Viele notwendige Schwimmkurse sind in der Corona-Pandemie in Mecklenburg-Vorpommern ausgefallen.
Viele notwendige Schwimmkurse sind in der Corona-Pandemie in Mecklenburg-Vorpommern ausgefallen. Georg Wendt
Grundschule

Die meisten Kinder in MV können nicht schwimmen

Corona hat das Problem nur verstärkt. Der Schwimm-Unterricht ist im Land seit Jahren ein Problem. Nicht mal die Hälfte der Grundschüler kann schwimmen.
Schwerin

Die Corona-Pandemie wirkt in vielen Lebensbereichen wie ein Brennglas und Beschleuniger – so auch beim Schwimmlernen. Konnten schon vor der Corona-Krise viele Grundschüler nicht schwimmen, ist deren Anzahl durch die ausgefallenen Schwimmkurse in den vergangenen zwei Jahren auf weit über 50 Prozent angestiegen – für viele kleine Mädchen und Jungen im Land der 1000 Seen sowie bei 1300 Kilometer Ostseeküste eine lebensgefährliche Situation.

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Trockene Debatten im Landtag

Bereits während der Pandemie hatte die damalige Große Koalition aus SPD und CDU ein Aufholprogramm unter dem Motto „MV kann schwimmen“ eingesetzt. Dies wollte jetzt die CDU-Fraktion – mittlerweile in der Opposition gelandet – mit einem neuen Programm verstetigen. Titel: „Wir können schwimmen.“

Dabei wollen die Christdemokraten vor allem in den Ferien mit Verbänden und Organisationen sowie Vereinen versuchen, eine „sinnvolle Feriengestaltung“ auf die Beine zu stellen, betonte Ex-Wirtschaftsminister Harry Glawe. Die CDU wollte dazu Finanzmittel in Höhe von 225 000 Euro bereitstellen.

Regierung will nicht mehr tun

Allerdings wurde der Vorschlag von der Mehrheit im Landtag aus SPD und Linken abgelehnt. Sozial- und Sportministerin Stefanie Drese (SPD) begründete die Ablehnung mit dem Hinweis auf das bereits laufende Programm „MV kann schwimmen“. Dies wolle man im Jahr 2022 mit einer Investition von 150 000 Euro fortführen. Entsprechende Gespräche sollen jetzt mit allen Beteiligten aus dem Schwimmbereich geführt werden.

Eines machte der FDP-Politiker David Wulff – selbst ausgebildeter Rettungsschwimmer – in dem Zusammenhang deutlich. „Die Rückstände bei den Kinder sind so groß, dass es Jahre dauern wird, diese auszugleichen“, sagte der Liberale. Er forderte ein langfristig angelegtes Programm zum Bau von geeigneten Schwimmstätten, in denen vernünftig gelernt werden könnte.

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