QUARANTÄNE-PFLICHT AUFGEHOBEN

Diese Corona-Regeln gelten jetzt in MV für Urlauber

Wer in MV Urlaub machen möchte, hatte harte Einreise-Regeln als Hürde. Diese wurden jetzt in Teilen gelockert.
Der zweite negative Corona-Test und eine Quarantänepflicht fällt in MV bei der Einreise aus deutschen Risikogebieten
Der zweite negative Corona-Test und eine Quarantänepflicht fällt in MV bei der Einreise aus deutschen Risikogebieten weg. Das gab Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) bekannt. Jens Büttner
Schwerin.

Mecklenburg-Vorpommern lockert die Einreise-Regeln in das Bundesland. Das gab Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) am Samstag bekannt. Allerdings gibt es Unterschiede zwischen der Einreise aus ausländischen und innerdeutschen Risikogebieten. „Für uns ist ganz klar: Wir brauchen weiter strenge Regeln”, so Schwesig. Bei Einreisen von Urlaubern aus ausländischen Risikogebieten gebe es weiterhin eine Quarantäne-Pflicht, die durch zwei negative Corona-Tests beendet werden kann.

„Gleichgeschaltete Regeln an Ostseeküste”

Bei der Einreise aus deutschen Risikogebieten hingegen sei eine Quarantäne und ein zweiter negativer Test nicht mehr erforderlich, erklärte Schwesig. Der erste beziehungsweise jetzt einzige negative Corona-Test, der nicht älter als 48 Stunden sein darf, bleibe aber eine Voraussetzung für den Urlaub in MV. Tagestouristen ist die Einreise weiterhin nicht gestattet. Die neuen Einreise-Regeln soll am Dienstag im Kabinett beschlossen werden und dann voraussichtlich ab Mittwoch gelten. Bis dahin gilt noch die derzeitige Verordnung.

Mehr lesen: Mehrere Klagen gegen Schwesigs Quarantäne-Regeln

Schwesig nahm auch Bezug auf die Einreise-Bestimmungen in Schleswig-Holstein. Nach Gesprächen mit Ministerpräsiden Daniel Günther (CDU) gebe es daher „gleichgeschaltete Regeln an der Ostseeküste”, so Schwesig. In den vergangenen Tagen habe es dazu auch einen intensiven Austausch mit dem Wirtschaftsministerium von Harry Glawe (CDU), dem Tourismusverband MV und Dehoga MV. „Wer mit einem negativen Test kommt, braucht nicht mehr in Quarantäne”, erklärte Glawe. Das sei eine der wichtigsten Forderungen, die in den Gesprächen gestellt und nun auch umgesetzt wurde. Mit den neuen Regeln, die noch im Detail im Kabinett angepasst werden sollen, gebe es nun aber Klarheit für Bürger und Touristiker. 

Die strenge Quarantäne-Pflicht für Urlauber aus dem Inland habe es nur in MV gegeben und wie ein Einreiseverbot gewirkt, sagte Dehoga-MV-Chef Lars Schwarz. Der Schaden, der der Tourismus-Branche in MV trotz rund fünf Millionen Gästen entstanden ist, sei immens. Es sei belegt, "dass wir im Land über die gesamte Hauptsaison hinweg keine Infektionsweitergabe aus dem Tourismus heraus hatten", sagte auch Tobias Woitendorf, Präsident des Tourismusverbandes MV.

Schwesig: Seenplatte darf kein Risikogebiet werden

Auf der anderen Seite steigen die Corona-Fallzahlen in MV. „Auch wir haben mittlerweile einen Landkreis, der auf orange ist”, so Schwesig über die Mecklenburgische Seenplatte. Dort gibt es im 7-Tagesschnitt seit Freitag mehr als 35 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Stufe orange) und seit Samstag daher eine strengere Maskenpflicht sowie eine Sperrstunde. Jetzt sei es nötig, alles Mögliche zu tun, damit der Landkreis kein Risikogebiet wird, so Schwesig. Die neuen Corona-Regeln in der Seenplatte sind hier im Detail erklärt.

Mitlerweile sei übrigens auch sicher, dass die Corona-Ampel bundesweit eingeführt werden kann, sagte Schwesig weiter. Im Laufe der Woche gab es Verhandlungen zwischen Bund und Ländern, bei denen bereits verschärfte Corona-Regeln beschlossen wurden. Eine einheitliche bundesweite Regelung gabe es in Bezug auf eine Corona-Ampel dabei aber noch nicht.

Schwesig kommt Gerichtsurteil zuvor

Die nun vereinbarte Einreise-Regelung in MV mit einem negativen Test, der nicht älter als 48 Stunden sein darf, gilt als Kompromiss. Gerichte in Schleswig-Holstein und Hamburg hatten dieses Verfahren bestätigt, so dass die Landesregierung auf eine ähnliche Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts in Greifswald hoffen kann. Andere Bundesländer verzichten inzwischen auf Gesundheitsnachweise, in Baden-Württemberg wurde ein Beherbergungsverbot bereits gerichtlich gekippt.

"Mit der Verständigung auf eine Lockerung der bundesweit schärfsten Maßnahmen für Reisende aus Risikogebieten ist Ministerpräsidentin Manuela Schwesig einer Entscheidung der Gerichte zuvorgekommen", hieß es dazu von der Faktionsvorsitzenden der Linken im Landtag, Simone Oldenburg. Ihre Fraktion habe das bereits Anfang der Woche gefordert. "Die Quarantänepflicht für Touristen kam einem Einreiseverbot gleich und wurde zu Recht nicht nur von der Tourismusbranche als unverhältnismäßig eingestuft." Jetzt gelte es, weitere große Schäden zu vermeiden und möglichst einheitliche Regelungen bundesweit zu finden, so Oldenburg.

 

 

 

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