Unkomplizierte Hilfe

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Ehrenamts-Stiftung schüttet 1,4 Millionen Euro aus

Die Vorsitzende der Ehrenamtsstiftung für Mecklenburg-Vorpommern, Hannelore Kohl (SPD).
Die Vorsitzende der Ehrenamtsstiftung für Mecklenburg-Vorpommern, Hannelore Kohl (SPD).
Jens Büttner

Freiwillig engagierte in MV haben seit inzwischen drei Jahren einen Partner für kleine und große Anliegen. Aktuell bekommt die Ehrenamtsstiftung besonders viele Anfragen zur EU-Datenschutz-Grundverordnung.

Die Ehrenamtsstiftung des Landes hat seit ihrer Gründung vor drei Jahren 1,4 Millionen Euro an Vereine und Initiativen ausgeschüttet. Damit wurden 1479 Projekte ermöglicht, wie Stiftungssprecherin Susann Plant sagte. Außerdem seien mehr als 4300 Engagierte in knapp 200 Weiterbildungs- und Austauschveranstaltungen fortgebildet worden und hätten sich miteinander vernetzt. Mehr als 500 Initiativen und Vereine seien juristisch und zu finanzieller Förderung beraten worden.

Die Stiftungsratsvorsitzende, Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD), sagte, die Stiftung gelte schon heute über die Landesgrenzen hinweg als gelungenes Beispiel für eine nachhaltige Förderung des bürgerschaftlichen Engagements. Sie hatte am 1. Juni 2015 ihre Arbeit aufgenommen. Die Vorstandsvorsitzende Hannelore Kohl sagte: „Wir setzen uns für die vielen kleinen Vereine und Initiativen ein, die keine starken Dachverbände hinter sich haben, aber mit ihrem vielschichtigen Engagement so wesentlich unsere Gesellschaft mitgestalten.“

Datenschutz-Verordnung stellt Vereine vor Probleme

Die Engagierten im Land brauchten vor allem schnelle, unkomplizierte und praktische Hilfe für die Probleme des Vereinsalltags, sagte Plant. Das seien Fragen wie: Wo bekommen wir die finanziellen Mittel für die nächste Veranstaltung her? Wir wollen unsere Aktivitäten im Verein erweitern, müssen wir dafür die Satzung anpassen? Oder: Wie finden wir Engagierte, die zu uns passen? Der ehrenamtliche Vorstand der Stiftung entscheide einmal im Monat über die Vergabe von Geld. Anträge könnten das ganze Jahr hindurch gestellt werden. Ihre Mitmachangebote könnten Vereine und Initiativen kostenfrei im Internet über www.gutes-tun-in-mv.de veröffentlichen.

Das zentrale Thema der zurückliegenden Monate war die EU-Datenschutz- Grundverordnung. Weil viele Engagierte gleichzeitig von der neuen und von vielen als kompliziert empfundenen Regelung betroffen sind, habe die Stiftung im ersten Halbjahr kurzfristig landesweit 13 Info-Veranstaltungen organisiert, sagte Plant. „Mehr als 730 Vereinsvertreter haben daran bisher teilgenommen.“ Weitere Seminare seien geplant, das Angebot richte sich immer nach der Nachfrage. Ein wichtiges Thema der kommenden Monate werde die geplante landesweite Ehrenamtskarte mit Vorteilen für Engagierte sein, deren Ausgestaltung in Fachtagungen, Bürgerforen und einer Online-Umfrage mit Hunderten Ehrenamtlichen diskutiert worden sei. Im Herbst werde Sozialministerin Stefanie Drese (SPD) im Landtag ihr Konzept vorstellen, das aus diesen Impulsen entwickelt werde.