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Gefährlicher Schädling

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Eichenprozessionsspinner breitet sich weiter aus

Die Tiere wurden unter anderem per Hubschrauber bekämpft. Sie können beim Menschen Hautschäden auslösen.
Die Tiere wurden unter anderem per Hubschrauber bekämpft. Sie können beim Menschen Hautschäden auslösen.
Marc Tirl

Der Eichenprozessionsspinner gilt als Gesundheitsgefahr, er kann Hautschäden hervorrufen. Deswegen schwang des Land die chemische Keule gegen das Tier. Doch offenbar hat das nicht gereicht, um die Schädlinge zu stoppen - sie sind jetzt sogar schon auf Usedom.

Der Eichenprozessionsspinner breitet sich in Mecklenburg-Vorpommern weiter aus. Im vergangenen Jahr sei der Nachtfalter erstmals im küstennahen Bereich bei Rostock und auf der Insel Usedom festgestellt worden, sagte Mathis Jansen von der Landesforstanstalt in Schwerin. Rügen sei bislang frei von Thaumetopoea processionea, wie die lateinische Bezeichnung lautet. „Die Ausbreitung erfolgt von Südwesten nach Nordosten“, erklärte Jansen.

Für den Forst im Nordosten sei der Schmetterling, dessen Raupen sich von Eichenblättern ernähren, bislang kein Problem, sagte Jansen. Allerdings gilt er als Gesundheitsgefahr: Die feinen Brennhaare der Raupen können für Menschen unangenehm werden. Bei Hautkontakt bilden sich juckende Quaddeln. Auch Hautentzündungen und Atemwegsprobleme können Folgen eines Kontaktes sein.

Flugzeuge haben Chemikalie versprüht

Im Südwesten Mecklenburg-Vorpommerns war wegen des starken Auftretens des Eichen-Prozessionsspinners mehrere Jahre hintereinander, zuletzt 2015, mit Flugzeugen ein chemisches Mittel über befallenen Straßenbäumen versprüht worden. Auch in Brandenburg gibt es seit Jahren Probleme mit dem Tier. Umweltverbände hatten dagegen protestiert, weil sie Schädigungen von Insekten befürchteten. Das Ergebnis war bisher nachhaltig: In den vergangenen zwei Jahren und auch für 2018 wird keine Notwendigkeit für erneute Großeinsätze gesehen, wie der Sprecher des Landkreises Ludwigslust-Parchim, Andreas Bonin, sagte.

Um die Entwicklung der Population zu beobachten, werden jeweils im August die Gespinstnester des Spinners vor allem in den Bäumen entlang der Straßen gezählt. Überprüft und aufgenommen würden auch Meldungen von Bürgern, sagte die Sprecherin des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (Lagus), Anja Neutzling. „2017 wurden so an 74 Standorten insgesamt über 1600 Eichen untersucht.“ Parallel dazu betreibe die Landesforstanstalt ein landesweites Monitoring mit Pheromonfallen.

Die bislang einzigen Lösungen: Absaugen oder Vergiften

Nach Neutzlings Worten erholt sich die Population. „Unsere Daten zeigen eine wieder zunehmende Ausbreitung in der Fläche bei vergleichsweiser geringer Dichte.“ Einige spezielle Standorte, die als „hot spots“ bezeichnet werden könnten, wiesen über die Jahre eine fast gleichbleibend hohe Dichte auf. Über lokal begrenzte Bekämpfungsaktionen werde im Laufe der nächsten Wochen entschieden. Es gebe zwei Möglichkeiten der Bekämpfung, die beide vom Boden aus erfolgten: Absaugen der Gespinstnester oder Einsatz eines Insektizides.