Kaum E-Autos in MV
E-Ladenetz wird dichter, aber bleibt zu löchrig

In Mecklenburg-Vorpommern gibt es jetzt 150 Normal- und 20 Schnellladestandorte mit Ladesäulen, etwa 55 Standorte mehr als vor einem Jahr.
In Mecklenburg-Vorpommern gibt es jetzt 150 Normal- und 20 Schnellladestandorte mit Ladesäulen, etwa 55 Standorte mehr als vor einem Jahr.
Karl-Josef Hildenbrand

Im Nordosten gibt es rund 500 reine Elektroautos, doch das Ladenetz ist noch dünn. Ein Bundesförderprogramm hatte so viele Standorte wie im Saarland vorgesehen.

Das Ladenetz für Elektrofahrzeuge im Nordosten ist innerhalb eines Jahres um ein Drittel gewachsen. Allerdings gab es zuvor auch schon im bundesweiten Vergleich sehr wenige Ladesäulen in MV, sodass selbst das Drittel Zuwachs noch keine flächendeckende Versorgung gewährleisten kann. So gebe es landesweit jetzt 150 Normal- und 20 Schnellladestandorte mit Ladesäulen, etwa 55 Standorte mehr als vor einem Jahr.  Das erklärte Robert Grzesko, Leiter des Kompetenzzentrums E-Mobilität Mecklenburg-Vorpommern anlässlich einer Konferenz zur E-Mobilität im Nordosten am Donnerstag in Neustrelitz. Das bedeute: Es gibt zwischen 400 und 500 E-Fahrzeug-Ladepunkte in Mecklenburg-Vorpommern.

Ein Bundesförderprogramm hatte 270 Standorte für den Nordosten vorgesehen, genauso viele wie im Saarland – eine eklatante Fehlplanung. Das Saarland misst gerade einmal etwas mehr als 2.500 Quadratkilometer, Mecklenburg-Vorpommern ist über 23.000 Quadratkilometer groß. Allein die Mecklenburgische Seenplatte ist doppelt so groß wie das Saarland. Dass das E-Ladesäulennetz im Nordosten daher vergleichsweise löchrig bleiben wird, ist also abzusehen, selbst wenn die gesamte Bundesförderung abgerufen wird.

Jeder blaue Punkt markiert einen Ladestandort. Im Nordosten ist davon leider nicht viel zu sehen.

Ohne Ladesäulen auch keine Autos

Mit knapp 500 reinen Elektroautos sei die Zahl der E-Fahrzeuge in Mecklenburg-Vorpommern zwar etwas gewachsen, aber prozentual noch gering, sagte Grzesko. Im Nordosten sind rund 849.000 Autos unterwegs. Als besonderes Problem gelten die dünne Besiedlung der Region und die weiten Entfernungen zwischen den Orten. Die noch immer nicht ausreichenden Reichweiten der E-Fahrzeuge verunsicherten potenzielle Nutzer, erklärten Experten.

Das Kompetenzzentrum wird vom Landesenergieministerium und einem Trägerkreis von Energiefirmen getragen und ist im Landes-Ökozentrum in Neustrelitz angesiedelt. Auch die E-Mobilität auf dem Wasser soll stärker gefördert werden.