Für die Art und Weise des Erkenntnisgewinns wurden die Rostocker Forscher harsch kritisiert.
Für die Art und Weise des Erkenntnisgewinns wurden die Rostocker Forscher harsch kritisiert. Bernd Wüstneck
TV-Programm untersucht

Diversität-Studie bringt Uni Rostock Rassismus-Vorwürfe ein

Wie hoch ist ethnische Vielfalt im deutschen TV-Programm? Eine Studie der Uni Rostock liefert die Antwort – und wird wegen Rassismus kritisiert.
Rostock

Wie sichtbar ist gesellschaftliche Vielfalt im deutschen Fernsehen? Für eine Antwort auf diese Frage haben Wissenschaftler des Instituts für Medienforschung von der Uni Rostock das Programm mehrerer deutscher TV-Sender unter die Lupe genommen. So wurde u.a. untersucht, wie häufig nicht typisch deutsch aussehende Menschen gezeigt werden.

Mehr lesen: Rassismus in der Kunst – MV-Museen wollen keine Umbenennung

Für die Art und Weise des Erkenntnisgewinns wurden die Rostocker Forscher in einem Beitrag der Bild harsch kritisiert. Der Vorwurf: Um rassistische Tendenzen aufzuzeigen, habe man sich rassistischer Methoden bedient.

Um zu zählen, wie häufig etwa Personen mit Migrationshintergrund auf deutschen Bildschirmen auftauchen, wurden sie in der Studie tatsächlich ethnischen Kategorien zugeordnet. Dazu enthält die Studie eine Tabelle mit Beispielbildern, die verschiedene Ethnien nach äußerlichen Merkmalen kategorisiert. Bild urteilt, angeblichen Rassismus durch eine Einteilung nach Äußerlichkeiten zu bekämpfen, sei „völlig bizarr”.

Auch interessant: Rassismusdebatte treibt Markennamen-Änderung

Elizabeth Prommer, Chefin des Rostocker Instituts für Medienforschung hält laut des Bild-Beitrags dagegen, die Kategorien seien in Zusammenarbeit mit Antidiskriminierungsaktivisten erarbeitet worden. Und: Diskriminierung im wahren Leben würden Betroffene eben aufgrund äußerlicher Merkmale erfahren.

Die Studie kommt u.a. zu dem Ergebniss, dass nur elf Prozent der Hauptdarsteller im deutschen TV einen Migrationshintergrund haben, während dies für 26 Prozent der deutschen Bevölkerung gilt. „Schwarze Menschen und People of Colour sind ebenfalls unterrepräsentiert”, heißt es aus dem Institut für Medienforschung. Demnach würden sie Schätzungen zufolge zwar zehn Prozent der Bevölkerung stellen, aber nur fünf Prozent der Hauptdarsteller im TV-Programm.

zur Homepage