GIFTIGE RAUPE

Eichenprozessionsspinner breitet sich in MV wieder aus

Der Eichenprozessionsspinner kann bei Kontakt unangenehme Reaktionen bei Menschen auslösen. Jahrelang wurde er bekämpft. Jetzt kehrt er zurück. Wie groß ist die Gefahr?
dpa
Der Eichenprozessionsspinner kann bei Kontakt unangenehme Reaktionen bei Menschen auslösen.
Der Eichenprozessionsspinner kann bei Kontakt unangenehme Reaktionen bei Menschen auslösen. Patrick Pleul
Rostock.

Der Eichenprozessionsspinner erholt sich nach den großangelegten Bekämpfungsaktionen vergangener Jahre im Südwesten des Landes anscheinend wieder. Im Landkreis Ludwigslust-Parchim sei eine Zunahme der Populationsdichte festgestellt worden, sagte der Biologe Kai Gloyna am Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) in Rostock.

Die Zahlen lägen jedoch noch immer deutlich unter jenen zum Höhepunkt der Massenentwicklung in den Jahren 2012/13. „Unter Berücksichtigung, dass die letzte großräumig koordinierte Bekämpfungsmaßnahme nunmehr vor vier Jahren, im Sommer 2015, durchgeführt wurde, ist diese Entwicklung nach wie vor zufriedenstellend”, sagte er. Für die jetzt beginnende Saison seien deshalb keine großflächigen Maßnahmen geplant.

Eichenprozessionsspinner steht unter strikter Beobachtung

Der Eichenprozessionsspinner war mit einem chemischen Mittel aus der Luft bekämpft worden. Seine Raupen gelten als Gesundheitsgefahr. Kommen empfindliche Menschen mit ihnen in Kontakt, drohen Juckreiz, Hautausschläge und Atemwegsprobleme. Deshalb steht der Eichenprozessionsspinner unter strikter Beobachtung: Im Sommer werden die Nester gezählt und Pheromonfallen ausgewertet. Zusätzlich werden im Winterhalbjahr punktuell Zweige nach Ei-Gelegen des Falters abgesucht, wie Gloyna erklärte.

Nach dem trockenen und warmen Sommer 2018 hatten die Wissenschaftler nach seinen Worten eine weitere geografische Ausbreitung des Eichenprozessionsspinners erwartet. „Die Auswertung dieser Daten ergab für die aktuelle Saison eine weniger dramatische Prognose, als nach dem Extrem-Sommer zu befürchten war”, sagte er. Im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte habe die Zahl der Meldungen im Vergleich zum Vorjahr sogar abgenommen.

Risiko vor gesundheitlichen Problemen

Im vergangenen Jahr hatten Funde von Eichenprozessionsspinnern in unmittelbarer Ostseenähe für Aufsehen gesorgt. „Durch die nachfolgende Beobachtung dieser Bereiche kann jedoch Entwarnung gegeben werden”, sagte Gloyna. Es habe es sich ausschließlich um männliche Falter gehandelt, die mit Winden in Richtung Norden geweht wurden. Eine Eiablage sei deshalb nicht erfolgt, so dass auch keine Raupen und Nester gefunden wurden.

Das Phänomen der Fernausbreitung von Männchen sei bereits aus der Vergangenheit bekannt. „Auch in Dänemark und Südschweden wurden bereits Eichenprozessionsspinner gefangen, ohne das dort je Nester auftraten”, sagte Gloyna. Das Risiko gesundheitlicher Probleme bleibe in MV deshalb auf die südlichen und insbesondere südwestlichen Landesteile beschränkt.

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