VETERINÄRAMT ERMITTELT

EHEC-Ausbruch in mehreren MV-Kitas

An bislang vier Kitas in Mecklenburg-Vorpommern gibt es mehrere EHEC-Fälle. Das Veterinäramt ermittelt bei einem Essensversorger, der alle vier Kindergärten beliefert hatte.
EHEC-Ausbruch in MV: Mehrere Kitas sind betroffen (Symbolbild).
EHEC-Ausbruch in MV: Mehrere Kitas sind betroffen (Symbolbild). Monika Skolimowska; Julian Stratenschulte
Lützow.

Mehrere Kinder und zwei Mitarbeiter einer Kita sind im Landkreis Nordwestmecklenburg in Folge einer EHEC-Infektion an Durchfall erkrankt. Laut einer Mitteilung des Landkreises vom Donnerstag sind insgesamt vier Kitas davon betroffen.

Demnach waren bereits Ende vergangener Woche dem Gesundheitsamt Nordwestmecklenburg erste positive Befunde von EHEC-Bakterien aus Stuhlproben von an Durchfall erkrankten Kindern gemeldet worden. Die erkrankten Kinder besuchten drei unterschiedliche Kitas im Raum Lützow (an der B104 zwischen Gadebusch und Schwerin). Die Rückverfolgung der möglichen Übertragungswege führte zu einem Essensversorger der Kitas. Bei den Mitarbeitern dort wurden – so wie bei den Kita-Kindern auch – Stuhlproben veranlasst, von denen inzwischen zwei positiv auf EHEC getestet wurden.

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Bisher 18 bestätigte Infektionen

Das Veterinäramt hat die Ermittlungen im Unternehmen aufgenommen. Die inzwischen vier betroffenen Kindertagesstätten wurden von diesem Anbieter beliefert. Am Donnerstagabend teilte der Landkreis Nordwestmecklenburg schließlich mit, dass bei den EHEC-Infektionen kein eindeutiger Bezug zu den Lebensmitteln hergestellt werden konnte. Bei Vor-Ort-Kontrollen bei dem Caterer wurden demnach Proben bei allen anhand der in Frage kommenden Lebensmittel, die auf den Kita-Speiseplänen stehen, genommen. Alle Proben waren negativ auf den EHEC-Erreger, teilte der Landkreis mit.

Bisher gibt es 18 bestätigte Infektionen mit dem EHEC-Erreger. Hauptsächlich haben sich Kita-Kinder angesteckt – laut Gesundheitsamt geht es den meisten davon den Umständen entsprechend gut. Die meisten Kinder haben leichte Krankheitsverläufe.

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Nur bei einigen Kindern kam es zu einer stärkeren Symptomatik, darunter auch zu starkem Durchfall, teilweise mit Blut im Stuhl. Zwei dieser Kinder waren im Krankenhaus, wurden dort aber nicht stationär aufgenommen.

Kitas sollen anderen Begriff verwenden

Der EHEC-Erreger gehört zu den als Coli-Bakterien bekannten Familien der darmpathogener Keime. In Rücksprachen mit den Kita-Leitungen wurde diesen laut Landkreis empfohlen, den übergeordneten Begriff „Darmpathogene Keime“ zu benutzen, um unnötige Panik bei den Eltern zu vermeiden.

Denn seit dem EHEC-Ausbruch 2011 mit fast 4.000 Erkrankungen sei die Abkürzung stark emotional aufgeladen und hätte unangemessene Reaktionen provoziert, heißt es vom Kreis.

So verbreiten sich EHEC-Infektionen

EHEC-Infektionen verbreiten sich vor allem über Schmierinfektionen, also direkte oder indirekte Aufnahmen von Fäkalspuren und sind in vielen Tierausscheidungen zu finden.

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Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist möglich, weshalb bei Durchfallerkrankungen besonders auf die Einhaltung persönlicher Hygienemaßnahmen und die regelmäßige und gründliche Reinigung der sanitären Anlagen geachtet werden sollte. Diese Hygienemaßnahmen sollten über einen längeren Zeitraum angewandt werden, da sich EHEC-Bakterien recht lange im menschlichen Körper halten können.

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+++Der Artikel wurde am Donnerstag um 18.15 Uhr aktualisiert. Der Landkreis Nordwestmecklenburg teilte mit, dass sich der EHEC-Verdacht bei dem Caterer der Kitas nicht erhärtet hat.+++

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Kommentare (1)

"Denn seit dem EHEC-Ausbruch 2011 mit fast 4.000 Erkrankungen sei die Abkürzung stark emotional aufgeladen und hätte unangemessene Reaktionen provoziert, heißt es vom Kreis."
Ich nenne das betreutes Denken.