Schiffbauer aus den drei Standorten der insolventen MV-Werften forderten am Mittwoch in Schwerin die Verlängerung der Tra
Schiffbauer aus den drei Standorten der insolventen MV-Werften forderten am Mittwoch in Schwerin die Verlängerung der Transfergesellschaft zum Erhalt der Arbeitsplätze. Jens Büttner
Neben der Verlängerung der Transfergesellschaft durch die Landesregierung für 1.500 ehemalige Beschäftigte um f
Neben der Verlängerung der Transfergesellschaft durch die Landesregierung für 1.500 ehemalige Beschäftigte um fünf Monate über Ende Juni hinaus wird auch die Zahlung von Tariflöhnen durch etwaige neue Investoren gefordert. Jens Büttner
Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) sprach vor den Schiffbauern aus den drei Standorten der insolventen MV-Werften
Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) sprach vor den Schiffbauern aus den drei Standorten der insolventen MV-Werften in Mecklenburg-Vorpommern. Jens Büttner
Reinhard Meyer (SPD), der Wirtschafts-, Tourismus- und Verkehrsminister von Mecklenburg-Vorpommern, vor den Schiffbauern am Mi
Reinhard Meyer (SPD), der Wirtschafts-, Tourismus- und Verkehrsminister von Mecklenburg-Vorpommern, vor den Schiffbauern am Mittwoch in Schwerin. Jens Büttner
Demo in Schwerin

Ehemalige Werftarbeiter verlieren langsam die Geduld

Wann passiert an den Werften in Wismar, Stralsund und Rostock wirklich etwas? IG Metall und die Beschäftigten warnen vor dem drohenden Ende der Transfergesellschaft.
dpa
Schwerin

Die Gewerkschaft IG Metall hat ihre Forderungen an die Politik bezüglich der insolventen MV-Werften noch mal mit einer Aktion vor dem Landtag von Mecklenburg-Vorpommern deutlich gemacht bei. Rund 60 Beschäftigte aus den ehemaligen Standorten Wismar, Rostock und Stralsund kamen dabei zusammen. Man höre immer wieder das Wort „Perspektiven“ von der Politik, „jetzt muss es aber konkret werden“, sagte Heiko Messerschmidt von der IG-Metall Küste. Derzeit seien ihm weder klare Zu- noch Absagen an eine Verlängerung bekannt.

Arbeitsplätze und Tariflöhne gefordert

Bei der Veranstaltung wurden verschiedene Investoren genannt, die in Verhandlungen mit dem Insolvenzverwalter Christoph Morgen stehen, etwa der schwedische Reedereikonzern Stena AB, der auch das Kreuzfahrtschiff „Global One“ weiterbauen könnte, der U-Boot Bauer ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS) und das Marinearsenal der Bundeswehr. Auch vom Schiffbauer Fosen Yards – der einen Pachtvertrag für Teil des Werftgeländes in Stralsund unterschrieben hat – erwarten die Beschäftigten mehr Gewissheit über künftige Arbeitsplätze.

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Die Gewerkschaft forderte nicht nur eine Verlängerung der Transfergesellschaft durch die MV-Regierung für 1500 ehemalige Beschäftigte um fünf Monate über Ende Juni hinaus, sondern auch, dass etwaige neue Investoren Tariflöhne zahlen. Es müsse klar sein „wie viele Beschäftige arbeiten wann und wie an welchen Standorten“.

„Für uns ist es wichtig, das wir für alle drei Standorte Perspektiven bekommen und an diesen Perspektiven arbeiten wir“, hatte zuvor MV-Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) betont. Es müsse klar sein, wohin die Brücke „Transfergesellschaft“ führe. Sie wies auch darauf hin, dass sie eine Beteiligung des Bundes an den Kosten fordert, „Schiffsfinanzierung war immer eine gemeinsame Sache von Land und Bund und wir erwarten, dass der Bund uns weiter unterstützt“. Insgesamt solle Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) die Wirtschaft in Ostdeutschland stärker in den Blick nehmen.

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Die Zeit drängt

Gewerkschafter Messerschmidt betonte, man gebe der Politik noch zwei Wochen Zeit, um den Beschäftigten zu sagen, wie es nach dem Auslaufen der bisherigen Transfergesellschaft Ende Juni weitergeht. 400 der ehemals bei den Werften beschäftigten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter würden ohnehin bereits Anfang August endgültig aus einer früher eingerichteten Transfergesellschaft herausfallen. Diese könne nicht verlängert werden.

Neben Schwesig kamen auch Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD) wie auch Vertreter der Landtagsparteien dem Aufruf der Gewerkschaft nach, darunter Meyers Vorgänger Harry Glawe (CDU). Er versicherte, die CDU-Fraktion stehe hinter einer weiteren Unterstützung für die Beschäftigten im Schiffbau in Mecklenburg-Vorpommern.

Die MV-Werften-Gruppe hatte im Januar Insolvenz angemeldet. Grund war der coronabedingte Zusammenbruch des weltweiten Kreuzfahrtgeschäfts. Der chinesische Mutterkonzern Genting Hongkong war als Folge zahlungsunfähig geworden und hatte sich mit Landes- und Bundesregierung in der Frage weiterer Kredite nicht mehr einigen können. Auch Genting ging den Weg in den Gläubigerschutz.

 

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