auf einem Waldweg an der Grenze zu Schleswig-Holstein die Joggerin Anna-Lena U. Der vorbestrafte Lübecker Norman L. sagt später vor Gericht, er habe die Tat „an irgendjemandem” begehen wollten, um eingesperrt zu werden. Damit habe er sich seiner von ihm getrennt lebenden Verlobten entziehen wollen, die immer wieder die Verantwortung für die vier gemeinsamen Kinder bei ihm abgeladen habe.

1. Januar 2012, Neubrandenburg

Am Neujahrstag werden aus dem Tollensesee Teile einer menschlichen Leiche geborgen worden. Nachdem noch mehr Leichenteile in Plastiktüten auftauchen, rätselt eine ganze Region: Wer hat das getan? Nach einem halben Jahr wird bekannt, dass ein 69-jähriger Rentner seine Frau getötet hatte. Der Mann begeht Selbstmord, er wird Ende Juni 2012 tot in seinem Auto in einer Garage gefunden. Er war zu einem Massengentest eingeladen gewesen, dort aber nicht erschienen. Der Kopf der Frau wurde nie gefunden.