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Ehemaliges Führungsmitglied aus MV verlässt AfD

Lars Löwe saß im Landesvorstand der AfD in MV und wollte als Direktkandidat bei der Bundestagswahl 2017 antreten. Nun hat er die Partei verlassen.

Damals war die Welt für ihn noch in Ordnung: Lars Löwe plakatiert während der Landtagswahl 2016 für die AfD.
AfD/Facebook Damals war die Welt für ihn noch in Ordnung: Lars Löwe plakatiert während der Landtagswahl 2016 für die AfD.

Ein weiterer bürgerlicher AfD-Politiker aus Mecklenburg-Vorpommern hat die Partei verlassen. Lars Löwe, von 2015 bis 2016 Beisitzer im AfD-Landesvorstand und bis April 2017 Pressesprecher des Landesverbandes, beklagte am Donnerstag einen „Verbalradikalismus” und eine zunehmende Enthemmung in weiten Teilen der Partei. „Ein Rechtsruck ist in der AfD Mecklenburg-Vorpommern längst vollzogen”, heißt es in einer schriftlichen Erklärung Löwes, die in Schwerin veröffentlicht wurde.

„Eine Partei, welche Bernhard Wildt und Matthias Manthei zum Austritt treibt, in der Holger Arppe aber nach wie vor Mitglied ist, ist nicht mehr meine Partei.” Der Unternehmer Bernhardt Wildt und der Amtsrichter Matthias Manthei hatten am Tag nach der Bundestagswahl die AfD-Landtagsfraktion und wenig später auch die Partei verlassen, weil sie ihnen zu weit nach rechts gerückt schien. Holger Arppe war nach Bekanntwerden gewaltverherrlichender Äußerungen in Internet-Chats aus der AfD-Landtagsfraktion ausgeschieden, deren Vize-Vorsitzender er gewesen war.

Löwe legte Direktkandidatur nieder

Löwe war Direktkandidat zur Bundestagswahl in Wismar, legte die Kandidatur nach eigenen Angaben aber nieder, nachdem die damalige AfD-Vorsitzende Frauke Petry beim Kölner AfD-Bundesparteitag im April 2017 mit ihrem „Zukunftsantrag” gescheitert war. Petry habe mit ihrem Antrag versucht, die AfD auf den Pfad einer in der Sache klaren, aber politisch und im Auftreten seriösen Partei zurückzubringen.

„Die Delegierten in Köln verweigerten jedoch jegliche Selbstreflexion und jegliches Problembewusstsein”, analysierte Löwe. So seien in der AfD Fliehkräfte freigesetzt worden, die zunächst noch durch den Wahlkampf unterdrückt werden konnten, sich nun aber Bahn brächen.