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Polizei-Razzia im besetzten Elisabethheim in Rostock

Die Räumung des Rostocker Elisabethheims war am Donnerstagvormittag in vollem Gange.
Die Räumung des Rostocker Elisabethheims war am Donnerstagvormittag in vollem Gange.
Stefan Tretropp

Streit um ein Haus in Rostock: Das Studentenwerk möchte ein neues Wohnheim bauen. Doch das Vorhaben hat einige Gegner.

Das ehemalige Elisabethheim in der Ulmenstraße ist am Donnerstagmorgen von der Polizei betreten und durchsucht worden. Die Polizei sprach noch nicht offiziell von einer Räumung, teilte in einem Tweet jedoch mit: „Es wurden bereits Personen aufgefunden, diese werden aufgefordert das Haus zu verlassen“.

Am frühen Morgen waren mehrere Spezialkräfte angerückt. Sie umstellten das Gebäude mit Fahrzeugen und begannen, die Eingangstür aufzubrechen. In der einstigen Orthopädie trafen sie auf vier Personen. Zwei von ihnen konnten bereits ohne Widerstand aus dem Objekt begleitet werden. Zwei weitere jedoch haben nach Polizeiangaben den Zugang mit "technischen Mitteln" so erschwert, dass die Polizisten mehrere Werkzeuge einsetzen müssen, um überhaupt an die Personen heranzukommen. Nach internen Informationen sollen sich die zwei übrigen Besetzer zum Teil einbetoniert und einen großen Autoreifen um sich gelegt haben.

Erst gegen 15 Uhr erklärte die Polizei den Einsatz für beendet. Der bis dahin letzte Verbliebene sei freigeschnitten worden, twitterte die Polizei.

Das Gebäude war seit mehreren Tagen von Abrissgegnern der Initiative "Betty bleibt" besetzt worden. Das Studentenwerk Rostock will nach eigenen Angaben auf der Fläche ein neues Studentenwohnheim bauen. Die Initiative möchte das Haus erhalten und zu einem Treffpunkt unter eigener Verwaltung machen. Bereits vor drei Wochen fand deswegen eine Demonstration in Rostock statt.