SOZIALMINISTERIN

Drese findet Kinderbetreuung in MV "herausragend"

In kaum einem anderen Bundesland ist die Betreuungsquote für Kleinkinder so hoch wie in MV. Zudem soll der Kitabesuch von 2020 an für Eltern kostenfrei sein. Aber es gibt auch eine Kehrseite.
dpa
„Unsere Kindertagesförderung in Mecklenburg-Vorpommern ist bundesweit herausragend”, meint Sozialministerin Stefanie Drese (SPD). (Archivbild)
„Unsere Kindertagesförderung in Mecklenburg-Vorpommern ist bundesweit herausragend”, meint Sozialministerin Stefanie Drese (SPD). (Archivbild) Weronika Janusz
Schwerin.

Mecklenburg-Vorpommern hat seine Ausgaben für die Kinderbetreuung aufgestockt und packt nach Angaben von Sozialministerin Stefanie Drese (SPD) für die komplette Beitragsfreiheit ab 2020 noch einmal kräftig drauf. So habe das Land im Jahr 2010 für die Kindertagesförderung noch rund 118 Millionen Euro ausgegeben. „Zehn Jahre später werden wir diese Mittel fast verdreifacht haben auf über 320 Millionen Euro”, erklärte Drese am Samstag auf dem 20. Kindergartentag in Golchen (Landkreis Ludwigslust-Parchim).

Von Januar 2020 an sollen Eltern im Nordosten generell keine Beiträge mehr für die Betreuung ihrer Kinder zahlen. Allein das schlägt nach Berechnungen des Ministeriums mit 62 Millionen Euro zu Buche. Mit dem neuen Kindertagesförderungsgesetz, das sie am Mittwoch dem Landtag zur Beratung und Beschlussfassung vorlege, würden auch weitere Qualitätsverbesserungen auf den Weg gebracht. Vorgesehen seien dafür Zusatzinvestitionen in Höhe von 6,8 Millionen Euro.

Kita-Grupen in MV unter den größten bundesweit

Bei allen noch bestehenden Herausforderungen könne festgestellt werden, dass sich der Bereich der frühkindlichen Bildung im Land qualitativ und quantitativ enorm verbessert habe. „Unsere Kindertagesförderung in Mecklenburg-Vorpommern ist bundesweit herausragend – bei der Zahl der betreuten Kinder, bei der Zahl der Ganztagsplätze, beim Betreuungsumfang, bei der Fachkraftquote und ab 2020 auch bei der Elternbeitragsfreiheit, die so umfänglich kein anderes Bundesland zu bieten hat”, listete Drese vor den Teilnehmern des Kindergartentags in Golchen auf.

Veranstalter der Tagung mit mehr als 400 Teilnehmern waren die Landesvereinigung für Gesundheitsförderung und die Unfallkasse. In Fachvorträgen und in Diskussionsrunden wurden unter anderem moderne Erziehungskonzepte und Gesundheitsförderung bei Kleinkindern thematisiert. Außerdem standen Mitarbeiterführung in Kitas sowie Stressbewältigung für Erzieher zur Diskussion. Viele Einrichtungen klagen bereits über Personalmangel.

Erhebungen zufolge gehören Kita-Gruppen in Mecklenburg-Vorpommern zu den größten bundesweit. Das hatte immer wieder zu Forderungen geführt, die Betreuungsschlüssel zugunsten einer besseren Betreuer/Kind-Relation zu verändern. Vor allem Erzieher- und Elternverbände machten sich unter Hinweis auf überlastete Betreuer dafür stark. Das Ministerium indes verwies darauf, dass die Betreuungsschlüssel der Länder nur bedingt vergleichbar seien, da kaum nach Fach- und Hilfskräften unterschieden werde und auch die tägliche Betreuungszeit unberücksichtigt bleibe.

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