Nach SEK-Einsatz

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Durch Reichsbürger erschossener Polizist stammt aus MV

Trauerflor an einem Streifenwagen.
Trauerflor an einem Streifenwagen.
Daniel Reinhardt

Der Polizist, der am Donnerstag in Bayern an seinen Schussverletzungen verstarb, ist in Mecklenburg-Vorpommern aufgewachsen.

Der in Bayern von einem selbsternannten „Reichsbürger” erschossene Polizist ist in Mecklenburg-Vorpommern aufgewachsen. Der Mann ist in einem Dorf bei Grabow (Landkreis Ludwigslust-Parchim) aufgewachsen, wie der NDR berichtet. Der Sender bezieht sich dabei auf die Verwaltung der Stadt. Nach seinem Abitur ging er demnach nach Bayern, um dort in den Polizeidienst einzutreten. Der 32-jährige war in dem Ort aktives und nach seinem Umzug förderndes Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr. Wie es weiter heißt, kündigte der Bürgermeister von Grabow bereits an, dass die Stadt den Polizisten mit einer Traueranzeige würdigen will.

Am Freitag hatte es zunächst unterschiedliche Angaben darüber gegeben, wo der Polizist genau aufgewachsen ist. Ein Sprecher des Schweriner Innenministeriums verneinte zunächst die Information, dass der Mann aus MV stammt. Er bezog sich dabei auf das Innenministerium in Bayern. Grund für die Verwirrung ist wohl, dass der eigentliche Geburtsort des erschossenen Polizisten in Brandenburg an der Grenze zu MV liegt.

Unabhängig von der genauen Herkunft ihres Kollegen hatte die Polizei aus MV hatte bereits am Donnerstag Anteilnahme gezeigt - ihre Streifenwagen fuhren mit Trauerflor.

Kommentare (2)

Ist es nicht vollkommen egal, wo der ermordete Polizist geboren wurde, aufwuchs, in den Polizeidienst eintrat, seinen Dienst verrichtete und und und? Ist ein Brandenburger ein anderer Mensch als ein Mecklenburger oder ein Bayer? Wird eines dieser Bundesländer ein anderes als vor seinem Tod? Hätte die Stadt Grabow sich jemals an diesen Mann erinnert - wohlgemerkt die Stadt, nicht der eine oder andere Bewohner - wäre er jetzt nicht einem Verbrechen zum Opfer gefallen? Dieser Mann ist tot, er hat sein Leben verloren im Dienst für uns alle. Polizisten in ganz Deutschland haben Trauerflor an ihren Fahrzeugen; er war einer der ihren, egal in welchen Landes Dienst er stand. Daran sollten wir Zivilisten uns in dieser Situation ein Beispiel nehmen.

Ich bin mir sicher, dass es dem "Reichsbürger" einerlei war, in welchem Bundesland der anvisierte und ermordete Polizist aufgewachsen ist. Dass Medien und Behörden nach der Ermordung des Polizisten wegen dessen Kindheit verwirrt waren - ehrlich, diese Information ist für seriöse Öffentlichkeitsarbeit beschämend.