Der Dorschbestand in der westlichen Ostsee ist zusammengebrochen. (Symbolbild)
Der Dorschbestand in der westlichen Ostsee ist zusammengebrochen. (Symbolbild) Jens Büttner
Der Dorschbestand in der westlichen Ostsee ist zusammengebrochen. (Symbolbild)
Der Dorschbestand in der westlichen Ostsee ist zusammengebrochen. (Symbolbild) Stefan Sauer
Kipp-Punkt überschritten

Dorschbestand in westlicher Ostsee zusammengebrochen

Der Dorschbestand der westlichen Ostsee ist laut einer Studie massiv zusammengebrochen. Es sei unwahrscheinlich, dass er sich davon wieder erholen wird.
dpa
Hamburg

Der Dorschbestand der westlichen Ostsee ist einer Studie zufolge derart zusammengebrochen, dass eine absehbare Erholung aus Expertensicht unwahrscheinlich ist. Forschende unter Leitung von Prof. Christian Möllmann vom Centrum für Erdsystemforschung und Nachhaltigkeit der Universität Hamburg kamen zum Ergebnis, dass der Kipp-Punkt für diese Population überschritten ist.

Mehr lesen: Ostsee-Fischer bangen um Fangquoten für Hering und Dorsch

Das Team habe jahrzehntelange Fischereidaten der Region mit Hilfe statistischer Modelle analysiert, teilte die Universität am Dienstag mit. Beteiligt waren auch Wissenschaftler der Universität Kiel und des Deutschen Zentrums für integrative Biodiversitätsforschung Halle-Jena-Leipzig.

Klimawandel und Überfischung

Gründe für die Entwicklung seien Klimawandel und Überfischung. Die Studie wurde im Fachblatt „Scientific Reports” veröffentlicht. „Aufgrund von hohen Fangquoten und bisher nicht beachteten Umweltfaktoren ist es sehr unwahrscheinlich, dass sich der Bestand des Dorsches an der deutschen Ostseeküste in näherer Zukunft erholen wird”, heißt es in der Mitteilung.

Im Fischereimanagement werde zwar jährlich eine nachhaltige Gesamtbiomasse für bestimmte Fischarten festgelegt, die gefangen werden darf. So könne sich deren Bestand erholen. „Dieses System berücksichtigt jedoch nicht die sich verändernden Umweltbedingungen in der Region, zum Beispiel durch den Klimawandel.” So sei in den vergangenen Jahren zu viel Dorsch – in anderen Seegebieten Kabeljau genannt – gefangen worden.

Mehr lesen: EU-Minister einigen sich auf Ostsee-Fischfangquoten für 2021

Schlechte Chancen für Dorschbestand

„Normalerweise geht man davon aus, dass sich die Bestände erholen können, wenn man den Fischereidruck verringert”, erläuterte Möllmann. „Unsere Analyse zeigt, dass dies wahrscheinlich nicht mehr der Fall ist.”

Der Fischereidruck in Kombination mit der Erwärmung des Wassers könne dazu geführt haben, dass weniger Fische laichen können, so dass immer weniger Eier überleben. Der Dorschbestand werde sich gar nicht oder nur äußerst langsam erholen.

Mehr lesen: EU verbietet Dorschfang in Teilen der Ostsee

zur Homepage