POLIZEIEINSATZ

Durchsuchungen gegen mutmaßliche Schleuser in MV

200 Beamte waren in MV im Einsatz gegen mutmaßliche Schleuser. Drei Männer sollen den Aufenthalt von unerlaubt eingereisten Ukrainern organisiert haben.
Fabian Beyer Fabian Beyer
dpa
Der Staatsanwaltschaft Neubrandenburg ist ein Schlag gegen mutmaßlich gewerbsmäßige Schleuser gelungen.
Der Staatsanwaltschaft Neubrandenburg ist ein Schlag gegen mutmaßlich gewerbsmäßige Schleuser gelungen.
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Neubrandenburg.

In einer großangelegten Aktion gegen Schleuser haben 200 Bundespolizisten und Zöllner am Donnerstag neun Objekte in ganz Mecklenburg-Vorpommern durchsucht. Der Polizei zufolge handelte es sich dabei um Wohn- und Geschäftsräume sowie Baustellen. Je zwei Objekte befinden sich in Rostock und Greifswald, drei in Neubrandenburg und je eins in Wustrow auf dem Darß (Landkreis Vorpommern-Rügen) und Burg Stargard (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte). 

Gegen drei Männer werde wegen des Verdachts des gewerblichen Einschleusens von Ausländern und Urkundenfälschung ermittelt, sagte eine Sprecherin der Bundespolizei in Stralsund. Sie blieben aber auf freiem Fuß. 

Zahlreiche Unterlagen beschlagnahmt

Die zwei 33 und 42 Jahre alten Männer aus Montenegro und ein 34-jähriger Ukrainer sind den Angaben zufolge Subunternehmer im Baugewerbe und sollen für Arbeiter, die unerlaubt aus der Ukraine nach Deutschland einreisten, den Aufenthalt und illegale Jobs auf Baustellen organisiert haben. Die drei Männer sollen sie mit gefälschten Ausweisen versorgt haben. Um wie viele eingeschleuste Menschen es geht und wie groß der Schaden - etwa durch nicht gezahlte Sozialabgaben - ist, sei der Sprecherin zufolge noch nicht klar.

Bei der Durchsuchung seien zwar keine unerlaubt eingereisten Arbeiter angetroffen, aber zahlreiche Unterlagen, Telefone und Computertechnik beschlagnahmt worden, sagte die Sprecherin. Auch einzelne Verstöße gegen Sozialvorschriften wurden demnach aufgenommen. Die Bundespolizeiinspektion Stralsund führt bereits seit Ende des vergangenen Jahres ein Ermittlungsverfahren gegen die drei Männer. Jetzt erfolgten die Durchsuchungen.

An der Aktion waren den Angaben zufolge Bundespolizisten aus MV und Schleswig-Holstein beteiligt, außerdem ein Hubschrauber und eine Hundestaffel. Unterstützung bekamen die Beamten von Zöllnern aus Stralsund und der Landespolizei.

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