GRÜNLAND ZERSTÖRT

Droht auch in MV eine Mäuseplage?

Milde Temperaturen im Winter, Trockenheit im Sommer: Das ist der ideale Nährboden für die Vermehrung von Mäusen. Auch in MV leiden Landwirte unter den Nagetieren.
Für die einen sind sie süß, für die anderen eine Plage: Fakt ist, dass Mäuse und deren Vermehrung in
Für die einen sind sie süß, für die anderen eine Plage: Fakt ist, dass Mäuse und deren Vermehrung in Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen ein Problem sind. Werner Nagel
Schwerin.

Im benachbarten Niedersachsen ist bereits der Mäuse-Alarm ausgerufen worden. 150.000 Hektar Grünland wurden durch eine Mäuseplage geschädigt, wie das Umwelt- und das Landeswirtschaftsministerium in Hannover bestätigte. Das sind etwa 20 Prozent der niedersächsischen Grünflächen.

„Existenzbedrohende Futterknappheit” in Niedersachsen

Die vielen Mäuse führen zu einer „existenzbedrohenden Futterknappheit“ und zerstören den Lebensraum anderer Tiere und Pflanzen, heißt es von den Ministerien. Besonders betroffen sind die Regionen Aurich, Leer, Ammerland und Wesermarsch in Ostfriesland. Auch Richtung Stade ziehen die Mäuse. Grund sind die milden Temperaturen im Winter und die trockenen Sommer.

Agrarministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) und Umweltminister Olaf Lies (SPD) betonen, dass „ein praxisorientiertes Verfahren, das geordnet ablaufen soll“ benötigt werde. Betroffene Landwirte sollen etwa die Möglichkeit bekommen, erneut auszusäen.

Die Schwierigkeit bestehe darin, eine schnelle Lösung zu finden, da die Bearbeitung jedes Grünlandes streng reglementiert wird und jeder Einzelfall geprüft werden muss. Sabine Hildebrandt, Sprecherin des Landwirtschaftsministeriums betont, dass die entsprechenden Anträge zeitnah bearbeitet werden.

Mecklenburg-Vorpommern plant Kontrollprogramm für Mäuse

Doch ist das Mäuseproblem nicht nur auf Niedersachsen beschränkt, auch in Mecklenburg-Vorpommern gibt es erste Auswüchse. Nach Auskunft des Pflanzenschutzdienstes haben Landwirte in MV gehäuftes Auftreten von Mäusen gemeldet. „Allerdings nicht in diesem Umfang wie in Niedersachsen. Ursache der verstärkten Vermehrung ist die Trockenheit der Böden. Mäuse mögen keine Nässe. Der Pflanzenschutzdienst des Landes will nächste Woche ein Kontrollprogramm festlegen, um bis Ende März zu erfassen, wie sich in MV die aktuelle Situation darstellt”, teilte das Landwirtschaftsministerium in Schwerin auf Nordkurier-Anfrage mit. Ansonsten nimmt der Pflanzenschutzdienst auch routinemäßig jeweils im Frühjahr und Herbst eine Bewertung der Situation vor.

„Mäuse im Grünland sind ein Problem”

Das Problem für die Landwirte sei laut Ministerium der Kahlfraß von frischem Grün rund um die Nester sowie der Wurzelfraß, so dass die Pflanzen eingehen würden. Bekämpft werden könnten die Mäuse eigentlich nur durch mechanische Bodenbearbeitung, also durch Pflügen, Grubbern und Striegeln. „Deshalb sind vor allem die Mäuse im Grünland ein Problem. Wegen des Dauergrünlanderhaltungsgesetzes ist ein Pflügen nicht möglich, so dass hier nur andere weniger wirksame Maßnahmen ergriffen werden können, die die Mäusebestände stören und somit vergrämen”, betonte eine Sprecherin des Ministeriums in Schwerin.

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