TODESFALL

Ehemaliger Awo-Chef Rudolf Borchert ist tot

Nach Informationen des Nordkurier ist Rudolf Borchert aus Waren gestorben. Er war jahrelang der Landesvorsitzende der Arbeiterwohlfahrt und Mitglied der SPD-Fraktion im Landtag Mecklenburg-Vorpommern.
Rudolf Borchert, Landesvorsitzender der Arbeiterwohlfahrt (AWO) Mecklenburg-Vorpommerns, ist gestorben.
Rudolf Borchert, Landesvorsitzender der Arbeiterwohlfahrt (AWO) Mecklenburg-Vorpommerns, ist gestorben. NK-Archiv
Schwerin.

Nach langer schwerer Krankheit ist Rudolf Borchert, langjähriges Mitglied der SPD-Fraktion im Landtag Mecklenburg-Vorpommern, im Alter von 67 Jahren verstorben.

Der Sozialdemokrat aus Waren war nach der Landtagswahl 2016 aus dem Landtag ausgeschieden. Im Herbst 2017 war Borchert erkrankt und hatte daraufhin auch seinen Posten als Landesvorsitzender der Arbeiterwohlfahrt (Awo) aufgegeben.

Ehrenamtlich für Energiewende eingesetzt

Wie Landtagspräsidentin Birgit Hesse in Schwerin zu Beginn der Parlamentssitzung am Mittwoch mitteilte, starb Borchert in der Nacht zu Mittwoch. Der 67-Jährige war von 1998 bis 2016 Mitglied des Landtags, nach einer Krebsdiagnose aber nur noch selten öffentlich aufgetreten. Zuletzt hatte er sich ehrenamtlich für die Umsetzung der Energiewende eingesetzt. Dieses Thema war zuvor auch ein Schwerpunkt seiner Abgeordnetentätigkeit, neben der Finanzpolitik.

Borchert gehörte dem linken Flügel der SPD an. Frühzeitig hatte er sich für ein rot-rotes Bündnis mit der Linken eingesetzt, das in Mecklenburg-Vorpommern von 1998 bis 2006 regierte.

Stephan Schumann, Stellvertretender Vorsitzender der Jusos, postete auf Twitter:

Beginn der Awo-Affäre

Borchert war im Jahr 2012 zum Landeschef der Awo gewählt worden. In die Amtszeit Borcherts fällt auch der Beginn der Awo-Affäre im Jahr 2016. Borchert hatte stets betont, dass er von den Machenschaften des langjährigen Spitzenduos des Awo-Kreisverbandes Müritz, Geschäftsführer Peter Olijnyk und Kreisvorsitzender Götz-Peter Lohmann, nichts gewusst zu haben. Lohmann war unter Borchert auch Vize-Chef der Awo in Mecklenburg-Vorpommern.

In seinem Wahlkreis an der Müritz hatte sich der SPD-Politiker über mehrere Legislaturperioden einen harten Kampf mit seinem CDU-Kontrahenten Wolff-Dieter Ringguth um das Direktmandat geliefert. Bei der Wahl 2016 war Borchert nicht mehr angetreten – das Direktmandat gewann seinerzeit überraschend die aufstrebende Nadine Julitz von der SPD. Sie hatte sich gegen den AfD-Kandidaten Hartwig Kurth und Thomas Diener (CDU) durchgesetzt.

Passionierter Marathonläufer

Borchert wurde am 4. Januar 1952 in Waren (Müritz) geboren. Nach dem Studium an der Humboldt-Universität Berlin war er in seiner Heimatstadt als Lehrer für Sport, Geografie und Geschichte tätig. Nach 1990 war er für etwa drei Jahre Amtsleiter in Waren und dann bis 1998 Geschäftsführer des Awo-Kreisverbandes Mecklenburg-Strelitz.

Er war in zweiter Ehe verheiratet. Aus dieser Verbindung war ein Sohn hervorgegangen. Aus erster Ehe stammen zwei Kinder. Der Berufspolitiker Borchert war in seiner Freizeit ein passionierter Marathonläufer. Auch im fortgeschrittenen Alter hatte Borchert die 42,195 Kilometer regelmäßig in außergewöhnlich schnellem Tempo absolviert.

Julien Barlen, Generalsekretär des SPD-Landesverbands, schreib auf Facebook: "Mit ihm verliert die SPD-Landesverband Mecklenburg-Vorpommern einen engagierten, kämpferischen und zupackenden Haushalts-, Energie- und auch Sozialpolitiker, einen echten Fachmann, einen leidenschaftlichen Sportsmann, Freund und linken Sozialdemokraten."

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