Corona-Maßnahmen

▶ Dieses Feuerwerk ist zu Silvester in MV noch erlaubt

Das Silvester-Feuerwerk wurde aufgrund der Corona-Pandemie verboten. Gänzlich still und dunkel muss die Nacht auf den Neujahrstag in Mecklenburg-Vorpommern dennoch nicht werden.
Kleinstfeuerwerk ist vom Feuerwerks-Verbot zu Silvester ausgenommen.
Kleinstfeuerwerk ist vom Feuerwerks-Verbot zu Silvester ausgenommen. Britta Pedersen
Schwerin

Nach einem außergewöhnlichem Jahr freuen sich viele Menschen auf Weihnachten und den Jahreswechsel. Doch angesichts weiterhin steigender Corona-Infektionszahlen werden auch die letzten Tage des Jahres 2020 anders, als wir es bisher kannten. Denn seit Mittwoch gilt ein neuer harter Lockdown in ganz Deutschland, der auch Auswirkungen auf das Silvesterfest haben wird.

Treffen zu Weihnachten

Von 24. bis einschließlich 26. Dezember werden die Kontaktbeschränkungen zumindest etwas gelockert. So sind Zusammenkünfte mit bis zu maximal vier Personen über den eigenen Hausstand hinaus möglich, teilte die Staatskanzlei von Mecklenburg-Vorpommern mit. Dazugehörige Kinder im Alter bis einschließlich 14 Jahre werden dabei nicht mitgerechnet.

Allerdings müssen die bis zu vier Gäste sowie die Kinder Teil des engsten Familienkreises sein – dazu zählen Ehegatten, Lebenspartner und Partner einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft sowie Verwandte in gerader Linie, Geschwister und Geschwisterkinder. Zumindest können sie sich dabei von ihren Haushaltsangehörigen begleiten lassen, wenn diese ebenfalls zum engsten Familienkreis gehören.

Es können sich innerhalb der engsten Familie also mehr als fünf Personen in MV zu Weihnachten treffen. Für Treffen mit Freunden und Bekannten außerhalb der Kernfamilie gilt für Weinachten indes: maximal ein weiterer Haushalt und höchstens fünf Personen.

Kontaktbeschränkungen an Silvester und Neujahr

Auch an Silvester und Neujahr wird es keine Lockerung der derzeit geltenden Kontaktbeschränkungen geben. In der Öffentlichkeit und im privaten Bereich darf man sich also auch über den Jahreswechsel nur mit den Angehörigen des eigenen und eines weiteren Hausstandes treffen – sofern dabei die Zahl von fünf Personen nicht überschritten wird. Auch hier werden Kinder bis 14 Jahre nicht mitgerechnet. Gruppenfeiern auf öffentlichen Plätzen, in Wohnungen sowie privaten Einrichtungen sind generell verboten.

Lesen Sie auch: Innenminister will knallhart gegen Feuerwerk-Sünder vorgehen

Zudem ist in der Öffent­lich­keit ein Mindest­abstand von 1,5 Metern zu anderen Personen einzuhalten, sofern das möglich ist. Und es wird empfohlen, eine Mund-Nase-Bedeckung (zum Beispiel Alltagsmaske, Schal, Tuch) zu tragen.

Feuerwerk zu Silvester

Das Silvesterfeuerwerk ist für viele Menschen ein besonders emotionales und wichtiges Thema. Während sich Kritiker und Befürworter offenbar unversöhnlich gegenüberstehen, hat die Bundesregierung bereits harte Fakten geschaffen. Der Verkauf von Pyrotechnik vor Silvester wurde generell verboten und vom Zünden von Silvesterfeuerwerk generell dringend abgeraten. Am Silvestertag und Neujahrstag gilt zudem bundesweit ein An- und Versammlungsverbot sowie ein Feuerwerksverbot auf vielbesuchten Plätzen, die von den Kommunen festgelegt werden.

[Pinpoll]

In Mecklenburg-Vorpommern geht man sogar noch einen Schritt weiter. Anstatt sich auf die Festlegungen der Kommunen zu verlassen, holt man hier zum Generalschlag aus. In einem Kompromisspapier zur praktischen Umsetzung des Lockdowns in MV heißt es: „Um Ansammlungen von Menschen zu vermeiden, gilt ein Verbot für Feuerwerk und Pyrotechnik auf öffentlichen Straßen und Plätzen.”

Lesen Sie auch: Stille Nacht ins neue Jahr bereitet Sorgen

Das Verbot gilt in MV also nicht nur auf einzelnen vielbesuchten Plätzen, sondern generell im öffentlichen Bereich. Nur wer ein eigenes umzäuntes Privatgrundstück hat, darf also noch Feuerwerk zünden – sofern er noch welches hat, denn der Verkauf ist ja auch verboten. Dies sei vor allem vor dem Hintergrund der hohen Verletzungsgefahr und der bereits enormen Belastung des Gesundheitssystems durch die Corona-Pandemie so beschlossen worden. Das Böller-Verbot solle außerdem Menschenansammlungen zum Jahreswechsel verhindern.

Bestimmtes Feuerwerk noch erlaubt

Ein Silvester ganz ohne Knallerei, das mag sich mancher gar nicht vorstellen. Ein kleines Trostpflaster ist daher, dass Kleinstfeuerwerk der Kategorie F1 von dem Verbot ausgenommen ist. Dazu zählen beispielsweise:

  • Tischfeuerwerk
  • Wunderkerzen
  • Partyknaller (mit Schnur zum Ziehen)
  • Bodenwirbel (wie Brummkreisel, Silberwirbel, Feuerringe)
  • Zündplättchen für Spielzeugpistolen
  • Eisfontänen
  • Blitztabletten (mit Stroboskopeffekt)
  • Knatterbälle
  • kleine Fontänen/Vulkane (bis 7,5 Gramm)
  • Knallbonbons
  • Knallfrösche/Knallerbsen

Das Kleinstfeuerwerk darf ganzjährig ohne behördliche Genehmigung verkauft und von Personen ab zwölf Jahren abgebrannt werden. In diesem Video sehen und hören Sie viele verschiedene Kleinstfeuerwerke:

Aber ob es bis Silvester bei den derzeit geltenden Regeln bleibt? Beispielsweise die Berliner Grünen-Fraktionschefin Antje Kapek forderte schon jetzt Nachbesserungen beim Verkaufsverbot für Silvesterböller. „Nur wenn es eine konsequente Regelung inklusive eines Kauf- und Zündverbots gibt, können wir wirklich davon ausgehen, dass es keine Böllerei in der Silvesternacht geben wird”, sagte Kapek am Montag.

„Um Verletzungen vorzubeugen und das überlastete Rettungs- und Pflegepersonal zu entlasten, fordern wir daher den Bundesinnenminister Horst Seehofer auf, die Sprengstoffverordnung entsprechend anzupassen und die Regelungslücke zu schließen.”

Corona-Update per Mail

Der regelmäßige Überblick über die Fallzahlen, aktuellen Regelungen und neuen Entwicklungen rund um das Corona-Virus in Mecklenburg, Vorpommern und der Uckermark. Jetzt kostenfrei anmelden!

Stadt. Land. Klassik! - Konzert in Schwerin

zur Homepage